Weltkulturerbe - Mittelrhein

Tourismus

978-3-14-100757-2 | Seite 8 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 25.000
Weltkulturerbe | Mittelrhein | Tourismus | Karte 8/1

Informationen

An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert entdeckten deutsche Schriftsteller, Musiker und Maler die Romantik für sich. Zu einem von Konventionen befreiten Leben in einer wilden und ursprünglichen Natur passte ideal die Landschaft des Mittelrheintals mit ihren schroffen Felsen und mittelalterlichen Burgen. Neben Friedrich Schlegel und Clemens von Brentano machten sich bald auch europäische Gleichgesinnte auf, um die Region zu erkunden. Zu ihnen zählten Lord Byron, Victor Hugo und Hans Christian Andersen.
Im Jahr 2002 erklärte die UNESCO das obere Mittelrheintal zwischen Bingen im Süden und Koblenz im Norden zum Weltkulturerbe. Damit reiht sich der rund 65 km lange Flussabschnitt mit seinen Dutzenden Burgen und Schlössern, historischen Orten und ungezählten Weinbergen in eine Liste mit weit über 800 Einträgen ein, auf der z. B. auch die Pyramiden in Ägypten und die Freiheitsstatue in New York verzeichnet sind.

Loreley und Umgebung
Die UNESCO begründete die Ernennung mit drei Kriterien: Erstens ermöglicht der Rhein seit zwei Jahrtausenden den Austausch zwischen den Kulturen des Mittelmeers und des Nordens und ist somit einer der wichtigsten Verkehrsadern Europas. Zweitens ist das Mittelrheintal aufgrund der Geologie und der Eingriffe durch den Menschen eine einmalige Kulturlandschaft. Drittens zeigt die Region beispielhaft einen traditionellen Wirtschaftsstil in einem engen Flusstal, was besonders am Weinbau zu sehen ist.
Zu einem Schwerpunkt des modernen Tourismus hat sich die Loreley mit den beiden Städten Sankt Goar und Sankt Goarshausen entwickelt. Seit Heinrich Heine 1824 sein Gedicht mit den Anfangszeilen "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Dass ich so traurig bin. Ein Märchen aus uralten Zeiten. Das kommt mir nicht aus dem Sinn." veröffentlicht hat, ist die Loreley mehr als nur ein Schieferfelsen, der rund 125 m über den Rhein emporragt. Sie ist zu einem mythischen Ort der Sehnsucht geworden, von dem viele Menschen meinen, dass sie ihn in ihrem Leben gesehen haben müssen. Die heutigen Besucher finden dort ein Besucherzentrum und eine Freilichtbühne vor, das Auto lässt sich bequem auf einem der nahen Parkplätze abstellen. Direkt vor Ort kann in einer Jugendherberge und auf einem Campingplatz übernachtet werden. Auf der anderen Seite des Rheins lassen einige Panoramapunkte den Blick auf die Loreley zu.
Auf der linken Rheinseite erhebt sich auch die Ruine der Burg Rheinfels. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert gebaut und war lange die bedeutendste Festung der Umgebung. Die gegenüberliegende Burg Katz stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1806 wurde sie von französischen Truppen zerstört, heute beherbergt das neu errichtete Gemäuer ein Hotel. Die Einwohner von Sankt Goar und Sankt Goarshausen haben sich auf den Tourismus spezialisiert. Viele von ihnen arbeiten in den zahlreichen Hotels und Gasthäusern, für neue Gäste garantieren u. a. die Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffe. Ein weiteres wirtschaftliches Standbein ist der Weinbau, der ebenfalls eng an den Tourismus geknüpft ist. Wanderfreunde finden ein gut ausgebautes Wegenetz.
D. Falk

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