Oberhof - Vom Kurort zum Wintersportzentrum - 1985

Oberhof - Raum im Wandel

978-3-14-100385-7 | Seite 29 | Abb. 1
Oberhof | Vom Kurort zum Wintersportzentrum | Oberhof - Raum im Wandel | Karte 29/1

Überblick

Oberhof ist eine Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Sie liegt am Kamm des Thüringer Waldes auf etwa 820 m Höhe.

Entwicklung seit 1990

Im Jahr 1996 wurde das Erlebnisbad „Rennsteig-Thermen Oberhof“ eröffnet. Abfahrtsläufern und Snowboardern steht ein 800 m langer Hang einschließlich Sessellift, Beschneiungsanlage und Flutlichtbetrieb zur Verfügung. 2000 erhielt Oberhof das Prädikat „staatlich anerkannter Luftkurort“. Ab dem Jahr 2002 wurden das ehemalige Hotel „Rennsteig“ und das „Ernst-Thälmann Haus“ abgerissen. Das den Ort prägende Hotel „Panorama“ muss dringend renoviert werden, eventuell will der Eigentümer es sogar schließen. Im Jahr 2009 wurde die DKB-Skisporthalle Oberhof fertiggestellt. Sie hat einen 1,9 km langen Rundkurs mit bis zu 12 Prozent Steigung, auf dem man auch im Sommer Langlaufskisport betreiben kann (siehe Foto auf S. 29). Oberhof ist heute ein bekanntes deutsches Wintersportzentrum mit 1630 Einwohnern. Zu den Besonderheiten gehört das Vorhandensein vieler Wintersportanlagen auf engstem Raum, so zum Beispiel die Sprungschanzen (Thüringenschanze, Jugendschanze), die DKB-Skisporthalle sowie die Rennrodelbahn Oberhof. Oberhof ist bekannt für sein Sportgymnasium. Es ist das Zentrum der Wintersport-Nachwuchsförderung in Thüringen und der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Besonders Skilangläufer kommen in der Stadt auf ihre Kosten, da es viele Kilometer gespurter Loipen in der Umgebung gibt. Zur Förderung des Sommertourismus wurde das Angebot weiter ausgebaut. So kann man von Mai bis September mit dem Sommerbob fahren, wandern, mountainbiken, im Hochseilgarten klettern oder auf dem Rennsteig-Radfernweg mit dem Fahrrad fahren. Zur ganzjährig nutzbaren touristischen Infrastruktur gehören außerdem zahlreiche Geschäfte, Gaststätten, Sportgeschäfte, das Wellnessbad H2Oberhof (siehe Foto auf S. 29), ein Exotarium (Aquarien-Terrarien-Zoo) und das Thüringer Wintersportmuseum. Obwohl sehr viele Fördergelder in den Ausbau der touristischen Infrastruktur geflossen sind, stagnieren die Besucherzahlen und sind seit einigen Jahren sogar rückläufig. Je nach Wetterlage im Winter hatte Oberhof jährlich 400 000–430 000 Übernachtungen in seinen etwa 3200 Gästebetten zu verzeichnen, 2017 waren es nur 355 000 (siehe auch Diagramm „Entwicklung der Übernachtungen [seit 2001]“ in 29.2). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist ebenfalls rückläufig und betrug 2017 2,7 Tage (siehe auch Diagramm „Entwicklung der Aufenthaltsdauer [seit 2001]“ in 29.2). Der Städtetourismus, zum Beispiel in Erfurt oder Weimar, boomt hingegen.

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