Afrika - Physische Übersicht

Afrika - Orientierung

978-3-14-100870-8 | Seite 180 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 36.000.000
Afrika | Physische Übersicht | Afrika - Orientierung | Karte 180/3

Überblick

Afrika wird vom Mittelmeer, dem Atlantischen Ozean, dem Indischen Ozean und dem Roten Meer begrenzt. Einzige Landverbindung mit einem anderen Kontinent ist die Sinai-Halbinsel. Dort bildet der Suezkanal die Grenze zwischen Afrika und Asien. Zu Afrika gehören neben der eigentlichen Landmasse auch einige kleinere Inselgruppen wie die Kapverden und - als einzige große Insel - Madagaskar. Im Vergleich zu Europa oder Asien hat Afrika nur wenige Inseln oder Halbinseln, keine Binnenmeere und kaum größere Meeresbuchten; die Küstenlinien sind kaum gegliedert.

Die physische Karte Afrikas lässt die Gliederung des Kontinentes in ebenso gegensätzliche wie einzigartige Naturräume erkennen. Sie zeigt Grundstrukturen der Besiedlung, zum Beispiel die bevölkerungsarmen Zentralräume der Sahara.

Im Norden Afrikas liegen ausgedehnte Trockenräume. Ströme wie Senegal, Nil, Chari und Niger sind die Lebensadern dieser Gebiete. Zusammen mit den Küsten sind sie Leitlinien und Konzentrationspunkte der Besiedlung. Südlich der Sahara wird das Siedlungsmuster in den wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen gleichmäßiger. Das Relief ist im Inneren des Kontinents in Becken und Schwellen gegliedert. Das Gewässersystem ist auf die Becken ausgerichtet (vgl. Flüsse zum Tschadsee). Auffällig ist die gestrichelt gezeichnete frühere Umrisslinie des Tschadsees, der infolge anthropogener Einflüsse und anhaltender Dürren einen Großteil seiner Fläche verloren hat. Die Uferlinie des sehr flachen Sees verändert ihre Lage jährlich entsprechend der Höhe der Niederschläge in der Region und des Zuflusses. Eine weitere auffällige Landschaft ist das Binnendelta des Niger in Mali südlich von Timbuktu. Es wird von den saisonalen Überschwemmungen des Niger und seiner Zuflüsse sowie von einem weit verzweigten Gewässernetz geprägt.

Die größten Höhen im Norden Afrikas werden in den östlichen Hoch- und Gebirgsländern, im Atlasgebirge sowie in den zentralen Gebirgen der Sahara (Ahaggar, Tibesti) erreicht. Das Hochland von Äthiopien verbindet wie ein Scharnier das Grabensystem Ostafrikas mit dem des Roten Meeres.

Fast der gesamte Süden Afrikas liegt in relativ großer Höhe (Hochafrika). Größere Ebenen gibt es nur an der Ostküste am Indischen Ozean. Der Süden Afrikas wird von einem sehr alten und tektonisch ruhigen Schild gebildet. Er ist in Becken und Schwellen gegliedert (zum Beispiel Lundaschwelle, Kalaharibecken), wobei die Gebirgseinrahmungen der Becken zum Teil sehr hoch sind (zum Beispiel Drakensberge).Diesem Teilraum stehen in Südostafrika von aktiver Tektonik betroffene Hochländer und Grabenstrukturen gegenüber. Den Oberflächenstrukturen folgt das Gewässernetz (Beckenflusssystem des Kongo, Grabenseeketten, im Kalaharibecken: Wadis und der dort in einem Binnendelta endende Cubangofluss). Auffällig ist auch der Gegensatz zwischen der Ost- und der Westküste. Er wird durch sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen verursacht. Während die Ostküste im Luv von Passatwinden regelmäßige und hohe Niederschläge erhält, dominieren an der Westküste küstenparallele Windströmungen und der kalte Benguela-Meeresstrom, sodass dort nur sehr geringe Niederschläge fallen.

Die größten Höhen im Süden des Kontinents werden am Kilimandscharo und den anderen großen Vulkanen Ostfrikas sowie in den Drakensbergen erreicht. Die Lage der Ballungsräume belegt die Orientierung der Besiedlung auf die verkehrsgeographisch begünstigten Küsten oder auf die großen Ströme als Lebensadern.

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