Weltmeere als Nahrungsquelle / Umweltbelastung

Erde - Weltmeere

978-3-14-100770-1 | Seite 40 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 90.000.000
Weltmeere als Nahrungsquelle / Umweltbelastung |  | Erde - Weltmeere | Karte 40/1

Informationen

Der Schadstoffeintrag in die Meere hat in den letzten Jahrzehnten insgesamt stark zugenommen. Die Quellen sind unterschiedlich: Eintrag durch Flüsse, Direkteinleitung an Küsten und von Schiffen, Havarien von Öltankern und atmosphärischer Eintrag aus der Luft. Die Flüsse in den wirtschaftlich hoch entwickelten und/oder den landwirtschaftlich intensiv genutzten Räumen wie z. B. Rhein, Mississippi, Nil oder Indus haben die höchsten Einträge und stehen so im Gegensatz zu denen in weitgehend naturnahen Landschaften wie Alaska, Ostsibirien oder Kongo. In einigen Regionen ist der Schadstoffeintrag aus Flüssen durch umweltpolitische und -technische Maßnahmen wieder rückläufig, erreicht aber immer noch eine bedenkliche Dimensionen.
Um eine nachhaltige Nutzung der Nahrungsressource Fisch zu gewährleisten und zugleich akut bedrohten Arten wie den Schweinswal oder die Korallenriffe zu schützen, müsste weltweit ein Netzwerk von Schutzgebieten ausgewiesen werden, in denen Jungfische bis zum Erreichen ihrer Geschlechtsreife ungestört aufwachsen können. Bislang stehe gerade einmal 0,5 % der Meeresoberfläche unter Naturschutz.

Meeresströmungen
Obwohl sie mit bloßem Auge kaum wahrzunehmen sind, prägen Meeresströmungen weltweit das Klima, die Landschaft und damit auch die Lebensbedingungen des Menschen. Exemplarisch zeigt sich das am warmen Golfstrom bzw. dem Nordatlantischen Strom, der das Klima in Europa maßgeblich bestimmt. Bräche er eines Tages plötzlich ab, würden sich die Klimazonen in der Alten Welt um bis zu 1500 km nach Süden verschieben; in Hessen herrschten dann ähnliche Temperaturen wie im südlichen Alaska.

Korallensterben
Im letzten Jahrzehnt wurde in vielen Regionen der Erde ein massives Korallensterben beobachtet. Als Ursache wird ein regional unterschiedlich ausgeprägtes Bündel von Prozessen vermutet: Neben der Verschmutzung durch Gifte oder Eintrübung und der Fischerei mit Sprengstoff wird der anormale, monatelange Anstieg der Meerestemperaturen über 37 °C als Auslöser angesehen. Dieser steht vermutlich im Zusammenhang mit klimatischen Prozessen wie der globalen Klimaerwärmung und dem El Niño-Phänomen.
M. Felsch, E. Astor

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