Zeitzonen

Erde - Tourismus

978-3-14-100770-1 | Seite 37 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Zeitzonen |  | Erde - Tourismus | Karte 37/3

Überblick


Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es im Zuge der Industrialisierung zu einer schnellen Ausdehnung der Eisenbahn- und Telegraphennetze. Diese waren für den internationalen Handel von großer Bedeutung. Die Inbetriebnahme des so genannten Transatlantikkabels, einem Unterseekabel für den Datenverkehr, verstärkte den internationalen Wunsch nach einem einheitlichen Weltzeitsystem.
Schließlich trafen sich im Jahr 1884 Vertreter von 25 Staaten in Washington, D.C. zur Internationalen Meridiankonferenz. Dort einigte man sich darauf, die Erde in 24 Zeitzonen mit einer jeweiligen geographischen Länge von 15 Grad aufzuteilen.
Zum Nullmeridian wurde der Greenwich-Meridian erklärt, benannt nach der gleichnamigen Londoner Sternwarte durch die er verläuft. Die Null-Zeitzone erstreckt sich von 7,5 Grad westlich bis 7,5 Grad östlich des Greenwich-Meridians.
Als Datumsgrenze legte man den 180. Längengrad im Pazifischen Ozean fest. Wird diese Grenze überschritten, gelangt man je nach Richtung in den vergangenen oder nächsten Kalendertag.

Sommerzeit und Winterzeit
Inzwischen halten sich die meisten Länder an das Weltzeitsystem, wobei sich die Zeitzonengrenzen im Detail häufig an politischen Grenzen orientieren. Nur einige ozeanische Inseln und wenige Staaten, u. a. Iran, Afghanistan, Indien und Myanmar, weichen von diesem System ab.
Eine Sommerzeit gibt es nur in wenigen Ländern. In Europa hingegen ist sie inzwischen die Regel. Üblicherweise beginnt sie am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober. In Deutschland wurde die Sommerzeit 1980 eingeführt. Auf diese Weise wollte man die Helligkeit des Tages besser ausnutzen und Strom sparen.


K. Lückemeier, J. Seibel

Info Plus

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es weltweit zu einer rasanten Ausweitung der Eisenbahn- und Telegraphennetze, die für die Wirtschaft und den Handel insofern von großer Bedeutung waren, als sich die Finanz- und Warenströme binnen weniger Jahre stark internationalisierten. Es begann das Zeitalter der Massenproduktion, die großen Börsenplätze erlebten eine erste Blüteperiode, gleichzeitig schossen in den Industrienationen viele Kapital- und Aktiengesellschaften aus dem Boden.
Die Globalisierung des Nachrichtenverkehrs durch das Transatlantikkabel und andere länderübergreifende Verbindungen und die rasche Zunahme des internationalen Schiffs- und Eisenbahnverkehrs verstärkten den Wunsch nach einem einheitlichen Weltzeitsystem. 1884 trafen sich Vertreter von 25 Staaten in Washington zur Internationalen Meridian-Konferenz, auf der sie sich darauf einigten, die Erde in 24 Zeitzonen mit einer geographischen Länge von 15 Grad aufzuteilen. Zum Nullmeridian erklärte die Konferenz den Greenwich-Meridian, der zu dieser Zeit bereits auf vielen Seekarten als Nullmeridian verzeichnet war. Die Null-Zeitzone erstreckt sich von 7,5 Grad westlich bis 7,5 Grad östlich des Greenwich-Meridians. Als Datumsgrenze wurde der 180. Längengrad festgelegt.
Inzwischen halten sich die meisten Länder an das Weltzeitsystem, wobei sich die Zeitzonengrenzen im Detail häufig an politischen Grenzen orientieren. Nur einige ozeanische Inseln und wenige Staaten wie Iran, Afghanistan, Indien und Myanmar weichen vom Weltzeitsystem ab. In der früheren Sowjetunion war 1930 die sogenannte Dekretzeit eingeführt worden, durch die die Uhren in allen Zeitzonen um eine Stunde vorgestellt wurden, um, ähnlich wie bei der Sommerzeit, das Tageslicht besser auszunutzen. In den 1980er-Jahren wurde die Dekretzeit bereits in vielen Regionen abgeschafft, ab 1991 sogar auf dem ganzen Gebiet der ehemaligen UdSSR, allerdings führte sie Russland unmittelbar darauf wieder ein. Dafür verzichtet das Land auf die Sommerzeit.
Eine Sommerzeit gibt es im weltweiten Maßstab nur in relativ wenigen Ländern, in Europa hingegen ist sie inzwischen die Regel. Ihr Beginn und ihr Ende wird EU-weit geregelt, üblicherweise beginnt sie am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober
K. Lückemeier

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