Maloelap (Marshallinseln) - Verwundbarkeit eines Atolls

Erde

978-3-14-100870-8 | Seite 17 | Abb. 6 | Maßstab 1 : 400.000
Maloelap (Marshallinseln) | Verwundbarkeit eines Atolls | Erde | Karte 17/6

Überblick

Das Maloelap-Atoll liegt nördlich des Äquators in der Zone der Tropen. Die vorherrschende Windrichtung ist aufgrund der Passatzirkulation Nordosten.

Atolle sind ringförmige oder ovale Korallenriffe mit über den Meeresspiegel aufragenden Inseln und einer Lagune in der Mitte. Steinkorallen und Kalkalgen bilden die Lebensgemeinschaft Riff. Für das Gedeihen der Korallenriffe sind bestimmte ökologische Bedingungen erforderlich: Das Meerwasser muss eine Mindesttemperatur von 20 °C und einen Salzgehalt um 3,5 Prozent aufweisen, außerdem sollte es sauerstoffreich, stark bewegt und ausreichend belichtet sein. Korallen kommen bis in eine Wassertiefe von 25 Metern vor.

Die Entstehung von Atollen wird mit einer Theorie von Charles Darwin erklärt. Während des langsamen Absinkens einer Vulkan-insel bildet sich zuerst ein Saumriff, dann ein Barriereriff. Die Riffe bestehen aus den Skeletten abgestorbener Korallen. Das Riffwachstum von 1 bis 25 Millimetern pro Jahr hält mit dem Absinken Schritt, sodass die Riffoberfläche immer nahe der Meeresoberfläche bleibt. Wenn schließlich die Vulkaninsel ganz abtaucht, tritt eine Lagune an ihre Stelle. Sie besitzt auf der Leeseite mehrere Durchlässe zum offenen Meer, durch die in die Lagune eingedrungenes Wasser wieder ablaufen kann. Sie dienen Schiffen als Einfahrt in die Schutz bietende Lagune.

Die Landfläche des Atolls wird von schmalen, lang gestreckten Inseln gebildet. Sie ist sehr klein: Das Maloelap-Atoll hat bei einer Lagunenfläche von 973 Quadratkilometern (etwas größer als Berlin) nur etwa 10 Quadratkilometer Landfläche (1400 Fußballfelder). Aufgrund der kargen Lebensbedingungen sind abseits gelegenen Atolle nur gering bevölkert. Auf Maloelap leben rund 800 Menschen. Die wirtschaftliche Grundlage bilden der Anbau von Kokospalmen und Taro sowie das Sammeln von Meerestieren.

Der die Lagune umgebende Kranz aus Riffen wirkt wie ein Wellenbrecher. Er ragt mit einzelnen Inseln ein bis vier Meter über die Hochwasserlinie heraus. Die geringe Höhe über dem Meeresspiegel erklärt die besondere Gefährdung des Atolls und seiner Bewohner durch den Meeresspiegelanstieg. Es besteht die Gefahr, dass das Wachstum des Riffs nicht mit dem Meeresspiegelanstieg Schritt halten kann. Dann können die Riffe ihre Funktion als Wellenbrecher nicht mehr wie ursprünglich wahrnehmen, wodurch die Gefahr von Überflutungen bei Stürmen steigt. Bereiche mit heute bis 70 Zentimetern Höhe über dem Meeresspiegel könnten bis zum Ende des Jahrhunderts sogar dauerhaft überflutet werden.

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