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Raumausschnitt: nicht jedem vertrauter Raum, ungewöhnliche Perspektive Gestaltung: komplexe thematische Kartographie Begriffswelt: selbstständiger Umgang mit Fachbegriffen und Konzepten Raumausschnitt: Orientierung wird unterstützt durch Übersichtskarten Gestaltung: mehrere Kartenebenen, verschiedene Gestaltungsmittel Begriffswelt: längere Kartenlegenden, mit eingeführten Fachbegriffen Raumausschnitt: bekannter Raum, vertraute Orte, Basiswissen Gestaltung: einfache grafische Gestaltung Begriffswelt: wenige Fachbegriffe, alltagsnah

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Überwintern im Packeis

1000 Kilometer nördlich des Polarkreises. Ein Segelschiff eingefroren im Storfjord vor der Ostküste Spitzbergens. Schauplatz eines ungewöhnlichen Forschungsabenteuers. Seit drei Jahren lebt hier Eric Brossier mit seiner Frau. Das gemeinsame Baby ist 8 Wochen alt.
O-Ton France Princzon du Sel: "Für uns ist das Leben hier ganz normal. Das Baby ist etwas außergewöhnliches, Wir haben uns hier angepasst, mit dem Kind ist das unproblematisch, kein Risiko. ."
Vom Segelschiff "Vagabond" aus, soll das arktische Meer aus nächster Nähe studiert werden. Weltweit blicken Klimaforscher mit Sorge auf die Arktis. Veränderungen hier liefern wichtige Parameter für globale Prognosen. Das Meereis spielt im Klimageschehen eine entscheidende Rolle. Wie dick das Eis noch ist, soll Eric Brossiers Forschung ermitteln. Doch im Moment hat er ganz andere Probleme. Ein Eisbär macht sich an der Wetterstation zu schaffen:
O-Ton Ton Eric Brossier, Meereswissenschaftler: "Sie sind alle unterschiedlich, wie Menschen, man weiß nie in welcher Stimmung sie sind. ."
Beißt der Bär die Stromversorgung durch, werden wichtige Messreihen unterbrochen. Mit einem Warnschuss verteidigt Brossier die empfindliche Anlage. Auf Spitzbergen gibt es doppelt so viele Eisbären, wie der Archipel Einwohner hat. Die Gefahr einer Attake ist allgegenwärtig. Der Eisbär hat auch an der Wetterstation Spuren hinterlassen, die Messgeräte sind aber noch intakt.
Auch wenn dies nur ein winziger Posten im arktischen Eisfeld ist, Brossiers Messungen lassen Rückschlüsse auf das gesamte Klimasystem zu. Denn zwischen salzigem Meerwasser und Atmosphäre ist das arktische Meereis ein wichtiger Gradmesser für die globale Erwärmung.
O-Ton Ton Eric Brossier, Meereswissenschaftler: "Wir wissen von Untersuchungen, dass eines Tages der arktische Ozean im Sommer eisfrei sein wird."
Heute ist das Wetter ideal für Untersuchungen weit draußen in der Eiswüste. Brossier entfernt sich dafür 10 Kilometer und mehr von der "Vagabond." Die Daten, die er bis jetzt zusammengetragen hat, zeigen wie schnell das Eis hier im Storfjord schwindet. Eine besorgnis-erregende Entwicklung, denn das Eis reflektiert Sonnenlicht und kann so ein Aufheizen des Meeres verhindern. Schmilzt es irgendwann vollständig, beschleunigt sich die Erderwärmung rasant. Ein spezielles Messgerät kann gleichzeitig Salzgehalt, Temperatur und Wassertiefe unter dem Eis erfassen. Dank dieser Technik lässt sich ein feinwandiges System von Messpunkten erstellen. Entgegen alten Hochrechnungen, geht Brossier davon aus, dass in 40 Jahren das Meereis vollends geschmolzen ist.
O-Ton Eric Brossier, Meereswissenschaftler: "Im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist es schwierig den Leuten zu sagen, wie sie sich verhalten sollen. Für mich ist es wichtig, dass ich gute Daten liefere und bei den Leuten Interesse für den Planeten wecke. Welches Vermächtnis wollen wir unseren Kindern hinterlassen."
Der Forscher will dazu beitragen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über die Zukunft des Planeten entscheiden. Denn nicht jeder beurteilt das Verschwinden des Meereises negativ, schließlich eröffnet es auch neue Seewege und bessere Zugänge zu Rohstoffen.
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Klima-Archiv im Eis

Das Lomonossov - Gletscherfeld umfasst ein Gebiet von etwa 2000 Quadratkilometern. Es ist damit eines der größten Gletschergebiete Spitzbergens. Das Eis ist schätzungsweise 2000 Jahre alt. Ein Hot Spot für die Klimaforschung. Am Fuße der Gletscherzunge hat sich das Team von Prof. Veijo Pohjola und Dr. Elisabeth Isakkson ein Camp für Feldforschungen eingerichtet. 50 Kilometer entfernt von der nächsten Siedlung wollen sie eine Woche lang Eisproben entnehmen. So hoffen sie, den Geheimnissen der Gletscherschmelze auf die Spur zu kommen.
O-Ton Veijo Pohjola, Gletscherforscher: "In den letzten 10 Jahren ist es hier wirklich ziemlich warm geworden. Es sieht so aus, als könnten wir in den letzten 10Jahren eine deutliche Änderung der Temperaturkurve beobachten, verglichen mit den letzten 300 Jahren."
Die Forschungsrouten auf den Gletschern haben ihre Tücken. Je nach Wetterlage sind metertiefe Spalten im Eis fast nicht zu erkennen. Ausgestattet mit Waffen gegen Eisbären, Bohrinstrumenten, modernem Radar und GPS-Technik arbeiten die Forscher bei minus 30 Grad. Sie wollen anhand von Eis - Bohrkernen einen Klimakalender des Gletschers erstellen. In den einzelnen Schichten des Eises sind zahlreiche Informationen über die Klima- und Umweltbedingungen der vergangenen erdgeschichtlichen Zeiträume enthalten. Die Forscher können Schmelzphasen bis zu mehreren hundert Jahren mit dieser Technik zurückverfolgen. Die Durchführung vor Ort ist kompliziert und manchmal gefährlich, die Forscher lieben ihren Job trotzdem:
O-Ton Elisabeth Isaksson, Gletscherforscherin "Wir tragen ein kleines Stück zum großen Klima - Puzzle bei. Das ist genug Anreiz um weiterzumachen."
Nach sieben Tagen Schwerstarbeit bringen die Forscher die Eiskerne in die Universität von Longyearbyen. Sieben Stunden dauert die Fahrt durch das Eis. Völlig durchgefroren und entkräftet erreichen sie ihr Ziel. Dr. Elisabeth Isaksson will sich zuerst vergewissern, dass die Bohrkerne die Fahrt heil überstanden haben. Die Schichten des Eises sind für die Gletscherforscher vergleichbar mit Jahresringen bei Baumstämmen.
O-Ton Elisabeth Isaksson, Gletscherforscherin: "Man kann die verschiedenen Eisschichten sehen, wie zum Beispiel die warmen Sommerschichten, wo viel Eis geschmolzen ist. Wir haben in den letzten 10 jahren mehr Schmelzwasser festgestellt aufgrund der warmen Frühlingsmonate und Sommer."
Die Proben der Forscher sprechen eine deutliche Sprache: Das Gletschereis auf Spitzbergen schmilzt und zwar dramatisch. Alles deutet auf eine langfristige Tendenz hin. Sollten Grönlands Eismassen tatsächlich abschmelzen, droht ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu sieben Meter. Ganze Küstengebiete würden weltweit versinken.
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