Nordamerika (nördlicher Teil) - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 216 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 18.000.000
Nordamerika (nördlicher Teil) | Physische Karte | Physische Karte | Karte 216/1

Überblick

Der nördliche Teil Nordamerikas lässt sich in vier Großlandschaften gliedern:

• Grönland und die Inseln des Nordpolarmeers,

• die jungen Faltengebirge der Rocky Mountains, der Alaskakette, des Küstengebirges und der Küstenkette einschließlich der eingelagerten Becken,

• die weiten Ebenen und Hügellländer der Great Plains, des Barren Grounds und des Kanadischen Schilds,

• die Appalachen.

Kleinere Landschaften mit eigenem Charakter sind die Inselkette der Alëuten, die flachen Küstenebenen Alaskas (zum Beispiel aufgeschüttet vom Fluss Yukon) und die Inseln westlich Labrador.

Grönland und die Inselgruppen im Nordpolarmeer liegen im Nordosten Amerikas. Die vom kalten Klima bestimmten Naturphänomene und Landschaftsformen - etwa Gletscher, Permafrost, Tundren - reichen auf den umliegenden Landmassen weit nach Süden. Die Ostküste Grönlands bleibt im Sommer meist von Treibeis umschlossen, die Nordostküste sogar von Packeis. Im Inneren Grönlands türmt sich das Gletschereis zu einem über 3000 Meter hohen Plateau. Die Westküste, an der die größten Siedlungen liegen, ist bis nördlich von Thule im Sommer meist eisfrei.

Die Polarzone ist vom Phänomen des Polartags bzw. der Polarnacht betroffen. Sie reicht bis zum nördlichen Polarkreis (66,5 Grad nördliche Breite).

Im Westen Nordamerikas prägen geologisch junge, von Norden nach Süden verlaufende Faltengebirge die Landschaft. Die Alaskakette ist das höchste dieser Gebirge. Das Küstengebirge, die Küstenkette und die Rocky Mountains weisen verbreitet Höhen bis etwa 3000 Meter auf, nach Süden hin auch darüber. Die Gebirgsgürtel finden im Süden ihre Fortsetzung in der Sierra Madre, den Hochgebirgen Mittelamerikas und den Anden in Südamerika, im Norden in der Alëutenkette. Sie erreichen im Bereich des Großen Beckens ihre größte Breite. Auch südlich davon sind immer wieder große Plateaus, Hochländer und Becken zwischen die Gebirge eingelagert. Die Gebirge sind von großem Einfluss auf die klimatischen Bedingungen, da sie wie ein Riegel auf die dominierende Westströmung der mittleren Breiten wirken. An der Westküste kommt es verbreitet zu Steigungsregen, das Innere der Gebirge ist verbreitet sehr trocken.

Der beschriebene Gebirgsgürtel ist im Westen an den geologisch alten, tektonisch stabilen Kanadischen Schild angefaltet worden. Dieser besteht zum einen aus weiten Ebenen, die zum Teil reich an großen Seen sind und von zahlreichen Flüssen durchströmt werden; die größten unter ihnen sind der Yukon, der Mackenzie und der Missouri. Im Osten werden die fünf Großen Seen durch den St.-Lorenz-Strom mit dem Atlantik verbunden.

Zum anderen gehören auch die Appalachen zu den geologisch alten Teilräumen Nordamerikas. Sie sind deutlich niedriger als etwa die Rocky Mountains und haben wegen ihrer natürlicherweise geschlossenen Bewaldung einen anderen naturräumlichen Charakter.

Besonderheiten

• Der höchster Berg im Kartenbild ist der Mount McKinley in Alaska (6194 m).

• Grönland ist fast vollständig vergletschert. Die Insel ist rund 6-mal so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa 56 000 Einwohner.

• Die Hudson-Bay ist ein relativ flaches Randmeer des Atlantischen Ozeans. Sie ist rund 3,4-mal so groß wie Deutschland bzw. rund 3-mal so groß wie die Ostsee.

• Die Westküste am Pazifik ist stark gegliedert und erinnert an die Fjordküsten Norwegens.

• Die Großen Seen nehmen eine Gesamtfläche ein, die etwa 70 Prozent der Landesfläche Deutschlands entspricht. Der größte dieser Seen, der Obere See, übertrifft der Fläche nach Bayern deutlich.

• Im Nordpolarmeer sind zahlreiche Landschaften nach europäischen und amerikanischen Forschern benannt, die die Region im 19. und 20. Jahrhundert erkundet haben (unter anderem Peary, Amundsen; s. 205.6).

• Namen wie New York, Québec und Montréal verweisen auf die Geschichte der Entdeckung und Inbesitznahme durch europäische Mächte.

• Die doppelte Namensgebung in Nordostkanada und auf Grönland (zum Beispiel Iqaluit bzw. Frobisher Bay, Nuuk bzw. Godthåb) verweist auf die indigene Bevölkerung der Region. Von den rund 4 Mio. Menschen, die dauerhaft nördlich des 60. Breitengrades leben, sind rund ein Fünftel Nachfahren der Ureinwohner dieses Lebensraums, darunter Inuit, Angehörige der First Nations oder der Alaska Natives.

• Die Niagarafälle sind 57 Meter hohe Wasserfälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada bzw. zwischen dem Eriesee und dem Ontariosee. Für die Schifffahrt gibt es dort einen Umgehungskanal.

• Über den St.-Lorenz-Strom entwässern die Großen Seen in den Atlantik. Er ist durch Schleusen, Kanäle und Staudämme als Schifffahrtsstraße ausgebaut. Seine Länge entspricht etwa der Entfernung Hamburg - München (Luftlinie). Durch ihn können Hochseeschiffe bis weit ins Landesinnere fahren.

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