Europa - Bodennutzung vor 2000 Jahren

Europa - Vegetation und Landwirtschaft

978-3-14-100870-8 | Seite 117 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 40.000.000
Europa | Bodennutzung vor 2000 Jahren | Europa - Vegetation und Landwirtschaft | Karte 117/3

Überblick

Vor 2000 Jahren wurden die größten Teile Europas von Waldlandschaften dominiert. An die Zone des nördlichen Nadelwaldes im nahezu unbesiedelten Norden schloss sich eine ausgedehnte Zone sommergrüner Laub- und Mischwälder an. Im Norden bzw. Osten von Donau und Rhein bildeten sie einen dichten Urwald, der von germanischen Völkern nur inselhaft besiedelt wurde.

Ein wesentlicher Grund für die minimalen Rodungen dort war die geringe Bevölkerungsdichte. Um die Zeitenwende lebten auf der Erde geschätzt 300 Mio. Menschen, weniger als ein Viertel der Bevölkerung Chinas, und besonders gering war sie im noch gar nicht urbanisierten Germanien. Die Ackerbauern in West-, Mittel- und Osteuropa siedelten bevorzugt auf fruchtbaren Lössböden, wobei sie stark von der Erfindung des Eisens profitierten, das die Herstellung von Pflügen und härteren Sensen, Sicheln und Messern ermöglichte. Angebaut wurden unter anderem Gerste, Emmer, Dinkel, Hirse, Roggen und Hafer. Ein wichtiges Haustier der Germanen war das Schwein, wobei die Schweinezucht auf der Waldweide in den ausgedehnten Wäldern beruhte. Ansonsten wurden, abhängig von den jeweiligen Umständen, Rinder, Ziegen und Schafe, Pferde und Geflügel gehalten.

Stärker als in Germanien waren die Rodungen auf dem Gebiet des Römischen Reiches im Westen und Süden von Rhein und Donau fortgeschritten. Mit den Stadtgründungen der Römer und dem Ausbau eines Wegenetzes entwickelte sich dort nicht nur eine größere Nachfrage nach dem Rohstoff Holz, sondern auch eine leistungsfähige Landwirtschaft zur Versorgung der Städte und der Heerlager mit oft mehreren tausend Legionären. Wichtige Produkte der römischen Landwirtschaft außer Fleisch waren verschiedene Getreidesorten, Olivenöl, Feigen, Wein, Datteln und Honig, aber auch Flachs, Wolle, Kork und Häute.

Sehr dicht besiedelt - und von den ersten Hochkulturen unter anderem der Hethiter, Ägypter, Phönizier, Perser und Griechen bereits weitflächig entwaldet - waren die Küstenstreifen rund um das Mittelmeer, in denen sich viele bedeutende Städte der Epoche konzentrierten.

Graphiken

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Häufige Bodenprofile in Europa

Podsol, Parabraunerde und Schwarzerde als häufige Bodenprofile in Europa
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