Südamerika - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 228 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 18.000.000
Südamerika | Physische Karte | Physische Karte | Karte 228/1

Überblick

Im geologischen Bau und in der Oberflächengestalt Südamerikas bestehen große Ähnlichkeiten zu Nordamerika. Klima und Vegetation unterscheiden sich aber deutlich voneinander.

Im Westen erheben sich die jungen Hochgebirgsketten der Anden, die mit ihren fast 7000 Meter hohen Gipfeln zu den höchsten Faltengebirgen der Welt zählen. Die Anden bauen sich aus zahlreichen zueinander parallelen, durch Längstäler voneinander getrennten Ketten auf. Im Norden bilden sie eine geschwungene Linie in Form eines gespiegelten "S", die etwa in Höhe des 15. südlichen Breitengrades mit einem deutlichen Knick auf nord-südliche Richtung umschwenkt.

Im Bereich des peruanisch-bolivianischen Altiplano erreichen die Kordilleren mit 700 Kilometern Breite ihre größte West-Ost-Ausdehnung. Dort liegt in 3812 m Höhe der Titicacasee. Mehrere junge Vulkane wie der Ojos del Salado, mit 6880 m zweithöchster Andengipfel, zeugen von einer andauernden Tektonik. Darauf deutet auch der küstenparallel verlaufende Tiefseegraben im Pazifischen Ozean hin, nur rund 100 Kilometer von der Küste entfernt.

Die Anden laufen nach Süden hin in den Grenzgebirgen zwischen Chile und Argentinien und dem Inseln Feuerlands aus. Sie finden in geologischer Hinsicht ihre Fortsetzung in der Antarktischen Halbinsel (s. 202.1). Nach Norden hin finden sie ihre Fortsetzung in den Hochgebirgen Mittelamerikas, der Sierra Madre und den Rocky Mountains.

Südamerika östlich der Anden besteht im Wesentlichen aus alt- oder umgefalteten Landmassen, die einst zu der riesigen Kontinentalmasse Gondwanas gehörten. Aus weiten Ebenen, Becken und Tiefländern erheben sich das Hochland von Guayana und das Brasilianische Bergland. Während sich zwischen diesen beiden Hochländern das Amazonas-Tiefland erstreckt, trennt das Orinoco-Becken das Hochland von Guayana von den Anden.

Zwischen den alten Hochflächen im Osten und dem jungen Faltengebirge im Westen spannen sich im Inneren des Kontinentes weite Becken, in die seit der Auffaltung der Anden mächtige Sedimentschichten abgelagert werden. Markante Landschaften sind der Gran Chaco und die Pampa.

Besonderheiten

• Der höchster Berg im Kartenbild ist der Aconcagua zwischen Santiago und Buenos Aires (6961 m).

• Die größte Meerestiefe im Kartenbild liegt vor Antofagasta (-8066 m). Dort verläuft küstenparallel ein Tiefseegraben.

• Zwischen Orinoco und Amazonas bzw. Rio Negro besteht eine Flussbifurkation (das Wasser eines Flusses fließt in zwei unterschiedliche Flusssysteme ab).

• An der Ostküste sind typische Flussmündungsformen zu beobachten (Delta: u. a. Orinoco; Trichtermündung: Rio de la Plata).

• In den trockenen Ebenen Argentiniens sind Salzpfannen, ein Salzsee und jahreszeitlich Wasser führende Flüsse.

• Die Küstenformen im Süden Chiles erinnern an die Fjordküsten Norwegens. Die Küstengebirge sind dort vergletschert.

• Der Maracaibosee im Venezuela ist annähernd so groß wie Thüringen. Er ist über den Golf von Venezuela mit dem Karibischen Meer verbunden.

• Der Titicacasee ist einer der höchstgelegenen Seen der Erde. Er ist etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein und ist schiffbar. Durch den Titicacasee verläuft die Grenze zwischen Peru und Bolivien.

• In den Anden sind Orte indianischer Hochkulturen verzeichnet (u. a. Macchu Picchu, eine Ruinenstadt der Inka im heutigen Peru).

• Die Magellanstraße wurde im Jahr 1520 vom portugiesischen Seefahrer Fernão de Magalhães als erstem Europäer befahren. Bei der Durchquerung sahen die Seeleute nachts zahlreiche Feuer an Land. Sie gaben den Inseln südlich der Magellanstraße daher den Namen "Feuerland".

• Paraguay und Bolivien sind Staaten in Binnenlage.

• Im Kartenbild gibt es zahlreiche Beispiele für Grenzen, die entlang von Flüssen verlaufen (unter anderem in Paraguay, Uruguay und Kolumbien) oder auf Gebirgskämmen (Chile und Argentinien).

• Französisch-Guayana ist ein Überseedépartement, das etwas größer ist als Bayern. Die Europäische Weltraumorganisation betreibt dort einen Weltraumbahnhof.

• In der Karibik gibt es einige kleine Inseln, die als überseeische Territorien zu Frankreich, Großbritannien bzw. den Niederlanden gehören. Im Süden des Kontinents liegen die Falkland-Inseln, im Jahr 1982 Gegenstand kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Großbritannien und Argentinien.

• Im Brasilianischen Bergland sind zahlreiche Flüsse angestaut. Sie bilden die Grundlage für die Stromerzeugung aus Wasserkraft, die für Brasilien wirtschaftlich sehr bedeutsam ist (s. 230.1).

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Animation: Pazifikraum - Chile - Seebeben und Tsunami - Seebeben vor der chilenischen Küste am 27. Februar 2010

In dieser Animation wird der Verlauf des Tsunamis nach dem Beben vom 27.02.2010 gezeigt.
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