Weltmeere - Weltmeere und Flusseinzugsgebiete

Weltmeere

100849 | Seite 183 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 200.000.000
Weltmeere | Weltmeere und Flusseinzugsgebiete | Weltmeere | Karte 183/3

Überblick

Die Karte zeigt die Prägung der Erdoberfläche durch Ozeane – 71 Prozent der Erdoberfläche werden von ihnen eingenommen. Wasserscheiden und die 30 größten Flusssysteme der Erde zeigen die hydrogeographischen Verhältnisse auf den Kontinenten.

Die Ozeane

Der Indische Ozean ist mit 74 Mio. Quadratkilometern der kleinste der drei Ozeane der Erde. Er wird von Asien, Afrika, Australien und dem Südpolarmeer begrenzt. Das Rote Meer und der Persische Golf sind von Schiffen vielbefahrene Nebenmeere. Die größte Tiefe wird mit 7455 Metern im Sundagraben (südlich der Insel Java) erreicht. Die klimatischen Verhältnisse werden durch die Lage in den Tropen bzw. Subtropen und die Windsysteme Passat und Monsun bestimmt, nur im Süden von der Westwindzirkulation der Mittelbreiten.

Der Atlantische Ozean ist mit 84 Mio. Quadratkilometern (ohne Nebenmeere) der zweitgrößte Ozean der Erde. Er wird von Afrika, Amerika, Europa, dem Süd- und dem Nordpolarmeer begrenzt und in einen nördlichen sowie einen südlichen Teil untergliedert. Auffällig sind die großen Nebenmeere des Nordatlantiks (wie Mittelmeer, Golf von Mexiko, Karibisches Meer, Nordsee), die zum Teil weit in die Kontinente hineinragen und dort stark gegliederte Küsten haben. Der Nordatlantik und seine Nebenmeere zählen zu den am stärksten durch Schifffahrt, Fischerei, Bergbau und Tourismus genutzten Meeresgebieten der Erde. Die größte Tiefe wird mit 9219 Metern in der Milwaukeetiefe vor Puerto Rico erreicht, die mittlere Tiefe (ohne Nebenmeere) beträgt wie beim Indischen Ozean 3840 Meter. Entsprechend seiner Nord-Süd-Erstreckung folgen die klimatischen Verhältnisse und Windsysteme einer zonalen Anordnung: von der Subpolaren Zone im Norden über die Mittelbreiten (mit Westwindzirkulation), die Subtropen und die Tropen (mit Passatwinden) zum Äquator, von dort zum Südpol entsprechend spiegelbildlich.

Der Pazifische Ozean ist der größte (166,2 Mio. km2) und mit durchschnittlich 4280 Metern auch der tiefste Ozean der Erde. Die größte Tiefe wird mit 11 034 Meter im Marianengraben erreicht (Witjastief 1). Der Pazifische Ozean wird von Amerika, Asien, Australien, der Beringstraße und dem Südpolarmeer begrenzt und in einen nördlichen sowie einen südlichen Teil untergliedert. Insbesondere im Westen werden durch Inselbögen und -ketten zahlreiche Nebenmeere abgeteilt. Die Nebenmeere und Meerengen Ost- und Südostasiens sind im Zuge der Globalisierung stark befahrene Routen für Handelsschiffe geworden. Im Osten bilden nur der Golf von Kalifornien und der Golf von Alaska markante Nebenmeere.

Das Nordpolarmeer umfasst die Meeresgebiete in der Nähe des Nordpols (s. 238.1). Charakteristisches Merkmal ist die Meereisbedeckung. Im Winter bedeckt ein geschlossenen Pack- und Treibeisfeld. Es befindet sich in ständiger driftender Bewegung. Im Sommer gehen die Meereisgrenzen nach Norden zurück und die Randbereiche des Nordpolarmeers werden zeitweise eisfrei.

Das Südpolarmeer umfasst die Meeresgebiete in der Nähe des Südpols (s. 239.4). Charakteristisches Merkmal ist hier, dass es den Kontinent Antarktika in einem geschlossenen Kreis umgibt. Die Meereisbedeckung wird hier von ausdehnten Schelfeisflächen, Packeis und Treibeis gebildet.

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Zu den Flusseinzugsgebieten

Innerhalb der Kontinente zeigen sich sehr individuelle hydrogeographische Verhältnisse. Der amerikanische Doppelkontinent wird durch den Gegensatz zwischen einem ausgedehnten Raum im Osten, der zum Atlantik hin entwässert, und einen vergleichsweise schmalen Küstensaum im Westen, der zum Pazifik hin entwässert, charakterisiert. Dazwischen verläuft die Hauptwasserscheide entlang der Kordilleren. Die ausgedehnten Räume im Osten ermöglichten die Entstehung großer Flusssysteme. Drei der sechs nach dem Einzugsgebiet größten Flüsse der Erde liegen hier.

In Afrika liegen im Inneren des Kontinents ausgedehnte endorheische Becken, vor allem im Norden. Die Randbereiche entwässern zu etwa gleich großen Teilen zum Atlantik, zum Indischen Ozeanen und zum Mittelmeer. In diesen Strukturen spiegelt sich der Bau des Kontinents mit seinen Becken, Schwellen, Ebenen, Gebirgen und Hochländern. Zwei der sechs nach dem Einzugsgebiet größten Flüsse der Erde liegen in Afrika.

Eurasien ist durch zwei ausgedehnte endorheische Becken gekennzeichnet, das kleinere auf der Arabischen Halbinsel, das größere in zentraler Lage der Landmasse, eingerahmt von Gebirgsketten und Hochländern. In diesem Raum liegt auch das größte Binnenmeer der Erde, das Kaspische Meer. Große Ströme wie die Wolga, Europas längster Fluss, entwässern in diesen Raum. Der weitgehend ebene Norden Eurasiens entwässert mit den drei großen sibirischen Strömen zum Nordpolarmeer. Ihre Einzugsgebiete sind unter den zehn größten der Erde. Der Osten entwässert zum Pazifik, der Westen, Süden und Südosten zum Indischen Ozean.

Australien wird durch den Gegensatz zwischen einem ausgedehnten Raum im Westen, der zum Indischen Ozean hin entwässert, und einen vergleichsweise schmalen Küstensaum im Osten, der zum Pazifik hin entwässert, charakterisiert. Dazwischen verläuft die Hauptwasserscheide entlang der küstennahen Gebirge des Australischen Berglandes. Das Zentrum des Kontinents wird von einem ausgedehnten endorheischen Becken eingenommen.

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