Zwickau-Mosel - Entwicklung des Kraftfahrzeugbaus - 2018

Sachsen - Wirtschaft

978-3-14-100383-3 | Seite 18 | Abb. 2
Zwickau-Mosel | Entwicklung des Kraftfahrzeugbaus | Sachsen - Wirtschaft | Karte 18/2

Überblick

Zwickau hat eine Tradition als „Stadt des Automobilbaus“, die bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreicht: 1904 ließ August Horch die „A. Horch & Cie. Motorenwerke AG“ in das Handelsregister der Stadt eintragen. Fünf Jahre später folgte die „August Horch Automobilwerke GmbH Zwickau“, die ein Jahr später in „Audi Automobilwerke GmbH Zwickau“ umbenannt wurde. Zu den Pioniertaten des Autobauers gehörte die Einführung der serienmäßigen Linkslenkung in den 1920er-Jahren. 1932 vereinten sich die vier sächsischen Automobilbauer Horch, Audi, DKW und Wanderer zur „Auto Union AG“. Symbolisch dargestellt wurde sie durch vier ineinander verschlungene silberne Ringe, die noch heute das Markenzeichen von Audi sind.

Produktion in der DDR

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der DDR wandelten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend – auch für den Automobilbau: Audi wanderte 1949 ins bayerische Ingolstadt ab. Es fehlte an Material, vor allem Stahl, sodass die Produktion anfangs auf Nutzfahrzeuge ausgerichtet war. 1955 war dann die Geburtsstunde des P 70, einem Kleinwagen, der mit seiner Karosserie aus Kunststoff das Vorgängermodell des Trabant war. 1958 entstanden die „VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau“. Deren bekanntestes Produkt wurde ab 1963 der Trabant. Ende der 1980er-Jahre wurde in Mosel (seit 1999 eingemeindet zu Zwickau) ein neues Werk zur Produktion des Trabants errichtet. Zudem ließ sich der französische Automobilkonzern Citroën dort nieder und eröffnete ein Gelenkwellenwerk, das unter einem neuen Eigentümer bis heute tätig ist. 1988 begann im Barkas-Motorenwerk Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) die Produktion von VW-Viertaktmotoren, mit denen anfangs der Trabant ausgestattet wurde. Das Ende des typischen DDR-Wagens Trabant kam 1991.

Engagement von Volkswagen

Im September 1990 wurde in Mosel der Grundstein für ein Volkswagenwerk gelegt, dessen Fläche bis 2007 mehr als doppelt so groß war wie die Fläche des alten Betriebs. Bereits 1991 konnten die ersten VW-Modelle ausgeliefert werden, 1999 war die Marke von einer Million Kraftfahrzeugen erreicht. Volkswagen produziert in Mosel größtenteils just-in-time, das bedeutet, dass die Teile erst im Werk eintreffen, kurz bevor sie benötigt werden. Die Anlieferung erfolgt durch Zulieferbetriebe, im Werk werden die einzelnen Teile dann montiert. Das Werk gliedert sich, wie auf der Karte erkennbar, in Presswerk, Karosseriebau, Lackierung und Endmontage. Direkte Anschlüsse an die Bahn und zwei Bundesstraßen sorgen für eine reibungslose Logistik (An- und Abtransport). Auf 1 800 000 m2 Fläche produziert Volkswagen täglich mit 7700 Beschäftigten 1350 Fahrzeuge (Golf, Golf Variant, Passat Variant). Zudem werden Karosserien für den Bentley Bentayga und den Lamborghini Urus sowie Pressteile für den Konzernverbund hergestellt. In Chemnitz betreibt VW zudem ein Motorenwerk auf 213 000 m2 Fläche, in dem 1650 Beschäftigte täglich 3200 Motoren und 4000 Sätze Ausgleichswellen produzieren. Damit ist Volkswagen für die Region ein wichtiger Arbeitgeber.

Differenzierende Karte

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