Bayern - Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft und Verkehr

978-3-14-100851-7 | Seite 20 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Bayern | Wirtschaft und Verkehr | Wirtschaft und Verkehr | Karte 20/1

Überblick

Schwerpunkte der bayerischen Wirtschaft sind der Fahrzeug- und Maschinenbau, die elektrotechnische und elektronische Industrie sowie die chemische Industrie. Große Zuwachsraten verzeichnet der Dienstleistungssektor, zu dem auch die gut ausgebaute Tourismusbranche zählt. Bayerns wichtigste Industriestandorte sind neben München der Raum Nürnberg–Fürth–Erlangen, Augsburg, Ingolstadt und Regensburg. In München und Nürnberg finden internationale Messen statt. Die leistungsstarke Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf der Viehwirtschaft, vor allem im Alpenvorland, spielt volkswirtschaftlich gesehen eine zunehmend geringere Rolle. Auch der Bergbau – Salzgewinnung bei Bad Reichenhall, Graphitabbau im Bayerischen Wald, Erdöl- und Erdgasförderung im Alpenvorland – trägt kaum zum Wirtschaftswachstum bei. Bayern verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz und mit dem Flughafen München „Franz Josef Strauß“ im Erdinger Moos über den nach Frankfurt am Main größten Flughafen Deutschlands. Wichtige Binnenschifffahrtsstraßen sind Main, Donau und der seit 1992 von Bamberg am Main bis Kelheim an der Donau durchgängig befahrbare Main-Donau-Kanal.

Wachstumsindustrien in der Metropolregion München

Der Hightech-Standort München führt seit Jahren die Liste der wachstumsstärksten und zugleich attraktivsten deutschen Großstädte an. Die gesamte Metropolregion München, aber auch Ingolstadt und Augsburg, weisen eine Palette von Wachstumsbranchen wie Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie Unternehmen aus dem Bereich der Software- und Datenverarbeitung, der Biotechnologie sowie der Medizin- und Umwelttechnik auf. München und das Erdölraffineriezentrum Ingolstadt sind zudem bedeutende Standorte des Kraftfahrzeugbaus. Hinzu kommen hoch qualifizierte Arbeitskräfte und eine Vielfalt von Forschungs- und Innovationsstandorten. Die räumliche Nähe von produzierenden Unternehmen, Dienstleistungsunternehmen und Forschungseinrichtungen ermöglicht branchenübergreifende Synergieeffekte, die der Metropolregion schon seit Jahrzehnten überdurchschnittliche wirtschaftliche Wachstumsraten bescheren. Zur Attraktivität Münchens tragen das vielfältige kulturelle Angebot und die reizvolle landschaftliche Umgebung bei.

Weitere Wirtschaftszentren

Als zweites großes Ballungszentrum fällt die Metropolregion Nürnberg–Fürth–Erlangen in Nordbayern mit rund 150 000 Unternehmen auf. Elektrotechnik, Maschinen- und Fahrzeugbau, Medizintechnik sowie chemische und Druckindustrie spielen mittlerweile eine größere Rolle als die traditionelle Spielwaren- und Nahrungsmittelindustrie (Lebkuchen). Erlangen ist Universitätsstadt und Sitz bedeutender Forschungsinstitute auf dem Gebiet der Mikroelektronik. Die Region verfügt über mehrere Güterhäfen am Main-Donau-Kanal. Wachstumsstarke Betriebe weist auch das Maintal zwischen Aschaffenburg (Maschinen- und Fahrzeugbau), Würzburg (Dienstleistungszentrum) und Schweinfurth (Wälzlager) auf. Wirtschaftszentrum der Oberpfalz ist Regensburg mit Schwerpunkten im Kraftfahrzeugbau (Zulieferbetriebe), im Maschinenbau sowie in der Elektrotechnik und Elektronik.