Wirtschaft

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978-3-14-100753-4 | Seite 9 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
Wirtschaft |  | Wirtschaft | Karte 9/1

Informationen

Die Wirtschaft von Schleswig-Holstein hat traditionell mit der Randlage und den Strukturschwächen des Bundeslandes zu kämpfen. Obwohl noch weite Teile Schleswig-Holsteins landwirtschaftlich genutzt werden und der Produktions- und Beschäftigtenanteil im primären Sektor relativ zum Bundesdurchschnitt nach wie vor hoch ist, ist das "Land zwischen den Meeren" kein Agrarland. Die Industrialisierung begann Mitte des 19. Jahrhunderts von den Hafenstädten aus. Die Grundlage bildeten der Schiffbau, die Verarbeitung importierter Rohstoffe sowie die an die heimische Landwirtschaft und Fischerei geknüpfte Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Spezielle Branchenkrisen, z. B. im Schiffbau oder der Textil- und Bekleidungsindustrie, führten seit den 1980er-Jahren zu tiefgreifenden wirtschaftlichen Strukturveränderungen und damit zu einer Abnahme des produzierenden Gewerbes. Inzwischen erwirtschaftet der sekundäre Sektor mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie feinmechanische und optische Industrien nur rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts. Dagegen haben Handel, Verkehr und Dienstleistungen ihren ohnehin hohen Anteil auf über 75 % ausgebaut.

Regionale Struktur
Innerhalb des Landes lassen sich drei wirtschaftliche Großräume unterscheiden: das prosperierende Umland von Hamburg (Metropolregion Hamburg), die strukturschwache Nordseeküstenregion und die Ostseeküste mit den alten Hansestädten Flensburg, Kiel und Lübeck. Nach der Erweiterung der Europäischen Union gewinnt der Seehandel mit dem Ostseeraum wieder an Bedeutung. Der Lübecker Hafen ist nach Umschlag der größte deutsche Ostseehafen, Kiel führende Drehscheibe für Kreuzschifffahrt im Ostseeraum. Nicht nur in den strukturschwachen Regionen gehört der Tourismus inzwischen zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Die Westküste bietet außerdem gute Voraussetzungen für die Gewinnung von Windenergie, die bereits zu etwa einem Drittel den Strombedarf des Landes deckt. Noch besitzt das Land in Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel drei Kernkraftwerke. Das im schleswig-holsteinischen Wattenmeer geförderte Erdöl (Mittelplate) spielt bei der Energieversorgung des Landes keine Rolle.

Wirtschaftmetropole Hamburg
Traditionelle Kennzeichen der Hamburger Wirtschaftsstruktur sind hafennahe bzw. handelsnahe Branchen wie Reedereien, Speditionen und Banken. Der Hafenbetrieb hat sich seit den 1960er-Jahren nachhaltig verändert: Anstelle des konventionellen, personalintensiven Stückgutumschlags dominiert heute der Containerbetrieb. Insgesamt bietet der größte deutsche Seehafen 140 000 Menschen Arbeit, der Güterumschlag liegt bei rund 140 Mio. t. Auf eine lange Geschichte blickt Hamburg auch als Finanzzentrum zurück: 1558 eröffnete hier die erste deutsche Börse, 1619 die erste Girobank und 1676 mit der Feuerkasse die älteste bestehende Versicherung der Welt. Ihren Ruf als bedeutender Medienstandort erwarb sich die Elbmetropole vor allem auf dem Gebiet des Pressewesens. Neben Toulouse hat sich die Stadt dank Airbus zu einem wichtigen europäischen Luftfahrtindustriestandort entwickelt. Hamburgs Flughafen ist der viertgrößte in Deutschland.
U. Kleinelümern

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