Weltmeere - Wasserzirkulation

Erde - Klimadynamik

978-3-14-100700-8 | Seite 232 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 180.000.000
Weltmeere | Wasserzirkulation | Erde - Klimadynamik | Karte 232/1

Informationen

Die Karte gibt einen Überblick über die globale Zirkulation der Ozeane und deren jeweils unterschiedlichen Salzgehalt. Im Durchschnitt liegt der Salzgehalt von Meereswasser bei 3,5 Prozent, das heißt, ein Liter Meereswasser enthält in etwa 35 Gramm Salz.

Unterschiede im Salzgehalt
Eine erhöhte Salzkonzentration von über 36 Gramm pro Liter weisen vor allem die Meeresflächen im Bereich der Wendekreise auf. Dort verdunsten unter dem Einfluss der mit den subtropischen Hochdruckzellen verbundenen starken Sonneneinstrahlung und damit einhergehenden geringen relativen Luftfeuchtigkeit große Wassermengen, sodass sich der Salzgehalt des Meereswassers entsprechend erhöht. Der hohe Salzgehalt, der sich im gesamten Atlantik zeigt, rührt von dem zusätzlichen starken Austausch von Wassermassen zwischen dem Süd- und Nordatlantik durch den kühlen Benguela- und den warmen Golfstrom her.
Besonders geringe Salzkonzentrationen von unter 34 g pro Liter sind vor allem in den polaren Regionen sowie im Bereich austauscharmer Meeresarme und -buchten zu finden. In den Polarregionen träg der Zufluss von Schmelzwässern zu einer Absenkung des Salzgehalts bei. Teilmeere wie etwa die Ostsee sind von der globalen Zirkulation der Meere und damit der Zufuhr salzreicherer Wassermassen weitgehend abgeschnitten, sodass die Zufuhr von Süßwasser durch den Abfluss von Flüssen zu einem allmählichen Rückgang der Salzkonzentration beiträgt. So nimmt der Salzgehalt innerhalb der Ostsee von West nach Ost ab und erreicht im Finnischen Meerbusen nur noch etwa 1 g pro Liter. Unter dem Einfluss immenser Süßwasserzuflüsse großer Ströme wie beispielsweise des Ganges macht sich dieser Effekt auch in einigen Flussdeltas bemerkbar.

Die großen Meersströme
Die Zirkulation der Meere wird im Wesentlichen durch vier "Motoren" angetrieben, die sich im Bereich des Nordatlantiks und vor der antarktischen Küste befinden. In diesen Zonen sinken kalte, salzreiche und damit schwere Wassermassen in die Tiefen der Ozeane ab und ziehen auf diese Weise oberflächennahe Ausgleichsströmungen nach sich. Der hohe Salzgehalt etwa des Golfstroms resultiert aus der starken Verdunstung des warmen Wassers auf seinem Weg von der Karibik bis vor die Süd- und Ostküste Grönlands. In der Antarktis kommt vor allem dem Schelfeis, etwa dem Ross-Eisschelf, eine große Bedeutung für die Abkühlung und damit einhergehende zunehmende Dichte des sich darunter befindlichen Meereswassers zu. Um die Antarktis herum sind die Absinkbewegungen und Meeresströmungen daher besonders stark und erstrecken sich bis in große Meerestiefen. Von dieser antarktischen Konvergenz spalten sich im Bereich des Südpazifiks und Südatlantiks Oberflächenwässer nach Norden ab.
Durch diese "Zirkulationspumpen" wird ein globaler Austausch kalter, sauerstoffreicher polarer und warmer tropischer Wassermassen hervorgerufen. Die Zufuhr von Süßwasser durch abschmelzende Inlandsgletscher in Grönland und der Rückgang des antarktischen Schelfeises können zu einer Abschwächung dieser Zirkulation führen, sodass nicht zuletzt der Energieaustausch zwischen äquatorialen und polaren Regionen verringert wird.
A. Siegmund

Graphiken

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Unterschiedliche Strömungen im Atlantik

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Strömungen und Salzgehalt der Meere

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Die größten Meeresströmungen im "großen marinen Förderband"

Die transportierten Wassermengen sind so gewaltig, dass sie sich nur mit einer dafür geschaffenen Maßeinheit beziffern lassen, die nach dem norwegischen Ozeanographen Harald Sverdrup benannt ist: 1 Sverdrup (Sv) = 1 Mio. m³/s)
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