Wirtschaft

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978-3-14-100752-7 | Seite 10 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.000.000
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Informationen

Baden-Württemberg hat bundesweit die niedrigste Arbeitslosenquote. Begonnen hat seine wirtschaftliche Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert mit Feinmechanik (Uhrenindustrie, Herstellung von Musikinstrumenten), Maschinenbau, Textil- sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Zu den früh industrialisierten Regionen gehörten neben den Großstädten die Gebiete um Aalen-Heidenheim, Villingen-Schwenningen, Lörrach und Albstadt. Mittlerweile haben sich zwei große Wirtschaftsräume mit hoher Bevölkerungsdichte herausgebildet: die Rheinschiene mit den Schwerpunkten Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und der an Basel angrenzende Südwesten sowie der Großraum Stuttgart mit in Flusstäler ausgreifenden Industriegassen wie die an Neckar, Rems und Fils. Ein weiterer Verdichtungsraum entstand um Ulm an der Grenze zu Bayern.
Das Bundesland steht heute an der Spitze der Industrialisierung in Deutschland. Allein die Automobil- und Maschinenbaubranche beschäftigt mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer. Auch Unternehmen der Elektrotechnik zählen zu den Hauptarbeitgebern. Unter den zahlreichen mittelständischen Betrieben finden sich viele hoch spezialisierte Unternehmen von überregionaler Bedeutung. Dazu zählt die Herstellung von feinmechanischen und optischen Geräten, Uhren, Spielwaren, Bestecken, Schrauben, Nahrungs- und Genussmitteln sowie elektronischen Bauteilen. Kaum noch eine Rolle spielt die früher vor allem auf der Schwäbischen Alb ansässige Textilindustrie.
Der in erster Linie im Schwarzwald betriebene Abbau von Bodenschätzen wie Silber, Blei, Zink, Kupfer, Kobalt oder Eisen ruht seit langer Zeit. Steinsalz wird bei Heilbronn und im Salzbergwerk Stetten bei Haigerloch abgebaut. Die Kernkraft spielt mit etwa 25 % eine große Rolle bei der Energieversorgung. 2009 arbeiteten noch die Kernkraftwerke in Philippsburg und Neckarwestheim, Obrigheim ging 2005 vom Netz.

Bedeutender Dienstleistungssektor
Etwa 60 % der Erwerbstätigen arbeiten in der Informations- und Dienstleistungsbranche. In der Forschung und Entwicklung, die von Staat und Wirtschaft gemeinsam getragen werden, sind etwa 20 000 Menschen beschäftigt. Baden-Württemberg ist mit etwa 270 000 Beschäftigten einer der wichtigsten IT- und Medienstandorte (u. a. Software-Entwicklung, Druckgewerbe)in Deutschland. Überregional bedeutende Fachmessen finden in Stuttgart, Karlsruhe, Sinsheim, Freiburg, Offenburg, Ulm und Friedrichshafen statt. Heidelberg besitzt die älteste und eine der renommiertesten Universitäten Deutschlands. Dazu kommen Universitäten in Tübingen, Freiburg, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Hohenheim und Ulm sowie eine Vielzahl von Fachhochschulen.

Dichtes Verkehrsnetz
Baden-Württemberg verfügt über ein dichtes Verkehrsnetz, wobei das Straßennetz besonders gut ausgebaut ist. Schon früh erschlossen war das Oberrheinische Tiefland. Fast alle Oberzentren sind durch Autobahnen verbunden — die Länge der Autobahnen in Baden-Württemberg beträgt mehr als 1000 km — und an das ICE- oder IC-Netz angeschlossen. Der internationale Flughafen von Stuttgart ist der sechstgrößte in Deutschland.
E. Astor

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