Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau

Sachsen - Wirtschaft

978-3-14-100383-3 | Seite 18 | Abb. 1
 | Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau | Sachsen - Wirtschaft | Karte 18/1

Überblick

Im Südwesten Sachsens liegt der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau. Er ist Teil der Metropolregion Mitteldeutschland (siehe auch Erläuterungen zur Karte 19.3 „Sachsen – Wirtschaft“). Chemnitz ist die drittgrößte Stadt Sachsens, Zwickau die viertgrößte.

Die Wirtschaftsstruktur der Region

Die Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau gehört zu den entwicklungsstärksten der östlichen Bundesländer, wobei ein Schwerpunkt bei der Automobilindustrie liegt. So sind vor allem Unternehmen des Kraftfahrzeugbaus und die hierfür notwendigen Zulieferbetriebe vertreten. Zu den Zulieferbetrieben zählen Unternehmen aus den Bereichen Eisen- und Metallverarbeitung, Maschinenbau, chemische Industrie und Elektrotechnik. Weiterhin fällt eine Häufung von Betrieben der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie in und um Annaberg-Buchholz sowie Auerbach auf. In der südlichen Region im Erzgebirge finden sich außerdem mehrere Besucherbergwerke und die „Silberstraße“. Sie weisen auf die aufgegebene Tradition des Silberbergbaus, des Kobalt- und Wismutabbaus sowie die Förderung von Uranerzen während der Zeit der DDR hin. Darüber hinaus machen die Besucherbergwerke zusammen mit den Heilbädern, Wintersportgebieten sowie zahlreichen Sehenswürdigkeiten deutlich, dass auch der Tourismus für die Region entlang des Erzgebirgskamms von wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Die Wirtschaftsförderung in der Region

Nach dem Zusammenbruch der DDR war einer der wesentlichen Anstöße für die Modernisierung der Region die Gründung eines VW-Werks im Zwickauer Stadtteil Mosel im Herbst 1990 (siehe auch Karte 18.2 „Zwickau-Mosel – Entwicklung des Kraftfahrzeugbaus“). Die kreisfreien Städte Chemnitz und Zwickau sowie die damaligen Landkreise Chemnitzer Land, Stollberg und Zwickauer Land erkannten, dass nur eine enge Zusammenarbeit zum Erfolg führen würde. Infolgedessen gingen sie mit dem Slogan „Eine Region formiert sich“ an die Öffentlichkeit und gründeten 1995 die „Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau“. 2001 kam der damalige Landkreis Aue-Schwarzenberg hinzu. Die Initiative erstellte 1997 ein Entwicklungs- und Handlungskonzept für die Region, das im Jahr 2000 im Wettbewerb „Regionen der Zukunft“ ausgezeichnet wurde. Gewürdigt wurden die Ansätze zu einer nachhaltigen Raum- und Siedlungsentwicklung, wozu beispielsweise eine sparsame Flächennutzung und eine größere Umweltorientierung der Betriebe gehörten. Im Jahr 2004 wurde die gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau GmbH“ mit dem Ziel gegründet, die Region modern auszubauen, ohne dabei ihre Tradition zu verraten. Dabei wurde vornehmlich auf ein eigenes Profil, auf Innovationen und die Stärkung der Forschung gesetzt. Außerdem wurde unter anderem darauf geachtet, Fachkräfte vor Ort auszubilden, um so eine regionale Verbundenheit zu schaffen und Abwanderungen – insbesondere junger Menschen – entgegenzuwirken. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft wurde 2011 aufgelöst.