Erde - UN-Ziel Entwicklungszusammenarbeit - Erde

Erde - Staatengemeinschaften

978-3-14-100870-8 | Seite 32 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 140.000.000
Erde | UN-Ziel Entwicklungszusammenarbeit | Erde - Staatengemeinschaften | Karte 32/2

Überblick

Die Entwicklungszusammenarbeit der Vereinten Nationen hat das Ziel, einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse weltweit zu leisten; sei es durch Kapitalhilfe, humanitäre Hilfsmaßnahmen, Beratung und Unterstützung auf technischem Gebiet, Bereitstellung von Fachkräften, Infrastrukturmaßnahmen oder Handelshilfen.

Nach UN-Angaben sind die Ausgaben für Entwicklungshilfe zwischen 2000 und 2014 um mehr als die Hälfte gestiegen. Erfolge zeigen sich vor allem bei der Bekämpfung der Armut, die in den letzten 25 Jahren deutlich zurückgegangen ist. Gab es 1990 weltweit 1,93 Mrd. Menschen, die von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag leben mussten, waren es 2015 "nur noch" 836 Mio. Eine Schlüsselrolle bei der Verringerung der Armut hatten die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Erde, China und Indien, in denen die Armutsquote zwischen 1990 und 2015 massiv gesunken ist; in Ostasien von damals 61 Prozent auf nur noch 4 Prozent, in Südasien von 57 auf 17 Prozent. Rund 80 Prozent aller absolut armen Menschen konzentrieren sich heute auf zwei Regionen: Südasien und Afrika südlich der Sahara.

Entwicklungspolitik im Rahmen der EU

Aufgrund ihres relativen Wohlstands und der historischen Beziehungen zu Ländern in ehemaligen Kolonialgebieten ist die Europäische Union ein entscheidender Akteur der Entwicklungspolitik mit einem Anteil von über 50 Prozent an der internationalen Entwicklungshilfe; 2014 stellte sie 58,2 Mrd. Euro zur Verfügung. Die Beiträge von Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden und Großbritannien übertrafen sogar die Zielwerte der Vereinten Nationen (in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens). Bedeutende Geberländer außerhalb der EU sind vor allem die USA, Japan, Kanada, Australien, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Das Hauptinstrument für die Finanzierung der europäischen Entwicklungszusammenarbeit mit den AKP-Staaten (Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten einschließlich der europäischen Überseeterritorien) ist der Europäische Entwicklungsfonds. Der EEF wird nicht aus dem EU-Haushalt finanziert, sondern direkt durch Beiträge der Mitgliedsstaaten. Das Volumen des aktuellen EEF (Laufzeit 2014 bis 2020) liegt bei 30,5 Mrd. Euro, wobei Deutschland mit einem Finanzierungsanteil von 20,58 Prozent das größte Geberland ist.

Die europäische Entwicklungszusammenarbeit mit Ländern, die nicht zu den AKP-Staaten zählen, wird aus dem EU-Haushalt finanziert. Zu diesem Zweck gibt es drei Finanzierungsinstrumente:

• das Finanzierungsinstrument für Entwicklungszusammenarbeit (DCI) mit Asien, Lateinamerika, Südafrika und anderen Staaten,

• das Europäische Nachbarschaftsinstrument (ENI) zur Finanzierung der Europäischen Nachbarschaftspolitik mit den Mittelmeeranrainern und osteuropäischen Nachbarn der EU,

• das Stabilitätsinstrument (IfS) für Konfliktprävention, Krisenmanagement und Friedenssicherung.

Überdies werden aus dem EU-Haushalt Initiativen zu Politikfeldern wie Demokratie und Menschenrechte, Nahrungsmittelhilfen, humanitäre Hilfen und Zuschüsse für Nichtregierungsorganisationen finanziert.

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