Wirtschaft/Verkehr

Verkehr

978-3-14-100759-6 | Seite 12 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 1.500.000
Wirtschaft/Verkehr |  | Verkehr | Karte 12/2

Informationen

Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den wirtschaftlich schwächsten und am wenigsten industrialisierten Regionen Deutschlands. Von den zehn größten Unternehmen des Bundeslandes haben über die Hälfte mit Seewirtschaft (Schiffbau und Zulieferindustrie) zu tun. Die überwiegend in Rostock und Wismar ansässigen Werften produzierten bislang noch mehr als die Hälfte aller in Deutschland gebauten Schiffe. Die mangelnde Auftragslage infolge der internationalen Wirtschaftskrise 2008/09 haben die Schiffsbauer allerdings in eine finanzielle Schieflage gebracht. Neben der maritimen Wirtschaft ist die Ernährungswirtschaft das zweite wichtige Standbein der Industrie in Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Industriezweig umfasst die Produktion u. a. von Milcherzeugnissen, Backwaren, Babynahrung, Fleisch- und Wurstwaren, Rapsöl und vor allem Fischwaren. Auf Rügen entstand einer der weltweit modernsten Fischverarbeitungsbetriebe, obwohl der Ostseefischfang, von internationaler Konkurrenz verdrängt, stark zurückgegangen ist. Die Bedeutung der Binnenfischerei beschränkt sich trotz des Seenreichtums auf den lokalen Bereich. Wachstumsraten können die Holz-, Papier- und Kunststoffindustrie aufweisen.
Mecklenburg-Vorpommern versucht mit dem Wissenschaftspool im Umkreis der Universitäten Rostock und Greifswald eines der führenden Biotechnologiezentren Deutschlands zu werden. Gefördert werden auch Medizintechnik, Umwelttechnik und die maritime Technologie.
Etwa ein Viertel des Stromverbrauchs kann durch Windenergie gedeckt werden. Mecklenburg-Vorpommern zählt bei der Nutzung von Windenergie zu den Spitzenreitern unter den deutschen Bundesländern. Windkraftanlagen werden u. a. in Rostock hergestellt. Auch die Energiegewinnung aus Biogas- und Biomasseanlagen spielt eine zunehmend wichtige Rolle. 2004 wurde in Neustadt-Glewe das erste deutsche Geothermiekraftwerk in Betrieb genommen. Das ehemalige Kernkraftwerk Lubmin wurde 1990 stillgelegt und anschließend zurückgebaut.

Verkehr
Die Ausdehnung der EU auf fast alle Ostseeanliegerstaaten befreite Mecklenburg-Vorpommern von seiner Randlage und machte es zu einer Drehscheibe des Güter- und Personenverkehrs zwischen Skandinavien, dem Baltikum und den mitteleuropäischen Wirtschaftsräumen. In Sassnitz-Mukran befindet sich Deutschlands größter Umschlagplatz für den schienengebundenen Fährverkehr. Die wichtigsten Seehäfen des Landes sind neben Sassnitz Rostock (mit Fährhafen Warnemünde) mit einem jährlichen Umschlag von 28 Mio. t und Wismar. Weitere Seehäfen haben Stralsund, Greifswald, Vierow, Wolgast und Ueckermünde. Der Neubau der Küstenautobahn (A 20) von Lübeck nach Stettin (Szczecin) ist das wohl wichtigste Verkehrsgroßprojekt zur Erschließung einer Region in Deutschland. An der Vollendung der Nordanbindung der Landeshauptstadt Schwerin wird noch gearbeitet. Rügens Anbindung an das Festland, einst ein Nadelöhr des Ferienverkehrs, wurde über einen zweiten Damm erweitert. An der deutsch-polnischen Grenze entstanden neue Grenzübergänge, z. B. bei Hintersee nordwestlich von Stettin (Szczecin).
E. Astor

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