Hamburg - Altstadt und HafenCity

Hamburg - Hafenstadt

978-3-14-100803-6 | Seite 35 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 25.000
Hamburg | Altstadt und HafenCity | Hamburg - Hafenstadt | Karte 35/3

Überblick

Das Hamburger Stadtgebiet hat eine lange Siedlungsgeschichte. Ein Schlüsselereignis war die Verleihung des Hafenrechts an die zwischen Alster und Elbe liegende Handels- und Marktsiedlung (1189 durch Kaiser Friedrich I.).

Die führende Rolle, die Hamburg in der Hanse einnahm, war Ausdruck der Bedeutung der Stadt im ausgehenden Mittelalter. Das Gebiet der Altstadt wurde von Bürgerhäusern, Handelskontoren, Lagern, den markanten Stadtkirchen sowie repräsentativen Gebäuden wie dem Rathaus, der Börse (1558 gegründet) und dem ersten deutschen Opernhaus (1678 gegründet) bestimmt. Die Phase der Industrialisierung führte zu ersten ausgedehnten Stadterweiterungen, die heute an der Speicherstadt südlich der Altstadt (ab 1866) und den Bahnanlagen am Ring der ehemaligen Wallanlagen zu erkennen sind. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kaianlagen im heutigen Hafengebiet südlich der Elbe in Betrieb genommen.

Einen schweren Einschnitt brachten die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, nach denen die Innenstadt weitgehend neu erbaut wurde. Typisch ist heute die Dominanz der Büro- und Geschäftsnutzung in der City. Sie ist auch kulturelles Zentrum der Region mit Einrichtungen wie der Kunsthalle, Museen oder der neuen Elbphilharmonie. Die Wohnnutzung ist in der City weitgehend zurückgedrängt, eine Ausnahme bildet innerhalb des Ringes der Wallanlagen das Viertel rund um die St. Michaeliskirche westlich der Altstadt.

Die HafenCity

Südlich der Altstadt entstand ein ganzer Stadtteil neu. Die Revitalisierung dieser Flächen steht beispielhaft für die planerischen Ansätze des räumlichen Leitbildes der Stadt. Sie orientiert sich auch an erfolgreichen Beispielen in anderen Wirtschaftsmetropolen, etwa den Docklands in London. Mitte 2014 waren in der HafenCity 56 Projekte fertiggestellt, weitere 49 Projekte befanden sich in Bau oder in Planung.

Die Flächen der HafenCity befanden sich zu Projektbeginn zu 90 Prozent im Eigentum der Stadt, sodass ein umfassendes Planungskonzept möglich wurde. Prägend für die HafenCity ist die Mischung verschiedenster Funktionen, die von Büros öffentlicher und privater Dienstleister über Wohnquartiere bis hin zu Kultur- und Freizeitstandorten reicht. Der Stellenwert der öffentlichen Verkehrsmittel, eine angestrebte soziale Mischung der Bevölkerung, kurze Wege zu Arbeitsstätten und Einrichtungen des täglichen Bedarfs und ein teilweise hoher Gebäudestandard hinsichtlich der Energieeffizienz sind Elemente, die als beispielhaft für die nachhaltige Gestaltung eines Stadtquartiers gelten.

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