Erde - Amtssprachen

Erde - Kultur und Migration

978-3-14-100385-7 | Seite 182 | Abb. 2
Erde | Amtssprachen | Erde - Kultur und Migration | Karte 182/2

Überblick

Die Karte zeigt diejenigen sechs Amtssprachen, die von den meisten Menschen auf der Erde gesprochen werden. Diese Sprachen sind gleichzeitig auch die Arbeitssprachen bei den Vereinten Nationen. Die bedeutendste Amtssprache, Englisch, wird nicht nur in ihrem Mutterland, sondern auch in nahezu allen ehemals von Großbritannien beeinflussten Gebieten bis heute im amtlichen Verkehr verwendet. Besonders in Afrika lassen sich durch die Verteilung der Amtssprachen die ehemaligen kolonialen Strukturen noch deutlich erkennen. Chinesisch (Mandarin) wird von rund 1,2 Milliarden Menschen als Amtssprache verwendet. Außerhalb Chinas wird Chinesisch nur in Brunei und Singapur als Amtssprache anerkannt. An dritter Stelle steht Spanisch, das sowohl in Spanien als auch in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas als Amtssprache verwendet wird – auch dies ein Relikt der Kolonialgeschichte. Russisch dient heute nur noch in Russland, Kirgisistan und Weißrussland als Amtssprache. Die übrigen Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben nach 1991 ihre Landessprachen als Amtssprachen eingeführt. Französisch ist die Amtssprache in Frankreich sowie in ehemaligen Kolonien und heutigen Überseegebieten (Schwarzafrika, Guyana, zahlreiche Inselgruppen der Karibik und Ozeaniens). Arabisch wird im afrikanischen und vorderasiatischen Teil des islamischen Kulturkreises als Amtssprache verwendet. Die größte Vielfalt an Amtssprachen gibt es in Europa. In der Europäischen Union müssen alle Gesetze und Verordnungen in 24 Amtssprachen übersetzt werden.