Südeuropa, Türkei - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 142 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 6.000.000
Südeuropa, Türkei | Physische Karte | Physische Karte | Karte 142/1

Überblick

Südosteuropa, der östliche Mittelmeerraum und das Gebiet der Türkei erhielten ihre Gestalt fast vollständig während der Phase der jungen alpidischen Gebirgsbildung, die an der Wende von der Unter- zur Oberkreide vor rund 90 Mio. Jahren begann und vor rund 20 Mio. Jahren die höchste Aktivität der Hebung erreichte. Die Gebirgsketten haben in ihren höchsten Teilen Hochgebirgscharakter.

Die Karpaten und das Jailagebirge auf der Halbinsel Krim im Norden des Schwarzen Meeres begrenzen das Osteuropäische Tiefland nach Süden. Schmale Küstensäume leiten von den Gebirgsketten zum Mittelmeer und seinen Randmeeren (Ägäisches und Adriatisches Meer mit Gruppen kleiner Inseln) sowie zum Schwarzen Meer über. Auffällig sind die rund 5000 Inseln im östlichen Mittelmeer. Die beiden größten Inseln sind Zypern und Kreta; sie nehmen jeweils etwa die Hälfte der Fläche Sachsens ein. Das vergleichsweise sehr flache Asowsche Meer ist etwa so groß wie Hessen und Thüringen zusammen.

Ausnahmen innerhalb der ausgedehnten Gebirgslandschaften bilden die weitgespannten und von großen Flüssen durchströmten Landschaften des Pannonischen Beckens und des türkischen Anatolien, das vom Pontischen Gebirge und dem Taurus eingerahmt wird; die Gebirgsstränge bilden dort eine linsenförmige Aufweitung. An den Küsten sind Ebenen größerer Ausdehnung jeweils entstanden, wo große Flüsse ihre Sedimente abgelagert haben, darunter Donau und Ceyhan bzw. Yenice.

Aufgrund der aktiven tektonischen Störungslinien (s. 10.1) ist der Mittelmeerraum stark erdbebengefährdet. Insbesondere an den Nahtstellen zwischen der Eurasischen Kontinentalplatte, der sich nach Westen schiebenden kleinen Anatolischen Platte und der sich nach Norden schiebenden Afrikanischen Platte gab es in den letzten Jahrzehnten zahlreiche schwere Erdbeben. Große Zerstörungen verursachten zum Beispiel die Erdbeben im Raum Istanbul in den Jahren 447, 559, 1157, 1509, 1690, 1719, 1766, 1894, 1928, 1944 und 1970. Das Erdbeben von Gölcük im Jahr 1999 erreichte eine Magnitude von 7,6 auf der Richterskala und forderte rund 20 000 Todesopfer; sein Epizentrum lag nur rund 80 Kilometer östlich vom Istanbuler Stadtzentrum. Als Anzeichen anhaltender Gebirgsbildungsprozesse gilt zudem auch der aktive Vulkanismus in der südlichen Ägäis.

Im Osten Anatoliens liegen innerhalb der Gebirgslandschaften große Seen wie der Vansee (etwa 1,5-mal so groß wie das Saarland) der Urmiasee (rund 2-mal so groß wie das Saarland. Die Anlage großer Stauseen am Oberlauf des Euphrat deutet auf den für diese Region zentralen Aspekt und Konfliktpunkt der Wasserversorgung hin.

Besiedlung und Verkehrswege

Die Siedlungsgeschichte des östlichen Mittelmeerraumes ist sehr lang (s. 100.1). Als bevorzugte Siedlungsräume heben sich dort heute - wie auch am Schwarzen Meer - die Küsten ab, allerdings nicht so intensiv wie im westlichen Mittelmeerraum. Auffällig ist, dass die Hauptstädte dennoch mit Ausnahme Athens überall im Landesinneren liegen, in größerer Entfernung vom Meer.

Istanbul ist mit rund 15 Mio. Einwohnern nach Moskau und vor Paris, London sowie Rhein-Ruhr die zweitgrößte Metropol-region Europas. Der Bosporus, eine nur maximal 2,5 Kilometer breite Meerenge, bildet die Grenze zwischen Europa und Asien, sodass Istanbul auf zwei Kontinenten liegt. Die besondere Lage auf einer nur rund 30 Kilometer breiten Landenge am Kreuzungspunkt der Schifffahrtsroute Schwarzes Meer - Mittelmeer und des Landwegs zwischen Westasien und Europa hat die Geschichte der Stadt wesentlich beeinflusst.

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Besonderheiten

• Der höchste Berg im Kartenbild ist der Elbrus (Kaukasus, 5642 m hoch). Die Hochlagen des Kaukasus sind vergletschert.

• Die großen natürlichen Seen in Anatolien, im Osten der Türkei und im Irak sind Salzseen.

• Wadis sowie Seen mit veränderlichem Uferverlauf sind auf der Arabischen Halbinseln dargestellt.

• In der Türkei (südlich von Izmir) ist der Fluss Mäander markiert, von dem sich die Bezeichnung für Flussschlingen ableitet.

• Im Kartenbild sind Beispiele für die typische Flussmündungsform des Deltas zu erkennen (Donau, Wolga, Kuban).

• Im Mittelmeerraum liegen zahlreiche Ruinenstätten, in der Karte sind etwa Babylon, Troja, Pergamon und Olympia verzeichnet.

• Griechenland umfasst 3504 Inseln, die zusammen rund ein Fünftel der Landesfläche ausmachen. Zwischen den griechischen Inseln verlaufen wichtige Fährlinien.

• Im Osten der Türkei und in Syrien sind sehr große Talsperren zu erkennen. Sie regulieren den Wasserhaushalt an Euphrat und Tigris und ermöglichen landwirtschaftliche Bewässerungssysteme.

• Der von Schiffen stark befahrene Bosporus verbindet das Schwarze Meer und das Mittelmeer. Er ist rund 30 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle weniger als einen Kilometer breit.

• Das Eiserne Tor liegt im Durchbruchstal der Donau durch den Karpatenbogen. Serbien und Rumänen haben dort eine Staumauer errichtet, um einen sicheren Schiffsverkehr zu ermöglichen. Sie betreiben dort außerdem Wasserkraftwerke.

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