Wirtschaftsbündnisse

Erde - Staatengemeinschaften

978-3-14-100870-8 | Seite 33 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 180.000.000
Wirtschaftsbündnisse |  | Erde - Staatengemeinschaften | Karte 33/4

Überblick

Die Europäische Union (EU) entstand aus der Europäischen Gemeinschaft (EG), deren zwölf Mitglieder 1987 die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes beschlossen, der die vier Freiheiten (freier Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen, Kapital) herbeiführen sollte. 1993 wurde der EU-Binnenmarkt realisiert, zugleich wurde mit den Maastricht-Verträgen aus der EG die Europäische Union, der sich 1995 auch Schweden, Finnland und Österreich anschlossen. Nach einer Reform der EU-Verfassung und ihrer Institutionen begannen 1998 umfassende Beitrittsverhandlungen, die 2004 zur Aufnahme von zehn neuen Beitrittsländern führten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta, Zypern); ihnen folgten später Bulgarien und Rumänien (2007) sowie Kroatien (2013). Gegenwärtig zählt die EU 28 Mitgliedsstaaten. 2016 entschied sich bei einem Referendum eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler für den Austritt Großbritanniens aus der EU.

Dem Andenpakt, 1969 im kolumbianischen Cartagena gegründet, gehören Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru an. Hauptsitz seiner Organe ist Bogotá. Ziel des Paktes ist die wirtschaftliche, soziale und politische Integration der Länder. Chile, eines der Gründungsmitglieder, trat unter der Diktatur von General Augusto Pinochet 1976 aus, gehört aber heute - wie andere südamerikanische Länder - zu den assoziierten Staaten.

APEC ist eine 1989 in Canberra gegründete Organisation aus 21 Staaten (u. a. USA, Mexiko, Russland, China, Japan, Südkorea, Chile und Singapur), die sich für die Einrichtung einer Freihandelszone im pazifischen Raum einsetzt. Diese würde die Hälfte der Weltbevölkerung beherbergen und die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen.

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (Economic Community of West African States), 1975 in Lagos gegründet, ist ein wirtschaftlicher und politischer Zusammenschluss aus derzeit 15 Staaten, der die Schaffung einer westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion erstrebt.

Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas) ist ein 1991 von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gegründetes Wirtschaftsbündnis, dem seit 2012 auch Venezuela als Vollmitglied und mehrere lateinamerikanische Staaten als assoziierte Mitglieder angehören. Ziel ist die Schaffung eines Binnenmarktes, Sitz seiner Organe ist Montevideo.

Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA (North American Free Trade Agreement) wurde 1994 von den USA, Kanada und Mexiko unterzeichnet und führte zur Entstehung einer Freihandelszone und dem Abbau zahlreicher Zölle.

COMESA (Common Market for Eastern and Southern Africa) ist eine 1994 gegründete Organisation der Länder des östlichen und südlichen Afrikas zur Schaffung eines gemeinsamen Marktes. Ihr Sitz ist in Lusaka (Sambia).

Die Organisation erdölexportierender Länder OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) wurde 1960 in Bagdad von Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela gegründet, später schlossen sich unter anderem Libyen, Nigeria, Algerien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Sitz der OPEC ist Wien. Sie vertritt die Interessen der wichtiger Erdölförderländer und verhandelt untereinander zum Beispiel Fördermengen mit dem Ziel der Preissteuerung auf dem Weltmarkt.

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