Zentralasien - Seidenstraße zur Zeit Marco Polos (1254-1324)

Asien - Staaten und Geschichte

978-3-14-100870-8 | Seite 155 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 42.000.000
Zentralasien | Seidenstraße zur Zeit Marco Polos (1254-1324) | Asien - Staaten und Geschichte | Karte 155/3

Überblick

Die Seidenstraße zwischen China und dem Ostufer des Mittelmeeres ist eine der berühmtesten Handelsstraßen der Geschichte. In erster Linie ein bedeutender Handelsweg, diente sie gleichzeitig einem intensiven Kulturaustausch. Antiochia bzw. Palmyra und Peking waren Ausgangs- und Endpunkte eines Systems von Routen, die sich über Tausende von Kilometern erstreckten. Sie führten von China aus durch die Wüste Takla Makan, über das Hochgebirge des Pamir, durch Persien und dann nach Syrien. Die Seide war Namensgeber dieser Handelsstraßen, es wurden aber auch zahlreiche andere kostbaren Waren transportiert.

Die Geschichte der Seidenstraße reicht bis ins 3. Jahrhundert zurück, als sich Herrscher der chinesischen Han-Dynastie um einen Anschluss an die bestehenden Handelsstraßen Zentral-, West- und Südasiens bemühten, aus denen sich nach und nach regelmäßige Handelskontakte zwischen China und dem Nahen Osten entwickelten. Kamelkarawanen mit Seide und Parfum, Gewürzen, Edelsteinen und Glaswaren überwanden die schneebedeckten Hänge des Pamir und die trockene Hitze der Wüstengebiete des Tarimbeckens. Für Hin- und Rückweg benötigten die Händler vermutlich zwei Jahre, nach manchen Quellen sogar noch länger. Der Handel, der im 7. Jahrhundert einen Höhepunkt erreichte, bescherte vielen Städten entlang der Seidenstraße eine wirtschaftliche Blüte.

Im ausgehenden Hochmittelalter kam es zu Kontakten zwischen dem christlichen Abendland und den Mongolenreichen, weil der Papst die Mongolen als nützliche Verbündete im Kampf gegen den Islam betrachtete. Mehrfach wurden Geistliche in diplomatischer Mission nach Asien gesandt.

Der bekannteste Asienreisende dieser Epoche war der venezianische Kaufmann Marco Polo (1254-1324). Im Jahre 1271 begleitete Polo Vater und Onkel auf einer Reise nach Zentralasien und Nordchina. Über Bagdad, Iran und das Pamirgebirge erreichten sie zunächst Nordchina und schließlich Chanbelik, das heutige Peking. Dort erwarb Marco Polo das Vertrauen Kublai Khans (1259-94), des Begründers der Yüan-Dynastie, in dessen Auftrag er zahlreiche Reisen durch China unternahm und als Statthalter der Stadt Hangzhou fungierte. 1295 kehrte Marco Polo nach einer dreijährigen Reise über Iran, Armenien und Trapezunt in seine italienische Heimat zurück. Sein Reisebericht über die Kultur und Geographie des Fernen Ostens hatte großen Einfluss auf das Weltbild des ausgehenden Mittelalters.

Mit der Entdeckung neuer Seewege nach Indien, Südost- und Ostasien verlor die Seidenstraße ihre Bedeutung für den interkontinentalen Fernhandel.

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