Israel - Staatliche Entwicklung - 1949

Siedlung und Landnutzung

978-3-14-100870-8 | Seite 177 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 6.000.000
Israel | Staatliche Entwicklung | Siedlung und Landnutzung | Karte 177/3

Überblick

In Palästina, das nach dem Ersten Weltkrieg unter britisches Mandat gestellt worden war, sollten nach dem Teilungsplan der neu gegründeten Vereinten Nationen ein jüdischer und ein arabischer Staat sowie ein international verwaltetes Gebiet rund um den Großraum Jerusalem entstehen. Auf der Grundlage dieses Teilungsplans von 1947 erfolgte am 14. Mai 1948 die Gründung des Staates Israel, der jedoch sogleich von seinen Nachbarn angegriffen wurde. Die Versuche der arabischen Staaten, die Staatsgründung militärisch zu verhindern, endeten nach monatelangen Kämpfen mit einem israelischen Sieg (Waffenstillstandslinie von 1949). Israel hatte bedeutende Gebiete, die nach dem Teilungsplan einem arabischen Staat gehören sollten, erobert. Viele arabische Palästinenser flohen oder wurden vertrieben. Sie wichen nach Jordanien aus - das die westlich des Jordans gelegenen arabischen Gebiete eingenommen hatte (und 1950 annektierte) - oder nach Ägypten, das den Gazastreifen verwaltete. Arabische Guerillatruppen, die gegen ihre Vertreibung kämpften, schlossen sich 1964 auf Initiative Ägyptens zur Palästinensischen Befreiungsfront (PLO) zusammen und verübten von Jordanien und dem Libanon aus Sabotageakte und Überfälle auf israelisches Gebiet.

Durch diese Attentate, die israelischen Vergeltungsschläge und die Einmischung arabischer Nachbarländer spitzte sich der Nahostkonflikt so zu, dass sich Israel im Juni 1967 zu einem Präventivschlag entschloss. Im Sechstagekrieg (Junikrieg) besetzte es den Osten Jerusalems und das Westjordanland, den Gazastreifen, die Golanhöhen und die Halbinsel Sinai. Als die Waffen nach sechs Tagen an allen Fronten ruhten, hatten die arabischen Armeen eine schwere Niederlage hinnehmen müssen (auch die PLO, die sich 1968 unter Jasir Arafat reorganisierte). Die UNO reagierte auf die israelischen Eroberungen, die weltweit Proteste auslösten, damit, dass sie den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten verlangte und diese Forderung mit dem Existenzrecht Israels verknüpfte.

Israels Weigerung, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen, löste 1973 den Jom-Kippur-Krieg aus, benannt nach dem jüdischen Versöhnungsfest Jom Kippur (6.10.1973), an dem ägyptische und syrische Truppen einen Überraschungsangriff auf Israel starteten. Die Kämpfe endeten am 24. Oktober mit einer von UN-Friedenstruppen überwachten Waffenruhe. Unter Vermittlung von US-Außenminister Henry Kissinger handelte Israel mit Ägypten und Syrien ein Abkommen aus, das zur Einrichtung einer UN-Sicherheitszone zwischen den Konfliktparteien führte. Erst 1979 erreichte US-Präsident Jimmy Carter die Unterzeichnung eines ägyptisch-israelischen Friedensvertrages, der die schrittweise Räumung des Sinai garantierte.

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