Erde - Frühe Hochkulturen

Geschichte - Geographische Entdeckungen

978-3-14-100382-6 | Seite 202 | Abb. 1
Erde | Frühe Hochkulturen | Geschichte - Geographische Entdeckungen | Karte 202/1

Kennzeichen

Hochkulturen in der Frühphase der Geschichte sind menschliche Gesellschaften, die sich durch bestimmte Merkmale auszeichnen. Dazu zählen eine entwickelte Organisation der Wirtschaft (z. B. Arbeitsteilung), der Verwaltung und eine hierarchische Gliederung der Gesellschaft (König – Priester – Beamte – Bauern – Sklaven). Außerdem bilden Hochkulturen größere Siedlungen, in deren Zentren sich Tempel für die Ausübung der Religion befinden. Als notwendige Voraussetzung einer Hochkultur gilt die Kenntnis der Schrift oder zumindest einer Vorstufe davon.

Beziehungen zwischen Hochkulturen

Inwieweit die Hochkulturen miteinander in Verbindung traten, ist nicht geklärt. Zwischen den Mesopotamiern und den Ägyptern gab es verhältnismäßig früh Handelsbeziehungen. Auch die Erfindung der Schrift ist nicht auf eine bestimmte Hochkultur zurückzuführen. Man geht davon aus, dass die Schrift mehrmals erfunden wurde.

Verbreitung

Die frühesten großen Kulturen waren die Sumerer, die Erfinder der Keilschrift, im südlichen Mesopotamien und die Elam im Westen Babyloniens. Vor 5000 Jahren bildete sich im unteren Nildelta mit den Ägyptern eine Hochkultur, die mehrere Tausend Jahre lang bestand. Frühe Zentren waren Memphis, Theben und Heliopolis. Im Indus-Tal und dem heutigen Pakistan bestanden die Harappa-Kultur und Mohenjo-Daro, benannt nach den städtischen Zentren. Die ersten Hochkulturen entwickelten sich in warmen Gefilden und an Flüssen. Die mesopotamischen Reiche entstanden an Euphrat und Tigris, das ägyptische Reich am Nil und die Harappa-Kultur am Indus. Die regelmäßigen Überschwemmungen machten das Land fruchtbar. Dadurch konnte intensive Landwirtschaft betrieben werden. Diese guten Bedingungen erleichterten es den umherziehenden Jägern und Sammlern, sich als Ackerbauern und Viehzüchter niederzulassen. Um ein konfliktfreies Zusammenleben zu ermöglichen, war eine besondere Organisation des täglichen Lebens erforderlich. Der Bau von Staudämmen, die Verteilung des knappen fruchtbaren Landes, die Zuteilung der Wassernutzung und das Anlegen von Getreidevorräten erforderte langfristige Planung. In fast allen Hochkulturen entstand neben der politischen Hierarchie eine Religion, die den Herrscher als von den Göttern eingesetzt stützte.

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