Erde - Physische Übersicht

Orientierung

978-3-14-100870-8 | Seite 8 | Abb. 2
Erde | Physische Übersicht | Orientierung | Karte 8/2

Überblick

Die Weltkarte der Kontinente und Ozeane zeigt – unterstützt von Kreisdiagrammen – wesentliche Elemente der Oberflächengestalt der Erde. Die oberste Gesteinsschicht wird entweder von kontinentaler Kruste oder von ozeanischer Kruste gebildet. Beide unterscheiden sich in ihrer Gesteinszusammensetzung, Dichte und Dicke.

Kontinente– Aufbau und Gliederung

Aus kontinentaler Kruste sind die Kontinente selbst, aber auch der an sie angrenzende Schelfbereich (0 bis 200 Meter unter dem Meeresspiegel) aufgebaut. Vor allem Randmeere der Ozeane wie die Ostsee, die Nordsee, der Persische Golf, das Ostchinesische Meer und die Karasee sind nach ihrem geologischen Bau den Kontinenten zuzuordnen. Kontinentale Erdkruste ist im Durchschnitt 30 bis 45 Kilometer dick, unter Gebirgen ist ihre Mächtigkeit noch deutlich größer. Aufgrund ihrer typischen Gesteinszusammensetzung (magmatische Gesteine mit vergleichsweise hohem Quarzgehalt, metamorphe Gesteine, Sedimente) hat sie eine geringere Dichte als die ozeanische Kruste. Sie kann daher weit über den Meeresspiegel aufragen.
Die Kontinente selbst sind aus typischen Elementen aufgebaut. Die alten Festlandskerne – etwa Grönland, der Australische, Zentralafrikanische, Kanadische und Baltische Schild (s. 10.1) – haben ein Alter von bis zu 4,6 Mrd. Jahren. Sie werden auch Urkontinente genannt und weisen heute in der Regel geringe bis mittlere Höhen auf. An ihren Rändern entstanden in verschiedenen Phasen Faltungszonen; zu den geologisch jüngsten Räumen dieser Art zählen die Anden und die Rocky Mountains in Amerika sowie die Alpen, der Kaukasus, der Hindukusch und der Himalaya in Eurasien. Hier, in Hochgebirgen, werden heute die größten Höhen über dem Meeresspiegel erreicht. Ältere Faltungszonen wurden abgetragen und weisen gegenwärtig überwiegend geringe bis mittlere Höhen auf.
Ein weiteres Bauelement der Erdoberfläche sind ausgedehnte Schwemmebenen, in denen Gewässer mächtige Sedimentschichten abgelagert haben; Beispiele sind Mesopotamien, die Indus-ebene sowie die Ebenen an den Unterläufen von Mississippi, Mekong und Huang He. Lagen sie in klimatisch begünstigten Räumen der Erde, entstanden dort die ersten Hochkulturen der Menschheit. Bis heute zählen diese Schwemmebenen zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Erde.
Der Doppelkontinent Eurasien ist die größte Landmasse der Erde, deutlich vor Amerika und Afrika. Australien und Europa sind nach der Fläche die kleinsten Kontinente der Erde. In Grönland und der Antarktis werden die obersten Gesteinsschichten fast vollständig von Gletschern bedeckt – dies macht zusammen rund ein Zehntel der Landfläche der Erde aus.

Weltmeere – Aufbau und Gliederung

Aus ozeanischer Kruste sind die drei großen Ozeane und weite Teile ihrer Randmeere aufgebaut, zum Beispiel im Golf von Mexiko, dem Roten Meer, dem Europäischen Nordmeer und dem Beringmeer. Dort ist das Wasser großräumig tiefer als 200 Meter (Lage außerhalb des Schelfbereichs). Ozeanische Kruste ist wesentlich dünner als kontinentale Kruste, im Mittel ist sie nur 5 bis 8 Kilometer dick. Sie besteht überwiegend aus vergleichsweise quarzarmen magmatischen Gesteinen, deren Dichte größer als die der kontinentalen Kruste ist, und ragt nur ausnahmsweise über die Wasseroberfläche. Ozeanische Kruste wird in den Mittelozeanischen Rücken kontinuierlich neu gebildet und ist geologisch sehr jung – nirgendwo ist sie älter als 200 Mio. Jahre.
Rund 71 Prozent der Erdoberfläche werden von den Weltmeeren eingenommen. Das mit Abstand größte der drei Weltmeere ist der Pazifische Ozean. Er enthält fast die Hälfte der gesamten Wassermenge der Erde.
Die Rücken und Schwellen am Boden der Ozeane erheben sich wie Gebirge über ihre Umgebung und schotten unterschiedlich warme Wassermassen zwischen verschiedenen marinen Becken ab. Lediglich oberflächlich fließende Warmwasserströme wie der Golfstrom verlaufen über große Distanzen und damit über die Schwellen am Ozeanboden hinweg (s. 14.2), Kaltwasserströme werden dagegen durch Schwellen gebremst. Dies besitzt wegen der unterschiedlichen Kapazität von kaltem und warmem Wasser, Sauerstoff zu lösen, zum Beispiel Bedeutung für die Fischereiwirtschaft (s. 22.1).
Im südlichen Pazifik liegt der Schwerpunkt der ozeanischen Kruste. Der Schwerpunkt der kontinentalen Kruste befindet sich dagegen auf der Nordhalbkugel in Eurasien. Dieses Ungleichgewicht der Land-Wasser- bzw. Krustenverteilung hat Konsequenzen hinsichtlich des Klimas, aber auch hinsichtlich der Lage von magnetischem und geomagnetischem Pol (s. 205.5).

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