Wirtschaft

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978-3-14-100756-5 | Seite 8 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Wirtschaft |  | Wirtschaft | Karte 8/1

Informationen

Hessen war eines der ersten Bundesländer, das seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt im aufstrebenden Dienstleistungssektor suchte. Schon Ende der 1980er-Jahre waren mehr Menschen in diesem Wirtschaftsbereich beschäftigt als im produzierenden Sektor. Hessen war nie reich mit Bodenschätzen gesegnet, und so lief die industrielle Entwicklung lange Zeit der in anderen Regionen hinterher. Doch bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich die chemische Industrie. Das Lahn-Dill-Gebiet hatte sich mit dem benachbarten Siegerland zu einem Zentrum der Eisenerzverhüttung entwickelt. Gegen Ende dieses Jahrhunderts hatten sich zwei industrielle Zentren herauskristallisiert. Neben dem Ballungsraum um das nordhessische Kassel entstand im Süden Hessens die Rhein-Main-Region, zu der auch angrenzende Gebiete von Rheinland-Pfalz und Bayern gehören. Hier wurden so bedeutende Firmen wie die Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt (Degussa), die Farbenwerke Hoechst und der Automobilhersteller Opel gegründet.
Nach Einstellung der Braunkohlenförderung 2003 wird nur noch Kalisalz in Osthessen gefördert. Bei der Energieerzeugung spielt die Kernkraft (Kernkraftwerk Biblis), die etwa 60 % des Strombedarfs deckt, nach wie vor eine große Rolle.
In Hessen gibt es fünf staatliche und drei private Universitäten sowie zahlreiche Fachhochschulen und renommierte Forschungsinstitute. Das südhessische Darmstadt entwickelt sich immer mehr zum Wissensstandort (u. a. Weltraumforschung).

Wirtschaftszentren
In Hessen, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, haben sich viele multinationale Konzerne niedergelassen. Dazu kommt die Bedeutung Frankfurts als wichtigstes europäisches Finanzzentrum mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank, der weltgrößten Terminbörse Eurex und der Frankfurter Börse sowie den Zentralen aller wichtigen deutschen Großbanken. Frankfurt am Main gilt als älteste Messestadt der Welt. Alljährlich finden hier international bedeutende Messen statt, u. a. die Frankfurter Buchmesse oder die IAA (Internationale Automobil-Ausstellung). Überragende Bedeutung haben immer noch der Maschinen- und Fahrzeugbau, die chemische und pharmazeutische Industrie, die Elektro- und Elektronikindustrie, die Gummi- und Lederwarenindustrie, das Druckgewerbe sowie die Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Besonders gefördert werden Zukunftstechnologien (Bio- und Medizintechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Umwelt- und Nanotechnologie).
In und um Kassel in Nordhessen spielen Kraftfahrzeugbau (auch Baunatal) und die Herstellung von Lokomotiven und Waggons sowie von Komponenten für Photovoltaikanlagen eine große Rolle. Das osthessische Fulda ist Standort von Betrieben der chemischen und Gummiindustrie (Reifenfabrikation), der Textilindustrie (Filze und Teppiche) und der Nahrungsmittelindustrie. Im Lahn-Dill-Gebiet liegen die Schwerpunkte nach Aufgabe der Eisenerzförderung (1983) und Einstellung der Eisenerzverhüttung auf der optischen, feinmechanischen und elektrotechnischen Industrie. Daneben spielen Gießereien und der Automatenbau eine große Rolle.
E. Astor

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