Afrika (südlicher Teil) - Physische Karte

Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 196 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 18.000.000
Afrika (südlicher Teil) | Physische Karte | Physische Karte | Karte 196/1

Überblick

Fast das gesamte Süd- und Ostafrika liegt in relativ großer Höhe (Hochafrika). Größere Ebenen gibt es nur an der Ostküste zum Indischen Ozean. Im Gegensatz zu vielen anderen Kontinenten ist die Besiedlung weniger stark auf die Küsten orientiert, Ausnahmen bilden hier Südafrika und die Goldküste.

Der für Afrika nördlich des Äquators so typische zonale Wandel der Landschaft (vom Regenwald des Kongobeckens über die Savannen der Sahelzone zu den Wüsten der Sahara) wird im Süden stärker vom Relief, den Gebirgen und der Exposition zu den großen Windsystemen modifiziert. Auffällig ist insbesondere der Gegensatz zwischen der Ost- und der Westküste. Er wird durch sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen verursacht. Während die Ostküste im Luv von Passatwinden regelmäßig hohe Niederschläge erhält, dominieren an der Westküste küstenparallele Windströmungen und der kalte Benguela-Meeresstrom, sodass dort nur sehr geringe Niederschläge fallen.

Der Süden Afrikas wird von einem sehr alten und tektonisch ruhigen Schild gebildet. Er ist - deutlicher noch als der nördliche Teil Afrikas - in Becken und Schwellen gegliedert, wobei die Gebirgseinrahmungen der Becken zum Teil sehr hoch sind (zum Beispiel Drakensberge). Unter den Becken treten vor allem das Obernilbecken, das Kongobecken und das Kalaharibecken hervor. Das Kongobecken ist rund 3,7 Mio. Quadratkilometer groß und nimmt damit allein ein Achtel der Landfläche Afrikas ein. Es weist eine geschlossene Gebirgsumrahmung auf (mit Höhen bis 2000 m), zum Zentrum hin folgen eine Abdachung und der am tiefsten gelegene zentrale Beckenbereich um Mbandaka (rund 400 m über dem Meeresspiegel). Im Westen durchbricht der Kongo die über 1000 Meter hohe Niederguineaschwelle.

Das Kalaharibecken nimmt eine Fläche von rund 2,5 Mio. Quadratkilometer ein, dies ist etwa ein Zwölftel der Landfläche Afrikas. Es steht aufgrund der klimatischen Bedingungen in einem starken Gegensatz zum Kongobecken. Während hier ausgedehnte Wüsten und Savannen das Bild bestimmen, sind es dort ausgedehnte tropische Regenwälder. Die Randgebirge der großen Becken sind verbreitet rohstoffreich (s. 192.2). Den Oberflächenstrukturen der Becken und Randgebirge folgt das Gewässernetz (Beckenflusssystem des Kongo, im südlichen Kalaharibecken: Wadis und der dort in einem Binnendelta endende Okavangofluss, s. 190.2).

Dem Teilraum der Becken und Schwellen im Westen stehen im Osten die von aktiver Tektonik und Vulkanismus bestimmten Hochländer und Grabenstrukturen gegenüber. Ausgehend vom Golf von Aden, zieht sich eine Plattengrenze gleich einem Riss durch die Afrikanischen Platte und schließt dort die kleine Victoriaplatte ein. Der in Schollen zerbrochene Untergrund unterliegt zum Teil Hebungs-, zum Teil Senkungsprozessen. Dadurch sind Grabenstrukturen entstanden, die besonders im Osten der Victoriaplatte an langgestreckten Seen gut zu verfolgen sind. In geologischen Zeiträumen könnte sich hier zunächst ein schmales Meer, ähnlich dem Roten Meer öffnen, das wiederum das Initialstadium einer Ozeanbildung sein könnte. Die größten Höhen im Süden des Kontinents werden am Kilimandscharo (s. 180.2) und den anderen großen Vulkanen Ostafrikas sowie in den Drakensbergen erreicht.

Madagaskar und die umliegenden Inselgruppen bilden einen eigenen Teilraum. Madagaskar ist rund 1,7-mal so groß wie Deutschland, hat aber nur ein Drittel so viele Einwohner. In mancherlei Hinsicht wirkt die Insel wie das südliche Afrika "im Kleinen". Das gebirgige, bis zu 2876 Meter hohe Inselinnere wird von schmalen Küstenebenen gesäumt. Klimatisch besteht ein deutlicher West-Ost-Gegensatz. Während Passatströmungen aus Südosten an der Ostseite für ganzjährige Niederschläge sorgen (Luveffekte an den Gebirgen), erhält der Westen der Insel nur im Südsommer Regen und ist daher trockener. Aufgrund der Isolation von Afrika weist Madagaskar eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt mit zahlreichen endemischen Arten auf.

Die Kapregion ist geologisch vergleichsweise jung (Auffaltung des Kapgebirges während der Kreidezeit vor rund 85 Mio. Jahren) und unterscheidet sich in Klima und Vegetation stark vom sonstigen südlichen Afrika. Es ähnelt darin eher dem Mittelmeerraum als etwa den unmittelbar nördlich anschließenden Becken und Schwellen.

Besonderheiten

• Der höchste Berg im Kartenbild ist der Kilimandscharo (5895 m).

• In der Kalahari- und der Namibwüste sind Wadis zu erkennen (Trockentäler, in denen nur selten Gewässer fließen).

• Der Victoriasee ist mit rund 69 000 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie Baden-Württemberg.

• In der Ruinenstadt Groß Simbabwe sind die Überreste einer Stadt zu besichtigen, die zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert eine Blütezeit erlebte und Hauptstadt eines Bantu-Königreichs war.

• Der Name "Kap der Guten Hoffnung" weist auf die großen Entdeckungsreisen im 15. Jahrhundert hin und zeigt die Zuversicht, einen Seeweg von Europa nach Asien gefunden zu haben.

• Die Ortsnamen in Südafrika geben Anhaltspunkte für die Erschließungs- und Kolonialgeschichte des Landes.

• Am Sambesi liegen langgezogene Stauseen.

• Lesotho ist ein Staat, der vollständig von einem anderen Staat (Südafrika) umschlossen ist.

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