Stralsund - Heutige Stadtstruktur

Mecklenburg-Vorpommern - Geschichte

978-3-14-100381-9 | Seite 26 | Abb. 3
Stralsund | Heutige Stadtstruktur | Mecklenburg-Vorpommern - Geschichte | Karte 26/3

Überblick

Stralsund ist eine Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 60 000 Einwohnern. Von Stralsund führen der Rügendamm und die Rügenbrücke auf die Insel Rügen. Stralsund beherbergt eine Fachhochschule, ein kulturhistorisches und ein meereskundliches Museum. 2008 eröffnete das Ozeaneum. Stralsund ist ein wichtiges Handelszentrum mit dem Schwerpunkt Tourismus. Bedeutend sind außerdem das Schiffbauwesen und das Brauereiwesen.

Von Schweden an Preußen

Stralsund wurde 1720 zum Regierungssitz von Schwedisch-Vorpommern. Aus der „Schwedenzeit“ stammen einige herausragenden Barockbauten. 1807 von Napoleons Truppen besetzt, fiel die Stadt bei der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress 1815 an Preußen und wurde Sitz eines Regierungsbezirks. Preußen machte Stralsund zur Garnisonsstadt und errichtete 1848 auf der vorgelagerten Insel Dänholm den ersten deutschen Kriegshafen. 1863 wurde Stralsund an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Erst 1873 wurde der Festungscharakter der Stadt aufgehoben. Dieser hatte den Ausbau der Stadt verhindert, da umfangreiche Neubauten die Verteidigung der Stadt erschwert hätten. Nach 1873 entstanden rund um die Stadtteiche neue Wohnviertel mit Villen und Gewerbebetrieben. In der Knieper und der Tribseer Vorstadt siedelten sich wohlhabende Leute an: Unternehmer, hohe Angestellte und Personen vom Militär. Arbeiter wohnten überwiegend in den Straßen der Altstadt.

DDR-Zeit und Stadtsanierung nach 1990

Beim Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944 waren mehr als 35 Prozent der Wohnungen zerstört worden. Die Wohnraumfrage wurde noch durch den massiven Zuzug von Umsiedlern nach Kriegsende verstärkt. Am 1. Mai 1945 rückte die Rote Armee in Stralsund nahezu kampflos ein. Die Stadt wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone. 1945 kam Stralsund zu Mecklenburg, 1952 wurde die Stadt in den Bezirk Rostock eingegliedert. Stralsund entwickelte sich sprunghaft, was vor allem am Aufbau der Volkswerft lag. Hier wurden Schiffe für die Sowjetunion gefertigt. Der Hafen erlangte wieder eine große Bedeutung für den Ostseehandel und jenseits der Vorstädte entstanden zahlreiche Plattenbausiedlungen. Der historische Altstadtkern jedoch verwahrloste. Nach der Wende 1990 wurde Stralsund Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern. Der historische Stadtkern einschließlich des Hafens wurde mithilfe der Städtebauförderung und des Denkmalschutzes saniert. Die Plattenbausiedlungen Grünhufe und Knieper und ihre Umgebungen wurden im Rahmen verschiedener Aufbauprogramme verbessert.

Lebendige Karte

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