Saarland - Tourismus und Naturschutz

Saarland - Tourismus und Naturschutz

978-3-14-100382-6 | Seite 18 | Abb. 1
Saarland | Tourismus und Naturschutz | Saarland - Tourismus und Naturschutz | Karte 18/1

Überblick

Der Tourismus im Saarland ist in den letzten Jahren stark gewachsen. 2010 verzeichnete das Bundesland nur 2 230 000 Übernachtungen, 2016 wurde mit etwas über 3 Millionen Übernachtungen ein neuer Rekord erzielt. Etwas über eine Million Gäste blieben im Durchschnitt drei Nächte. Dennoch belegt das Saarland im Bundesländerranking immer noch den vorletzten Platz. 84 Prozent der Gäste kamen aus dem Inland.

Touristisches Angebot

Das Saarland bietet ein umfangreiches touristisches Angebot. Neben Saarbrücken sind vor allem die Städte Merzig, Saarlouis sowie St. Wendel sehenswert. Trotz seiner geringen Größe bietet das Saarland mit dem Hunsrück, dem Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet und dem Gutland mehrere interessante Landschaften. Die Region Mosel-Saargau ist bekannt für den Weinanbau; hier lohnt ein Besuch der Stadt Perl mit dem größten römischen Mosaik jenseits der Alpen (siehe auch Karte 19.3 „Borg [Perl an der Mosel] – Römische Villa Rustica“). Auch die Saarschleife bei Mettlach, das Wahrzeichen des Saarlandes, ist ein beliebtes Touristenziel. Das Saarland ist eine alte Kulturlandschaft, deren Spuren sich bis in die keltische Zeit zurückverfolgen lassen. Burg- und Schlossanlagen stammen aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock. Ein Beispiel aus der Industriegeschichte ist das UNESCO Weltkulturerbe „Alte Völklinger Hütte“, ein ehemaliges Eisenwerk, das jährlich von etwa 300 000 Menschen besucht wird. Ein weiterer Anziehungspunkt ist das Römermuseum in Schwarzenacker, eines der schönsten Freilichtmuseen Deutschlands. Auch die Gartenbaukunst des Saarlandes ist sehenswert. So lassen sich eine Vielzahl barock gestalteter Gärten besichtigen. Fahrradfahrer und Wanderer finden im Saarland viele interessante Strecken. Beliebt sind auch Schifffahrten auf der Saar.

Naturschutz

Das Saarland ist mit seinen Bemühungen um den Naturschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt bundesweit vorbildlich. 2018 gab es im Saarland 123 Naturschutzgebiete, die eine Gesamtfläche von 114,7 km2 (4,5 % der Landesfläche) umfassten. Der saarländisch-rheinland-pfälzische Naturpark Saar-Hunsrück erstreckt sich auf einer Fläche von 1976 km2 über die beiden Bundesländergrenzen. Als eines von 15 deutschen Biosphärenreservaten ist die „Biosphäre Bliesgau“ im südlichen Saarland anerkannt worden. Insgesamt gibt es gegenwärtig 126 besonders schützenswerte Gebiete (sogenannte NATURA 2000-Gebiete), die 26 940 Hektar (11,6 % der Landesfläche) umfassen. Dazu gehören unter anderem die Moselaue bei Nennig, der Bremerkopf bei Steinberg und die Steilhänge der Saar.

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