Viernheim - Rhein-Neckar-Zentrum

Deutschland - Stadtstrukturen

978-3-14-100803-6 | Seite 79 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 5.000
Viernheim | Rhein-Neckar-Zentrum | Deutschland - Stadtstrukturen | Karte 79/4

Überblick

Viernheim ist eine 33 000 Einwohner zählende Stadt in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie liegt im äußersten Südwesten des Bundeslandes Hessen unmittelbar an der Grenze zu Baden-Württemberg. Nach Rheinland-Pfalz sind es nur wenige Kilometer (s. 47.4).

Die Metropolregion Rhein-Neckar ist mit 2,3 Mio. Einwohnern und einem BIP von 80,5 Mrd. Euro (Stand jeweils 2012) eines der wirtschaftlich stärksten und am dichtesten besiedelten Gebiete Deutschlands. Mit Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg liegen drei Großstädte nur wenige Kilometer auseinander. Alle drei Städte sind von Viernheim aus in gut 20 Minuten mit dem Auto erreichbar. Dies macht Viernheim zu einem zentralen Standort innerhalb der Metropolregion, der angesichts der hohen Kaufkraft der Bevölkerung für Einzelhandelsunternehmen besonders interessant ist. Wegen der Arbeitsplätze und der Steuereinnahmen an Großstandorten des Einzelhandels herrscht zwischen den Städten und Gemeinden der Metropolregion sowie den Bundesländern ein starker Wettbewerb um Ansiedlungen.

Das Rhein-Neckar-Zentrum ist mit 60 000 Quadratmetern und mehr als 100 Einzelgeschäften das größte Einkaufszentrum der Region. Es liegt besonders verkehrsgünstig an der Autobahn. Obwohl es auch über eine Bus- und eine Straßenbahnlinie erschlossen ist, nutzen die weitaus meisten Kunden das Auto. Das Einkaufszentrum ist deshalb kranzförmig umgeben von Parkplätzen, hinzu kommt ein großes Parkhaus. Typisch für ein Zentrum dieser Art und Größe sind folgende Merkmale:

• Es gibt eine Mischung kleinerer und größerer Geschäfte des Einzelhandels, wobei Filialen national oder international agierender Großunternehmen dominieren.

• Es gibt einige große, viel besuchte „Ankermieter“, von deren Anziehungskraft auch die anderen Mieter profitieren.

• Das Angebot reicht von Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs über Kleidung und Schuhe bis hin zu Bau- und Elektronikmärkten, sodass die Besucher an einem Ort eine Vielzahl an Einkäufen tätigen können.

• Das Angebot wird durch einen zentralen Flanierbereich, Restaurants und Freizeiteinrichtungen (Kino) so aufgewertet, dass die Verweildauer vor Ort über den eigentlichen Einkauf hinaus ausgedehnt wird.

• Innerhalb des Einkaufszentrums liegen Lebensmittel- und Baumärkte eher am Rand, andere Geschäfte, zum Beispiel für Bekleidung, meist zentral im Flanierbereich.

• Anlage und Gestaltung lassen Vorbilder im US-amerikanischen Raum erkennen.

Nach der Eröffnung 1972 wurde das Rhein-Neckar-Zentrum 1998 und 2002 modernisiert und erweitert. Es gehört einem Hamburger Unternehmen, das sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung und dem Betrieb von großen Gewerbestandorten beschäftigt. Das erste Einkaufszentrum des Unternehmens wurde 1969 eröffnet. Es lässt sich wie das Rhein-Neckar-Zentrum der Pionierphase solcher Standorte in Deutschland zuordnen.