Paris - Stadtentwicklung - um 1700

London und Paris - Städtetourismus

978-3-14-100391-8 | Seite 87 | Abb. 5
Paris | Stadtentwicklung | London und Paris - Städtetourismus | Karte 87/5

Überblick

Paris ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankreichs. Mit 12,3 Millionen Einwohnern (2017) beherbergt die Metropolregion Paris, das heißt die dicht bevölkerte Region rund um Paris und die Stadt selbst, rund ein Fünftel der französischen Gesamtbevölkerung.

Historische Entwicklung

Die früheste Entwicklung der Stadt fand entlang der Seine statt. Ausgangspunkt der Stadtentwicklung war eine Passage über den Fluss im Bereich der Seine-Insel Île de la Cité, auf der bereits unter dem keltischen Stamm der Parisi in vorchristlicher Zeit eine befestigte Siedlung entstanden war. Auf den ältesten Plänen von Paris kann man bereits eine Unterteilung der Stadt in die Viertel Université, Cité und Ville de Paris erkennen. Mit „Université“ ist das Quartier Latin gemeint, das historische Universitätsviertel, das bis heute ein geistig-kulturelles Zentrum ist. Mit „Cité“ wird die Seine-Insel bezeichnet, wo sich der königliche Palast, die Kathedrale und andere öffentliche Einrichtungen befanden. „Ville“ kennzeichnet demgegenüber das bürgerliche Paris am nördlichen Seine-Ufer, das sich zum wirtschaftlichen Zentrum entwickelt hatte. Eine Stadtmauer entstand zwischen 1180 und 1210. Am Louvre wurde seit Beginn des 13. Jahrhunderts gebaut. Aber auch am Ostrand der mittelalterlichen Stadtummauerung entstanden Stadtpaläste des Königs und des Adels. Dieses Viertel entwickelte sich sogar zum bevorzugten Wohngebiet des Adels, wie die vielen Stadtpaläste belegen. Durch die umfangreichen Sanierungen der letzten Jahrzehnte ist dieses „Palastviertel“ zu einem der interessantesten touristischen Ziele der Innenstadt geworden. Im 17. Jahrhundert wurden die Befestigungsanlagen nördlich der Seine abgerissen. Zwischen den alten Stadttoren entstanden breite, von Bäumen gesäumte Boulevards (Prachtstraßen). Im 17. und 18. Jahrhundert verlagerten Adelige und reiche Bürger ihre Wohngebiete in die westlichen Viertel St-Honoré und St-Germain-des-Prés. Diese Stadtviertel entstanden rund um die neue Avenue des Champs Elysées und andere neu angelegte Prachtstraßen und Plätze.