Zweiter Weltkrieg 1939 — 1945 (Bündnisse)

Erde - Bündnisse seit dem Zweiten Weltkrieg

978-3-14-100770-1 | Seite 24 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 180.000.000
Zweiter Weltkrieg 1939 — 1945 (Bündnisse) |  | Erde - Bündnisse seit dem Zweiten Weltkrieg | Karte 24/1

Informationen

Die Achsenmächte und ihre Verbündeten
Am 27. September 1940 wurde in Berlin ein Bündnisvertrag zwischen dem Deutschen Reich, Italien und Japan (Achsenmächte) abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Deutsche Reich seinen Machtbereich bereits auf große Teile Europas ausgedehnt (Abtretung der sudetendeutschen Gebiete der Tschechslowakei und "Anschluss" Österreichs 1938, Errichtung des Reichsprotektorates Böhmen und Mähren und Anschluss des Memellandes 1939, Feldzüge in Polen, Dänemark, Norwegen, den Beneluxstaaten und Frankreich 1939/40). Italien hatte 1939 Albanien besetzt und war im Juli 1940 mit Kriegserklärungen an Frankreich und Großbritannien in den Krieg eingetreten, im Sommer 1940 hatten die Kriegshandlungen in Afrika begonnen.
Japan hatte 1939 Bündnisverhandlungen mit Deutschland geführt, die aber erst im Sommer 1940 unter einer neuen Regierung wieder aufgenommen wurden. Japan hatte zwischen 1937 und 1940, von seinen Besitzungen in Korea ausgehend, große Teile Chinas besetzt, eine japanfreundliche Regierung installiert, aber den Krieg dort nicht gewinnen können. Die Achsenmächte wollten einen europäischen Machtbereich (unter Vorherrschaft Deutschlands und Italiens) und sowie einen asiatisch-pazifischen Machtbereich (unter Vorherrschaft Japans) etablieren.
Noch 1940 traten Ungarn, Rumänien und die Slowakei dem Dreimächtepakt bei, 1941 folgten Bulgarien und Kroatien. Jugoslawien wurde in deutsche und italienische Besatzungszonen aufgeteilt. Zu den Achsenmächten gehörten auch die italienischen und japanischen Kolonien. In Thailand wurde von Japan ein Satellitenregime installiert und 1941 zum Kriegseintritt an der Seite Japans gezwungen.
Ihren größten Machtbereich erreichten die Achsenmächte 1942. Deutschland besetzte neben den bereits bis 1940 eroberten Gebieten 1941 auch noch Jugoslawien und Griechenland und eroberte 1942 große Teile der Sowjetunion. Japan hatte 1942 neben den bereits früher besetzten chinesischen Gebieten fast ganz Südostasien unter seiner Kontrolle.
Das angestrebte Dreieck Berlin, Rom, Tokio als umfassendes Militärbündnis zeigte trotz der Zusammenarbeit auch Risse. Japan führte beispielsweise parallel Geheimverhandlungen mit den USA über eine Regelung seiner eigenen Ansprüche im Pazifik (die aber scheiterten) und ließ sich vom Deutschen Reich nicht zum Kriegseintritt gegen die Sowjetunion bewegen.

Die Alliierten und ihre Verbündeten
Mit unterschiedlichen Strategien waren die Sowjetunion, Großbritannien, die USA und Frankreich der deutschen Expansionspolitik begegnet. Ein starkes Militärbündnis gab es nicht. Zwischen Polen und Frankreich bzw. Großbritannien bestanden Abkommen, die nach dem deutschen Überfall auf Polen zu Kriegserklärungen führen mussten. Mit Großbritannien traten Australien, Neuseeland, Südafrika, Kanada und Indien in den Krieg ein. Dazu kamen die 1940/41 besetzten Gebiete: Norwegen, Dänemark, die Beneluxstaaten, Jugoslawien und Griechenland. Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion und der Angriff Japans auf Pearl Harbor 1941 machten die USA und Sowjetunion sowie weitere Staaten in Asien und Lateinamerika zu Kriegsbeteiligten, sodass sich bis auf wenige Ausnahmen (in Europa: Irland, Schweden, Schweiz, Spanien, Portugal) die ganze Welt im Krieg befand.
Das Zustandekommen einer Anti-Hitler-Koalition verzögerte sich aber dennoch bis 1942. Zwar gab es prinzipiell Einigkeit über deren Notwendigkeit (1. Januar 1942: Unterzeichnung des Paktes der Vereinten Nationen, der einen Separatfrieden mit Deutschland oder Japan seitens der 26 Unterzeichnerstaaten ausschloss). Die USA und Großbritannien akzeptierten aber zunächst nicht die erklärten Kriegsziele der Sowjetunion. Am 26. Mai 1942 kam es dann zum britisch-sowjetischen Bündnisvertrag. Vonseiten der Sowjetunion blieb aber Misstrauen, zumal die West-Alliierten mit der Errichtung einer zweiten Front in Frankreich zögerten, von der sich die Sowjetunion Entlastung versprach. Die USA und Großbritannien arbeiteten dagegen weiterhin eng zusammen (gemeinsames Hauptquartier in Washington, Konferenz von Roosevelt und Churchill in Quebec). Auf der Casablanca-Konferenz im Januar 1943 einigten sich beide Staaten auf die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte als gemeinsames Kriegsziel. In Kairo beschlossen sie mit China Regelungen für die Zukunft Ostasiens (Selbstständiges Korea, Rückgabe Taiwans). Das erste Dreier-Treffen kam Ende 1943 in Teheran zustande. Dort einigten sich Churchill, Roosevelt und Stalin auf das weitere strategische Vorgehen: Invasion in Frankreich 1944, neue Grenzziehung in Ostmitteleuropa, Aufteilung Deutschlands nach dem Krieg. Auf der Krimkonferenz im Februar 1945 in Jalta einigten sich Stalin, Roosevelt und Churchill auf die Einbeziehung Frankreichs als Besatzungsmacht in Deutschland, bestätigten die neuen Grenzen in Ostmitteleuropa und legten das Fundament für die UNO. Unklar blieb die Frage der Reparationen. In Potsdam wurde 1945 von den Siegermächten die Neuordnung in Mittel- und Osteuropa verhandelt. In Asien endete der Krieg am 2. September 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Japans.
M. Felsch

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