Wirtschaftskraft und Entwicklungshilfe

Erde - Entwicklungsstand

978-3-14-100700-8 | Seite 250 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 140.000.000
Wirtschaftskraft und Entwicklungshilfe |  | Erde - Entwicklungsstand | Karte 250/2

Informationen

Ein Instrument, die großen wirtschaftlichen Disparitäten in der Welt (vgl. 250.1) auszugleichen, ist die Entwicklungshilfe. Deren Höhe ist u. a. abhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Staaten, die sich am Bruttonationaleinkommen (BNE) bemisst. Die Karte zeigt Geber- und Nehmerländer. Alle Geberländer gehören zu den Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), während die Mitgliedsländer der Organisation ölexportierender Staaten (OPEC) keine Entwicklungshilfen leisten. Ausgewiesen in der Karte ist auch der nationale Stellenwert der Entwicklungshilfe, der nach der UN-Resolution zur Entwicklungsfinanzierung 0,7 Prozent des BNE erreichen sollte. Die deutsche Quote war von 1982 bis 1998 kontinuierlich rückläufig, erst dann setzte eine bescheidene Trendwende ein; 2004 lag der Wert dennoch nur bei 0,28 Prozent. Allerdings hat Deutschland 2008 den Etat für Entwicklungszusammenarbeit um 750 Mio. Euro erhöht. Bis 2010 will die Bundesregierung eine Quote von 0,51 Prozent des BNE erreichen. Das Land mit der weltweit höchsten Quote 2006 war Schweden mit 1,03 Prozent des BNE.
Bei einer Betrachtung der G8-Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Russland, Großbritannien und USA fällt auf, dass viele hinter dem Ziel der OECD hinterherhinken, während die skandinavischen Länder an der Spitze liegen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich um prozentuale Anteile am BNE, nicht um absolute Zahlen handelt. Schweden ist mit 1,03 Prozent relativer Spitzenreiter, liegt aber in absoluten Zahlen mit umgerechnet 4 Mrd. US-Dollar deutlich hinter den USA mit 22,7 Mrd. US-Dollar und Deutschland mit 10,4 Mrd. US-Dollar.
Unter Entwicklungshilfe im engeren Sinne wird die Gewährung von Nettoauszahlungen in Form von Zuschüssen und Krediten an ein Nehmerland verstanden, um dort die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand zu fördern. Die öffentliche Entwicklungshilfe umfasst aber neben der Kapitalhilfe auch humanitäre Hilfsmaßnahmen in aktuellen Notsituationen, die Beratung und Unterstützung auf technischem Gebiet durch Bereitstellung von Fachkräften, Material und Aus- oder Weiterbildungsangeboten, Infrastrukturmaßnahmen und Handelshilfen.
Die Auswahl der Empfängerländer erfolgt meist nach politischen, strategischen, kommerziellen und traditionellen Bindungen, und die Zahlungen werden häufig auch mit politischen Auflagen verknüpft. Das ideelle Ziel öffentlicher Entwicklungshilfe ist es, die Empfänger in die Lage zu versetzen, im Rahmen ihres eigenen Wirtschaftssystems perspektivisch ohne Entwicklungshilfe auszukommen.
K. Heyden

Graphiken

Bild

Internationale Einkommensungleichgewichte

Download

Bild

Die Länder der Erde nach dem BIP

Download

Bild

Die Verteilung des Einkommens

Download

Bild

Langfristige Entwicklung von wirtschaftlichem Wachstum und menschlicher Entwicklung

Download

Bild

Entwicklung der Unterschiede zwischen Arm und Reich

Download

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren