Südeuropa - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 138 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 6.000.000
Südeuropa | Physische Karte | Physische Karte | Karte 138/1

Überblick

Der südwestliche Mittelmeerraum wird durch den Gegensatz zwischen den Gebirgslandschaften der Iberischen Halbinsel und Nordafrikas einerseits sowie dem Mittelmeer mit seinen Inseln und schmalen Küstensäumen andererseits bestimmt.

Die ältesten Gebirge stammen aus der variskischen Gebirgsbildungsphase (Zentralmassiv, Kern der Iberischen Halbinsel, Hochland der Schotts im Norden Algeriens).

Mit ihnen eng verzahnt sind die jüngeren Gebirge der alpidischen Gebirgsbildungsphase (Pyrenäen, Alpen, Apenninen, Er Rif, Atlas). Zwischen den Gebirgen oder in sie eingebettet liegen mancherorts weitläufige Ebenen (Po), Gräben (Rhône), Täler (Ebro) oder weitgespannte Becken (Kastilien). Diese Bereiche sind von besonderer Bedeutung für die Besiedlung und Wirtschaft; ähnliches gilt für die Küstensäume.

Die alpidische Gebirgsbildungsphase begann an der Wende von der Unter- zur Oberkreide vor rund 90 Mio. Jahren und erreichte vor rund 20 Mio. Jahren die höchste Aktivität der Hebung. Sie ist auf die Kollision der afrikanischen mit der europäischen Platte zurückzuführen und in Teilen des Mittelmeerraums noch nicht abgeschlossen, so in der Poebene, im Ionischen Meer südlich Kalabriens und im Lybischen Meer südlich von Kreta. Als Indizien dafür gelten auch der aktive Vulkanismus in Süditalien und die anhaltenden seismischen Aktivität in diesem Raum. Afrika und Europa wurden durch die Anfaltungen von Gebirgen miteinander verbunden. Das Mittelmeer ist ein Restmeer des ehemaligen, sich immer weiter schließenden Tethysmeers.

Während der alpidischen Phase erfuhr das übrige Europa eine gesteigerte Bruchtektonik. Beispiele sind das Einsinken des Oberrhein- und Rhônegrabens.

Besiedlung und Verkehr

Die Siedlungsgeschichte des Mittelmeerraumes ist sehr alt (s. 100.1). Als bevorzugte Siedlungsräume heben sich heute die Küsten ab, besonders eindrucksvoll am nördlichen Mittelmeer. Wie Perlen auf einer Schnur liegen dort zwischen der Straße von Gibraltar und Neapel zahlreiche Großstädte. Besondere Konzentrationspunkte sind die Costa Blanca, der Großraum Barcelona, die Umgebung des Rhône-Deltas sowie der Küstenstreifen Rom - Neapel - Salerno. Weitere Siedlungsschwerpunkte im nördlichen Mittelmeerraum sind die großen Flusstäler und Becken der Iberischen Halbinsel (zum Beispiel am Ebro und am Guadalquivier), die Täler von Garonne und Rhône sowie insbesondere die Poebene. Vergleichsweise wenige Städte in den Gebirgen bzw. den küstenfernen, oft sehr trockenen Landschaften im Inneren der Iberischen Halb-insel markieren den Gegenpol; eine Ausnahme bildet hier lediglich die spanische Hauptstadt Madrid. Die beschriebenen Gegensätze in der Besiedlung zeigen sich auch im Kleinen, etwa am Beispiel der Insel Sizilien. Am Mittelmeer liegen die am intensivsten genutzten Tourismusregionen Europas (s. 120.1).

In Nordafrika zeigt sich eine Orientierung auf die Küsten, aber auch auf die Übergangszone zwischen den großen Gebirgen und den Küstenebenen.

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Besonderheiten

• Der höchster Berg im Kartenbild ist der Mont Blanc mit 4810 Metern Höhe. Die größte Meerestiefe wird im Golf von Biscaya mit 5858 Metern erreicht.

• In der Straße von Gibraltar ist die Entfernung zwischen dem europäischen und dem afrikanischen Festland am geringsten. Die Meerenge ist an ihrer schmalsten Stelle nur 14 Kilometer breit und eine der meist befahrenen Schifffahrtspassagen weltweit.

• In Nordafrika sind Wadis, Salzpfannen und periodische bzw. episodische Flüsse zu erkennen.

• Die Flüsse Ebro, Rhône und Po bilden große Deltamündungen.Im Kartenbild sind mehrere kleine bzw. Zwergstaaten zu identifizieren. Andorra liegt in den Pyrenäen, Staatsoberhäupter sind dort gemeinsam der Staatspräsident Frankreichs und der Bischof von Urgell. Monaco ist ebenso wie Liechtenstein ein Fürstentum, das nicht zur EU gehört. San Marino ist eine Republik in Zollunion mit Italien. Oberhaupt von Vatikanstadt, des kleinsten Staats der Erde, ist der Papst.

• Melilla und Ceuta sind spanische Exklaven in Nordafrika.

• Gibraltar, nur 6,5 Quadratkilometer groß, ist heute ein britisches Überseegebiet (ehemals Kronkolonie), gehört aber formal nicht zu Großbritannien und war nie Teil der EU.

• Im Mittelmeerraum liegen zahlreiche Ruinenstätten, in der Karte sind zum Beispiel Pompeji, Selinunt und Karthago verzeichnet.

• Auf der Iberischen Halbinsel sind zahlreiche Talsperren und Kanäle zu erkennen. Sie speisen unter anderem die landwirtschaftlichen Bewässerungssysteme der Küstenregionen am Mittelmeer, ermöglichen aber auch die Nutzung für den Massentourismus.

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