Wirtschaft

Industrieraum - Region Stuttgart

978-3-14-100700-8 | Seite 44 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 500.000
Wirtschaft |  | Industrieraum - Region Stuttgart | Karte 44/2

Überblick


Die industriellen Schwerpunkte der Region Stuttgart bilden vor allem die Unternehmen der verarbeitenden Industrie. Dazu gehören Unternehmen des Maschinen- und Fahrzeugbaus sowie der Elektrotechnik.
Noch bis in die 1980er Jahre war die Industrie stark mittelständisch strukturiert. Viele Klein- und Mittelbetriebe hatten eine Zulieferfunktion für globale Großunternehmen wie Daimler-Benz und Porsche.

Von der Industrie zur Dienstleistung
In den 1990er Jahren setzte ein wirtschaftlicher Strukturwandel ein. Allein zwischen 1990 und 2004 wurden im tertiären Sektor über 100 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Beteiligt an diesem Boom waren insbesondere Dienstleistungen wie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen, IT-Unternehmen und Dienstleistungen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich.
Gegenwärtig besteht die wirtschaftliche Struktur in der Region Stuttgart zu mehr als 60 Prozent aus Dienstleistungen. Den zweitgrößten Anteil bestreitet die Industrie. Die landwirtschaftliche Produktion spielt hingegen kaum noch eine Rolle. Aufgrund der Leelage hinter Schwarzwald und Schwäbischer Alb zählt der Raum Stuttgart zu den trockeneren Regionen in Deutschland.

Stuttgart und die Region
Das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum ist die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Unter anderem haben dort der Landtag, zahlreiche obere Landesbehörden, Universitäten und Medienverlage ihren Sitz. Außerdem verfügt Stuttgart über ein facettenreiches Theater- und Museumsangebot. Für den starken Pendlerstrom und den Einkaufsverkehr steht ein leistungsfähiges Nahverkehrsnetz zur Verfügung.
Zugleich ist Stuttgart die Verkehrsdrehscheibe von Baden-Württemberg. ICE-Verbindungen bestehen mit Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, dem Ruhrgebiet und München. Im Sommer 2007 wurde eine TGV-Schnellfahrlinie nach Paris eingeweiht. Überdies sorgen Autobahnen wie die A8 und die A81 sowie die Erweiterung des Flughafens 2004 für eine gute Anbindung an den Fernverkehr. Auf dem bis Plochingen ausgebauten Neckar werden betriebskostengünstig Massengüter wie Rohstoffe und Halbfertigwaren transportiert.

Landwirtschaft und Bodennutzung
Die Region Stuttgart weist in ihrer naturräumlichen Ausstattung erhebliche Unterschiede auf. Die Landwirtschaft im unmittelbaren Umland ist auf Gartenbau (Gemüse und Zierpflanzen) sowie auf den Obst- und Weinbau spezialisiert. Daneben werden neben Getreide auch Zuckerrüben und Futterpflanzen angebaut. Auf den Hängen in Südlage gedeihen überwiegend rote Rebsorten, die nach der Abfüllung u. a. als die Weinsorten Cabernet und Merlot im Handel landen.

W. Rieg, J. Seibel

Info Plus

Kern der Region Stuttgart ist das Neckarbecken mit den Gäuplatten und einmündenden Tälern. Da für eine nennenswerte Produktionsgüter- und Grundstoffindustrie die Rohstoffe fehlten, siedelte sich in den Industriegassen, die sich in den Tallagen entlang der Bahnlinien und Fernstraßen bildeten, vor allem das verarbeitende Gewerbe an. Zu den industriellen Schwerpunkten der Region entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts mit dem Maschinen- und Fahrzeugbau und der Elektrotechnik vor allem Branchen der Investitionsgüterindustrie, die stark exportorientiert sind. Noch bis in die 1980er-Jahre war die Industrie stark mittelständisch strukturiert, wobei viele Klein- und Mittelbetriebe eine Zulieferfunktion für Großunternehmen wie Daimler-Benz und Porsche in Stuttgart besaßen. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung gerieten die produzierenden Betriebe jedoch unter einen immer stärkeren Kostendruck, obgleich ihre Produktivität in den letzten Jahren massiv gesteigert werden konnte. Zwischen 1990 und 2005 war deshalb eine starke Verringerung der Industriestandorte durch Rationalisierung, Firmenkonzentration und Produktionsverlagerung ins Ausland zu verzeichnen.

Von der Industrie- zur Dienstleistungsregion
Ungeachtet dieser Arbeitsplatzverluste befindet sich die Region derzeit im Aufschwung: In einer von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung initiierten Untersuchung über die wirtschaftsstärksten Regionen weltweit lag die Region Stuttgart 2006 bundesweit an erster und im europäischen Vergleich nach London, Paris, Dublin, Wien und Stockholm an sechster Stelle. Im globalen Vergleich belegte sie mit ihren derzeit rund 111 000 Unternehmen und 118 000 Betrieben den 29. Platz (1. Platz: San Francisco).
Seit den 1990er-Jahren lässt sich in allen Kreisen ein Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungsregion konstatieren. Allein zwischen 1990 und 2004 wurden im tertiären Sektor über 100 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Beteiligt an diesem Boom waren neben dem Handel alle Branchen, insbesondere die "Unternehmensbezogenen Dienstleistungen" wie Rechts-, Steuer-, Unternehmensberatungen, die "informationstechnischen Dienstleistungen" und die "personenbezogenen Dienstleistungen" im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich. Weiteres Wachstum der Beschäftigtenzahlen im Dienstleistungssektor ist nötig, damit die Arbeitsplatzverluste im sekundären Sektor aufgefangen werden können.
Gegenwärtig findet die regionale Wertschöpfung zu mehr als 60 Prozent im tertiären Sektor statt, im sekundären Sektor werden etwa 39 Prozent erwirtschaftet; die primärwirtschaftliche Produktion trägt nur noch ein knappes halbes Prozent zur regionalen Wirtschaftsleistung bei. Der einzige Landkreis, in dem das produzierende Gewerbe mit einem Anteil von rund 50 Prozent noch immer eine dominierende Rolle spielt, ist Böblingen.
Das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der überdurchschnittlich dicht besiedelten Region (vgl. 45.5) ist die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, die unter anderem der Sitz des Landtags, zahlreicher oberer Landesbehörden, zweier Universitäten, diverser Medien und Verlage ist und außerdem über eine facettenreiche Theater- und Museumslandschaft verfügt. Für den starken Pendlerstrom und den Einkaufsverkehr steht ein leistungsfähiges Nahverkehrsnetz zur Verfügung. Zugleich ist Stuttgart die Verkehrsdrehscheibe Baden-Württembergs. ICE-Verbindung bestehen mit Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, dem Ruhrgebiet und München, im Sommer 2007 wurde eine TGV-Schnellfahrlinie nach Paris eingeweiht. Überdies sorgen Autobahnverbindungen und die Erweiterung des Flughafens 2004 für eine gute Anbindung an den Fernverkehr. Auf dem bis Plochingen ausgebauten Neckar können betriebskostengünstig Massengüter wie Rohstoffe und Halbfertigwaren transportiert werden.

Landwirtschaft und Bodennutzung
Die Region Stuttgart weist in ihrer naturräumlichen Ausstattung erhebliche Unterschiede auf. Die Landwirtschaft im unmittelbaren Umland ist auf Gartenbau (Gemüse und Zierpflanzen) sowie auf den Obst- und Weinbau spezialisiert. Auf den Ackerflächen der Gäue werden neben Getreide auch Zuckerrüben, Futterpflanzen wie Bergraps und Sonnenblumen angebaut. Im angrenzenden Keuperbergland finden sich Industrieansiedlungen überwiegend in größeren Orten. Neben dem Weinbau auf südexponierten Hängen und den Obstwiesen auf den nordexponierten Hanglagen finden sich auf den Liasplatten der Höhen einige Ackerbauinseln und ein marktorientierter Obstbau. Im Bereich der mittleren Alb im Süden ist die landwirtschaftliche Nutzung durch das Klima und Relief erschwert. Kur- und Badeorte nutzen hier die Thermalwasservorkommen.
W. Rieg

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren