Wirtschaft

Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Energie/Wirtschaft

978-3-14-100782-4 | Seite 21 | Abb. 2
Wirtschaft |  | Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Energie/Wirtschaft | Karte 21/2

Informationen


Die Karte zeigt die räumliche Verteilung der Standorte der Industrie und der Dienstleistungszentren nach unterschiedlichen Branchen in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino. Der Kartenhintergrund zeichnet durch Flächensignaturen Kulturlandschaften und Naturlandschaften aus.

Vielfalt an Industriebranchen
Die Euregio weist eine stark diversifizierte Industrie auf. Betrachtet man die Anzahl der Signaturen, stehen Betriebe der Nahrungs- und Genussmittelindustrie im Vordergrund. Die in diesem Industriezweig erzeugten Produkte gehen vorwiegend in den Export. Ebenfalls zahlreich vertreten sind Betriebe der Metallindustrie sowie des Maschinen- und Fahrzeugbaus – mit hohen Zuwachsraten. Die traditionelle Textil- und Bekleidungsindustrie verliert dagegen an Bedeutung. In allen drei Teilen der Euregio gut vertreten sind die Holzindustrie, die Elektro- und zunehmend die elektronische Industrie, ebenfalls die Chemische Industrie. Betriebe der feinmechanischen, der optischen und Glasindustrie konzentrieren sich in Tirol, die Herstellung von Baumaterialien ist im Trentino stark vertreten. Weniger als 30 % der Beschäftigten sind jeweils in Südtirol (21 %) und Tirol (28 %) im sekundären Sektor beschäftigt, im Trentino sind es 33 %. Kleine und mittelständische Betriebe bestimmen die Wirtschaftsstruktur. In Tirol gibt es nur sieben Betriebe, die jeweils um die 1000 Beschäftigte haben. Dazu gehören das Swarovski-Werk in Wattens und dessen Tochterunternehmen Tyrolit in Schwaz (Glas- und Schleifmittelproduktion), die Herstellung von Hochleistungsmetallen in Breitenwang, von Gasmotoren in Jenbach und von Kühlgeräten in Lienz, die Pharmaindustrie in Kundl sowie die Holzverarbeitung in St. Johann. In Südtirol finden sich größere Betriebe in Leifers und Bruneck (Automobilzulieferer ) und in St. Martin in Passeier nördlich von Meran (Herstellung von Metallbeschlägen). Auf alpine Technologien spezialisierte Betriebe stellen in Südtirol Seilbahnen, Pistenfahrzeuge, Schneekanonen und Bergsportausrüstungen her. In Trient und in Rovereto gibt es Großbetriebe in den Branchen Maschinenbau und Elektroindustrie. Trient hat sich in den letzten Jahren dank der guten Zusammenarbeit mit der Universität und Forschungsinstituten als Anziehungspunkt für Hightech-Firmen erwiesen.

Zentren der Wirtschaft
Die räumliche Verteilung der Wirtschaftszentren mit einer Konzentration von auch größeren Industriebetrieben und Dienstleistungsunternehmen weist in Tirol als Kerngebiet das Inntal zwischen Telfs und Kufstein aus. Wichtigster Standort ist Innsbruck mit seinem Umland. Besonders das Unterinntal zwischen Innsbruck und Kufstein ist durch eine breite Branchenstruktur der Industrie mit Großbetrieben gekennzeichnet. Auffällig ist in der gesamten Region die räumliche Konzentration der Industrie in den Haupttälern von Inn und Etsch. Auch in manchen Seitentälern hat sie Standorte gefunden, wie etwa im Zillertal, im Stubaital, im Eisacktal, im Pustertal und im Tal der Brenta. Punktuelle Wirtschaftszentren sind Reutte in Tirol, Kitzbühel, Sterzing und das Gebiet nördlich des Gardasees. Wichtigste Standorte des Dienstleistungssektors – ausgenommen ist in dieser Karte die Tourismusbranche – sind mit Abstand die regionalen Hauptorte Innsbruck, Bozen und Trient.

Wirtschaftliche Leistungsstärke Südtirols
Das unter der Karte stehende Diagramm zeigt die Entwicklung der Wertschöpfung in Südtirol zwischen 1996 und 2011. Die Wertschöpfung misst die Wertsteigerung, die bei der Produktion und der Verteilung von Gütern und Dienstleistungen entsteht. Sie ist die Differenz zwischen Produktion und Vorleistungen und drückt damit die Befähigung einer Region aus, Einkommen und Wirtschaftswachstum zu erzeugen. In den letzten Jahren wies die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Südtirol Schwankungen auf, in denen sich der konjunkturelle Wandel vor allem auf globaler Ebene zeigte. Etwa drei Viertel der regionalen Wertschöpfung stammen aus den Dienstleistungsbereichen, die sich somit als Wirtschaftsmotor erweisen. Innerhalb dieses Sektors spielen neben dem Tourismus vor allem Handel sowie Verkehr und Nachrichtenübermittlung die wichtigste Rolle. Das produzierende Gewerbe hat einem Anteil von etwa 20 % an der regionalen Wertschöpfung, Land- und Forstwirtschaft von nur rund 5 %.

Ellen Astor