Europa - Verkehr und Transport

Europa - Verkehr und Energie

978-3-14-100389-5 | Seite 88 | Abb. 1
Europa | Verkehr und Transport | Europa - Verkehr und Energie | Karte 88/1

Überblick

Leistungsfähige Verkehrsknotenpunkte und -netze sind für einen hoch entwickelten Raum und seine Wirtschaft eine notwendige Voraussetzung. Die größte Vielfalt an Verkehrsträgern, zahlreiche Einzelstandorte und die größte Netzdichte sind im dicht besiedelten wirtschaftlichen Kernraum der EU zu beobachten. In peripheren Regionen ist der Verkehr meist auf wenige Standorte und Trassen beschränkt, das Netz ist dort weitmaschig.

Straßenverkehr

Bei der Pkw-Dichte zeigt sich ein Gegensatz zwischen zwei Räumen: West-, Nord-, Mittel- und Südeuropa auf der einen Seite und die neuen Mitgliedsländer der EU, Südost- und Osteuropa sowie die Türkei auf der anderen Seite. Ausnahmen stellen dabei nur Tschechien sowie die baltischen Staaten Litauen und Estland mit einer vergleichsweise hohen Pkw-Dichte dar. Hintergründe liegen zum einen in der Geschichte – in den ehemaligen COMECON-Staaten war die Pkw-Dichte zum Zeitpunkt der politischen Wende 1990 deutlich geringer als in Westeuropa. Zum anderen machen sich der Stand der wirtschaftlichen Entwicklung und die Einkommen der Bevölkerung bemerkbar. Auch beim Ausbau der Fernstraßen ist hinsichtlich Qualität (Autobahn/Schnellstraße bzw. sonstige Fernstraße) und Netzdichte im Wesentlichen der oben beschriebene Gegensatz zu beobachten.

Periphere Verkehrsräume

An den zentralen Verkehrsraum der EU schließen sich Hauptachsen in Richtung Südfrankreich (Rhôneschiene), Norditalien (siehe auch Karte 54.2 „Alpentransit“), Skandinavien (über Hamburg – Kopenhagen/Malmö), Osteuropa (über Hannover – Berlin – Warschau/Krakau) sowie Südosteuropa (über Stuttgart – München – Wien – Budapest) an. Im Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer zeigt sich eine Orientierung auf einzelne Standorte entlang der Küsten mit See- und Flughäfen, von denen aus Fernstraßen und Bahnlinien das jeweilige Hinterland erschließen. Erschwerte Bedingungen für die Verkehrserschließung ergeben sich bei peripherer Lage (z. B. in Nordskandinavien), für Inselstaaten (wie Island), bei einer großen Ausdehnung des jeweiligen Landes (z. B. Russland) oder bei gebirgigem Relief (z. B. Italien).

Zentraler Verkehrsraum

Die Karte zeigt als zentralen Verkehrsraum einen Streifen, der sich von Südengland über Nordfrankreich, Paris und die Beneluxstaaten entlang der Rheinschiene südwärts erstreckt und auch die nordwestdeutschen Küstenstandorte Bremen und Hamburg umfasst. Dieser Raum entspricht Teilen der Blauen und der Gelben Banane in wirtschaftsgeographischen Raummodellen. Im zentralen Verkehrsraum der EU liegen … – sechs Großflughäfen (darunter die vier größten des Kontinents; siehe auch Karte 47.3 „Frankfurt am Main – Flughafen“) – mehrere Drehkreuze des Seeverkehrs (darunter die vier größten des Kontinents; siehe auch Karte 47.2 „Hamburg – Hafen“) – der größte Binnenhafen Europas (Duisburg) – zahlreiche Binnenwasserstraßen – das dichteste Fernstraßen- sowie Eisenbahnnetz des Kontinents (v. a. das Rückgrat des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Bahn). Aufwendige Bauwerke wie der 1994 eröffnete, 50 Kilometer lange Eurotunnel zwischen Frankreich und England unterstreichen die Bedeutung dieses Raumes.

Basiskarte

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