Sachsen-Anhalt - Geologie

Sachsen-Anhalt - Geologie und physische Übersicht

978-3-14-100384-0 | Seite 12 | Abb. 1
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Überblick

Sachsen-Anhalt liegt am nördlichen Rand der Mittelgebirge. Es wird im Westen vom Harz, im Osten und Norden vom Norddeutschen Tiefland eingenommen. Die Gesteine in Sachsen-Anhalt stammen aus verschiedenen Abschnitten der Erdgeschichte, wie zum Beispiel aus dem Tertiär (65 bis 1,8 Millionen Jahre vor heute) oder aus dem Kambrium (ca. 540 bis 490 Millionen Jahre vor heute). Die ältesten Gesteine in Sachsen-Anhalt stammen aus dem Silur des Erdaltertums.

Erdaltertum (Paläozoikum)

Die ältesten Gesteinsschichten Sachsen-Anhalts treten im Harz an die Erdoberfläche. Dazu gehören Gesteine, die im Erdaltertum in der Zeit vom Silur bis zum Karbon entstanden sind. Aus dem Karbon stammt der Granit, der als Hauptbestandteil das Gebirge rund um den Brocken aufbaut. In dem Gebirge liegt mit dem Brocken selbst (1142 Meter) der höchste Berg Sachsen-Anhalts. Heute hebt sich der Harz als ein schräg geneigtes Bruchstück der Erdkruste (Pultscholle) schollenartig über seine Umgebung hinaus an. Der nördliche Bereich wird dabei stärker als der südliche angehoben. An seinem Nordrand kam es bei der Hebung zu einer Übereinanderschiebung von Erdschollen in waagerechter Richtung. Dadurch erhielt die Pultscholle des Harzes ihre Neigung in Nordwest-Südost-Richtung.

Erdneuzeit (Känozoikum)

Im Bereich des Norddeutschen Tieflandes liegen in Sachsen-Anhalt Ablagerungen aus dem Tertiär, wie zum Beispiel Sand, Schluff und Ton. Schluff ist ein sehr feines Material mit Körnern, die kleiner sind als Sandkörner. Vielerorts findet man auch Braunkohle. Die Braunkohlenlagerstätten bildeten sich in großen Sumpfgebieten. Die tertiären Ablagerungen (Sedimente) werden heute größtenteils von jüngeren, quartären Sedimenten überlagert und treten nur an wenigen Stellen an die Oberfläche. Dagegen nehmen die quartären Ablagerungen große Flächen ein. Es handelt sich dabei größtenteils um Sedimente, die während der Eiszeiten abgelagert wurden. Während des Pleistozäns (im Quartär) wurde Sachsen-Anhalt mindestens dreimal vom Inlandeis bedeckt. Weite Gebiete im Süden und im zentralen Teil Sachsen-Anhalts wie die Magdeburger Börde wurden von Löss bedeckt. Löss ist eine durch den Wind transportierte, feinkörnige, kalkhaltige Ablagerung. Böden, die auf Löss gründen, sind sehr fruchtbar.

Erdmittelalter (Mesozoikum)

In vielen Gebirgen wird das aus sehr alten Gesteinsschichten bestehende Grundgebirge von jüngeren Gesteinsschichten des sogenannten Deckgebirges überlagert. Im Harz wurde das Deckgebirge aus Schichten des Erdmittelalters im Laufe der Zeit von Wind und Wasser abgetragen. Doch nördlich und südlich des Harzes sind Ablagerungen aus der Trias (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper). Am nördlichen Harzrand wurden die Schichten des Erdmittelalters mit der Hebung des Harzes steil aufgerichtet. Die Schichten des Juras beschränken sich auf einen schmalen Streifen im Westen der Magdeburger Börde. Noch jüngere Gesteine aus der Kreide findet man im unmittelbaren nördlichen Vorland des Harzes.