Wirtschaft

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978-3-14-100758-9 | Seite 9 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.200.000
Wirtschaft |  | Wirtschaft | Karte 9/1

Informationen

Die beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg sind in vielerlei Hinsicht Gegenpole, so auch bei ihren Wirtschaftsstrukturen. Mit der brandenburgischen Hauptstadt Potsdam ist Berlin zu einem Ballungsraum verschmolzen. Das restliche Brandenburg wird von kleinen Städten und Gemeinden dominiert, insgesamt leben dort nur rund 2,5 Mio. Menschen — also fast 1 Mio. weniger als Berlin an Einwohnern hat.

Wirtschaftsstruktur
Der Bevölkerungsverteilung entsprechend sind auch die Wirtschaftsstandorte konzentriert: In Berlin und Potsdam findet sich eine geballte Zahl von Dienstleistungsunternehmen, bei denen Verwaltung, Universitäten und Hochschulen sowie Medienunternehmen einen Hauptanteil haben. In der Region wächst auch die Bedeutung der Biotechnologie, die durch die Nähe zu Forschungsinstitutionen die richtigen Standortvorteile findet.
Allein wegen ihrer geringen Größe sind die nach Potsdam größten Städte Brandenburgs in diesen Bereichen schlecht aufgestellt. Lediglich Cottbus mit 103 000 Einwohnern und Frankfurt (Oder) mit 62 000 Einwohnern sind weitere Universitätsstandorte. Auch Senftenberg mit seinen 28 000 Einwohnern hat eine Hochschule.
Brandenburg an der Havel (73 000 Ew.) und Eberswalde (41 000 Ew.) haben beide jeweils eine Fachhochschule, sind im Wesentlichen aber Industriestandorte mit Betrieben des Maschinenbaus, der Eisen- und Stahlerzeugung sowie der Eisen- und Metallverarbeitung. In Henningsdorf nördlich von Berlin bietet ein Stahlwerk Arbeitsplätze. Die Eisen- und Stahlindustrie spielt auch in Eisenhüttenstadt die führende Rolle. Die Stadt entstand ab 1950 als reine Planstadt des sozialistischen Städtebaus der DDR. An die Tradition des Eisenhüttenkombinats schließt heute ein vom global führenden Stahlriesen ArcelorMittal betriebenes Hüttenwerk an, in dem 3000 Menschen beschäftigt sind. Um die Branchenstruktur der Stadt zu diversifizieren, sind eine Papierfabrik und ein Gaskraftwerk geplant.
Auf dem Gebiet der Energieträger und Energieversorgung setzt Brandenburg drei Schwerpunkte: Das Niederlausitzer Braunkohlenrevier nahe Cottbus zählt zu den drei großen Revieren in Deutschland. Die dort abgebaute Kohle wird in den umliegenden Wärmekraftwerken eingesetzt. Die Stadt Schwedt, unmittelbar an der Grenze zu Polen, ist Standort einer Erdölraffinerie, die rund ein Zehntel der deutschen Kapazität verarbeitet. Sie liegt unmittelbar an der aus Russland über Weißrussland und Polen führenden Pipeline "Freundschaft" und ist darüber hinaus mit den Standorten Rostock im Norden und Leuna in Sachsen-Anhalt vernetzt. Das innovativste Feld der Energieerzeugung wird von der Windenergie abgedeckt. Ende 2007 standen mehr als 2400 Windenergieanlagen in Brandenburg, das damit hinter Niedersachsen den zweiten Rang bei den deutschen Bundesländern einnahm.
D. Falk

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