Eurasien - Physische Übersicht

Eurasien - Orientierung

978-3-14-100870-8 | Seite 152 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 36.000.000
Eurasien | Physische Übersicht | Eurasien - Orientierung | Karte 152/3

Überblick

Die markanten Hochgebirgszüge Zentralasiens und die Exposition zu den Küsten verursachen eine intensive Überprägung der landschaftszonalen Gliederung und tragen zur Ausprägung sehr gegensätzlicher Landschaftsräume bei. Auffällig sind neben dem breiten Gürtel hoher, geologisch junger Gebirgszüge die ausgedehnten Trockenräume und Hochländer im Inneren des Kontinents, die Archipele und langgezogenen Inselbögen im Osten und der Subkontinent Indien.

Europa, West- und Südasien

Das Uralgebirge und der Uralfluss werden als wichtigste naturräumliche Grenzlinien zwischen Asien und Europa angesehen, zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer ist es die Manytschniederung nördlich des Kaukasus.

In West- bzw. Vorderasien trennen Kaukasus und Taurus das Osteuropäische Tiefland vom Zweistromland und der wüstenhaften Arabischen Halbinsel ab. Im Hochland von Iran erfährt der zentrale asiatische Gebirgsgürtel eine Aufweitung, deren Inneres Wüsten bilden; nördlich von Elburs und Kopet-Dag liegen die weiten Ebenen Mittelasiens. Der Himalaya markiert die Grenze zwischen dem Hochland von Tibet und dem indischen Subkontinent, der weiter untergliedert wird in die Stromebenen, das Hochland von Dekkan und die Gebirgszüge der Ghats. Der Kunlun Shan leitet nördlich des Hochlandes von Tibet zu den Landschaften der geologisch älteren Gebirge, Hochländer und Becken Zentralasiens über.

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Ostasien

Ostasien wird vom Gegensatz zwischen den Gebirgen, Hochländern (Tibet) und wüstenhaften Becken (Gobi, Tarim, Qaidam, Dsungarei) Zentralasiens einerseits und der fruchtbaren, dicht besiedelten Großen Ebene andererseits bestimmt. Auch die Flussdeltas der großen Ströme, vor allem am Mekong, sind der Großen Ebene als Gunsträume vergleichbar. Innerhalb der Gebirgsketten nimmt das dicht besiedelte Rote Becken eine Sonderstellung ein.

Zur Küste hin werden die Gebirge Ostasiens niedriger, erreichen aber immer noch bedeutende Höhen (Annam, Wuyi Shan). Die Halbinsel Korea, der japanische Archipel und die Hauptinsel Taiwans haben einen ausgesprochen gebirgigen Charakter.

Das Landesinnere Japans ist weitgehend von Wäldern bedeckt, lediglich die Talböden einiger Flusstäler werden landwirtschaftlich genutzt. Es gibt nur wenige Küstenebenen - wie um Tokio -, und einen relativ schmalen Küstensaum, wodurch der Siedlungsraum begrenzt ist und stark mit der Nutzung durch die Landwirtschaft konkurriert. Ein besonderes Problem Japans ist die Gefährdung durch Erdbeben und Tsunamis (s. 169.4). Die aktive Tektonik wird auch an der Zahl der Vulkane deutlich; östlich der Hauptinseln verläuft ein Tiefseegraben.

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Nordasien

Nordasien reicht von den Küsten des Nordpolarmeeres bis zur Kasachischen Schwelle und den Randgebirgen der Hochländer und Becken Zentralasiens (Altai, Sajan, Jablonowygebirge) im Süden. In west-östlicher Richtung erstreckt es sich vom Ural im Westen bis zum Pazifik im Osten. Es ist von seiner Oberflächengestalt und von seiner Entstehung her dreigeteilt: Neben dem aus dem Erdaltertum stammenden Westsibirischen Tiefland zwischen Ural und Jenissej gibt es das geologisch ebenfalls alte Mittelsibirische Bergland zwischen Jenissej und Lena (Mittelgebirge, Angara-Schild) sowie die jungen Kettengebirge östlich der Lena einschließlich Kamtschatka und Sichote-Alin mit zum Teil aktiver Tektonik. Die Inseln im Nordpolarmeer sowie die aufgeschütteten Küstenebenen, die nur selten größere Ausdehnungen erreichen, bilden eigene räumliche Einheiten. Tundren und boreale Nadelwälder, in Westsibirien auch ausgedehnte Sümpfe, prägen großräumig das Bild der Landschaft, die mit Ausnahme des Südostens sehr dünn besiedelt und nur entlang weniger Trassen für den Verkehr erschlossen ist.

Südostasien

Südostasien besteht aus zahlreichen, meist gebirgigen Inseln, der Halbinsel Malakka und einem im Wesentlichen von Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam eingenommenen Festlandzipfel im Norden. Naturräumlich ergeben sich dort durch Gebirgsbarrieren und die klimatische Grenze zwischen Tropen und Subtropen klare Abgrenzungen zu Ost-, Zentral- und Südasien.

Typisch ist die hohe Intensität tektonischer Aktivitäten - zum Beispiel Vulkanismus, Erdbeben - innerhalb der geologisch jungen, an Plattengrenzen liegenden Inselgruppen. Diese betrifft insbesondere jene Plattenränder, die an Tiefseegräben grenzen, wie im Falle der Philippinen. Borneo dagegen bildet einen relativ stabilen Kern. Auf großen Inseln wie Sumatra zeigt sich ein Gegensatz zwischen Gebirgszügen mit oft beträchtlichen Höhen und ausgedehnten, oft sumpfigen Ebenen. Durch einen Vergleich Borneos und Javas wird augenfällig, wie naturräumliche Gegebenheiten die Besiedlungsdichte beeinflussen.

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Animation

Animation: Pazifikraum - Seebeben & Tsunami - Japan 2011 - Seebeben vor der japanischen Küste am 11. März 2011

In dieser Animation wird der Verlauf und die Wellenhöhe des Tsunamis nach dem Beben vom 11.03.2011 gezeigt. Die Daten beruhen auf Vorhersagewerten der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) nach dem Erdbeben vom 11. März 2011.
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