Rheinland-Pfalz - Geologie

Geologie

978-3-14-100857-9 | Seite 10 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Rheinland-Pfalz | Geologie | Geologie | Karte 10/1

Überblick

Der Norden von Rheinland-Pfalz wird von den devonischen Gesteinen des Rheinischen Schiefergebirges eingenommen, der Süden vom Perm des Saar-Nahe- und Pfälzer Berglandes sowie vom Buntsandstein des Pfälzerwaldes; im Saarland schiebt sich eine Zone mit Karbon dazwischen. Im Oberrheingraben dominieren junge Sedimente. Die Karte lässt sich gut mit der im gleichen Maßstab (1 : 1 000 000) erstellten Karte „Physische Übersicht Rheinland-Pfalz” vergleichen (http://www.diercke.de/s/100857_011_02).

Rheinisches Schiefergebirge

Das Rheinische Schiefergebirge gliedert sich linksrheinisch in Eifel und Hunsrück und rechtsrheinisch in Westerwald und Taunus. Es baut sich überwiegend aus Ablagerungen des Unterdevon auf. In der Eifeler Nord-Süd-Zone bei Gerolstein sowie in der Trierer Bucht greifen die Deckenschichten des Buntsandsteins auf das Eifel-Devon über.

Der Hunsrück wird nach Süden durch die Hunsrück-Südrandstörung begrenzt, an der sich vordevonische Gesteine abgelagert haben. Im Hunsrück liegt mit dem Erbeskopf (818 m) der höchste Berg von Rheinland-Pfalz. In der Hohen Eifel wird das Eifel-Devon durch mehr als 300 vulkanische Einzelstiele aus dem Eozän durchbrochen. Dazu zählt die Hohe Acht, mit 747 Metern der höchste Gipfel der Eifel. Rund um das Gebiet des Laacher Sees sowie im Neuwieder Becken liegen ausgedehnte Gebiete mit vulkanischen Ablagerungen des Quartärs.

Der Westerwald zählt zu den größten zusammenhängenden Vulkangebieten Deutschlands. Er baut sich aus übereinander gestapelten Basaltdecken auf, die rund 25 Mio. Jahre alt sind. Südlich der Lahn hat Rheinland-Pfalz Anteil am nördlichen Taunus.

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Nördlicher Oberrheingraben

Der Oberrheingraben sinkt bis heute ab und konnte große Mengen an jungen Ablagerungen aus der Erdneuzeit aufnehmen. In seinem nördlichen Abschnitt, dem Mainzer Becken und dem Alzeyer Hügelland, liegen überwiegend paläogene Sedimente an der Oberfläche. Dieses Gebiet sank wesentlich langsamer als der südliche Oberrheingraben, weswegen die hier abgelagerten Sedimente nur wenige Hundert Meter mächtig sind. Dagegen weisen die Sedimente weiter südlich Mächtigkeiten von mehreren Kilometern auf.

H. Kriegel

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Saar-Nahe-Bergland, Pfälzer Bergland und Pfälzerwald

Südlich des Hunsrücks schließt sich die Saar-Nahe-Senke an, die das Saar-Nahe-Bergland, das Pfälzer Bergland und das Saarland aufbaut. Das Gebiet hat sich seit dem Karbon zu einem Senkungsgebiet umgebildet und seitdem mehrere Tausend Meter Sedimente aufgenommen. Heute liegen mehr als 3000 Meter mächtige Sedimente des Rotliegenden an der Oberfläche. Sie werden großräumig von Ergussgesteinen durchsetzt. Den südwestlichen Teil der Saar-Nahe-Senke bildet das Saarland, in dem der Saarbrücker Hauptsattel Karbon an die Oberfläche gehoben hat.

Der Pfälzerwald baut sich aus Sedimenten des Buntsandsteins auf, die im Westen in Muschelkalk übergehen. Am Ostrand des Pfälzerwaldes liegt die Haardt, die sich durch eine markante Verwerfungslinie vom Oberrheingraben absetzt.

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