Mainz - Landeshauptstadt

Mainz - Verwaltung und Bevölkerung

978-3-14-100390-1 | Seite 29 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 15.000
Mainz | Landeshauptstadt | Mainz - Verwaltung und Bevölkerung | Karte 29/4

Überblick

Mainz ist die Landeshauptstadt und mit 217 100 Einwohnern (Stand Dezember 2018) auch die größte Stadt von Rheinland-Pfalz. Zudem bildet Mainz eines der fünf Oberzentren des Landes (neben Ludwigshafen, Koblenz, Trier und Kaiserslautern). Gemeinsam mit der benachbarten hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden stellt Mainz sogar ein länderübergreifendes Doppelzentrum dar. Die Grenze zwischen den beiden Landesmetropolen markiert der Rhein.

Stadtentwicklung

Die Wurzeln von Mainz reichen über 2000 Jahre zurück. Die eigentliche Stadtentwicklung begann mit einem römischen Legionslager, das 13–12 v. Chr. gegenüber der Mainmündung in den Rhein angelegt wurde. Um dieses Lager gruppierten sich erste Siedlungen. Im 1. Jahrhundert nahm der Statthalter der römischen Provinz Germania Superior dort seinen Sitz. Um das Jahr 450 gaben die Römer die Stadt auf, die bis dahin Mogontiacum hieß.

 

Im Mittelalter entwickelte sich Mainz aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage am Rhein zu einem bedeutenden Handelsplatz. Die zentrale Funktion der Stadt wurde 782 mit der Einrichtung eines Erzbistums unterstrichen, dessen Erzbischöfe später als Kurfürsten eine große politische Machtfülle erhielten. Ende des 10. Jahrhunderts begann der erste Bauabschnitt des Doms. 1184 lud Kaiser Friedrich I. Barbarossa zum Hoftag, der als eines der prächtigsten Feste der Epoche in die Geschichte einging.

 

Ab 1244 war Mainz Freie Stadt, bis sie 1462 Residenzstadt des Kurfürsten wurde und die Bürger ihre Privilegien wieder verloren. Den Beginn der Neuzeit erlebte Mainz mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg (um 1450) und der Gründung der Universität (1477). Ab dem folgenden Jahrhundert wurde die mittelalterliche Stadtmauer durch eine moderne Befestigungsanlage ersetzt.

 

Erst 1872 wurde im Norden die Mauer geschleift und die Neustadt entstand. In der Karte liegt das Gebiet nordwestlich der breiten Kaiserstraße. Gut zu erkennen ist der Unterschied zwischen dem unregelmäßigen Straßenverlauf der Altstadt und dem Schachbrettgrundriss der geplanten Erweiterung. Gesichert wurde die erweiterte Stadt durch eine neue Mauer. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden sämtliche Befestigungswerke in Mainz beseitigt. Der Zweite Weltkrieg brachte dann die Katastrophe, da 80 Prozent der Stadt zerstört wurden. Die Grenzziehung zwischen der französischen und US-amerikanischen Besatzungszone im Rhein führte dazu, dass Mainz seine rechtsrheinischen Stadtteile und damit über ein Fünftel seiner Bevölkerung und die Hälfte seiner Fläche verlor.

 

Neue Impulse bekam die Stadt, nachdem sie 1950 zur Hauptstadt von Rheinland-Pfalz bestimmt wurde. Mit der Ansiedlung des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) entwickelte sich Mainz ab den 1960er-Jahren zur Medienstadt.

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Flächennutzung in der Innenstadt

Der mittelalterliche Kern von Mainz wird begrenzt durch die Bahnlinie im Westen und Süden, durch den Rhein im Osten und durch die Kaiserstraße im Norden. In diesem Kernbereich erstreckt sich das Hauptgeschäftszentrum, das durch S-Bahn, Straßenbahn sowie zahlreiche Parkhäuser gut erreichbar ist. Zwischen Ludwigstraße und Große Bleiche zieht sich zudem die Fußgängerzone, die in den letzten Jahren renoviert wurde.

 

Im Nordosten konzentrieren sich die Gebäude der Landesregierung, darunter der Landtag und die Staatskanzlei. Über die Innenstadt verteilt liegen die kulturellen Einrichtungen von Mainz, von denen besonders das Kurfürstliche Schloss mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum, das Gutenbergmuseum und der Dom überregionale Bedeutung haben.

 

Die Neustadt wurde durch drei Achsen an die Altstadt angeschlossen, die heute durch die Boppstraße, die Hindenburgstraße und die Rheinallee markiert werden. Westlich/südwestlich der Bahnlinie befinden sich die Institute der Johannes Gutenberg-Universität sowie die Universitätskliniken.

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