Weltkulturerbe Lübeck

Lübeck

978-3-14-100753-4 | Seite 10 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 15.000
Weltkulturerbe Lübeck |  | Lübeck | Karte 10/2

Informationen

Graf Adolf II. von Schauenburg legte 1143 auf einem von den Flüssen Wakenitz und Trave umgebenen Hügel den Grundstein für den ersten deutschen Handelsplatz an der Ostsee. In den Jahren nach 1157 wurden der Kaufmannsstadt, vor allem durch Heinrich den Löwen, viele Privilegien gewährt. Ihre moderne Rechtsprechung, bekannt als Lübsches Recht, galt als vorbildlich und fand in vielen Städten Anwendung. Mit der Reichsfreiheitserklärung durch Kaiser Friedrich II begann ab 1226 der Aufstieg zur mächtigsten Handelsmacht im Ostseeraum. 1358 fand hier der erste Hansetag statt.
Um 1500 war Lübeck mit 25 000 Einwohnern eine der größten Städte in den deutschen Landen — und eine der wohlhabendsten. Mit dem wachsenden Schiffsverkehr über die Ozeane verlor die "Königin der Hanse" jedoch gegenüber Hamburg und Bremen an Bedeutung. Ihrer Selbstständigkeit wurde sie aber, wenn auch mit kleineren Unterbrechungen, erst 1937 beraubt. Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland gehört Lübeck zum Land Schleswig-Holstein. Trotz baulicher Veränderungen im 19. Jahrhundert und der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hat sich ihr mittelalterliches Stadtbild mit den über 1000 denkmalgeschützten Gebäuden und den historischen Straßenzügen weitgehend erhalten können. 1987 ernannte die UNESCO den Kern der heutigen Großstadt zum Weltkulturerbe. Damit wurde erstmals in Deutschland eine ganze Altstadt offiziell zum Kulturdenkmal.

Reiches Erbe der Hanse
Die markante Silhouette Lübecks wird geprägt von den sieben Türmen ihrer fünf großen Kirchen. Bereits 1173 wurde am Südrand der Altstadtinsel der Grundstein für den zweitürmigen Dom gelegt. Überragt wird der erste große Sakralbau im Ostseeraum nur von den beiden 125 m hohen Türmen der Ratskirche St. Marien, einst Symbol für das aufstrebende bürgerliche Selbstbewusstsein und Vorbild der norddeutschen Backsteingotik. Im benachbarten, mehrfach umgebauten und erweiterten Rathaus mit seiner als Schauwand ausgebildeten Südfassade tagten über Jahrhunderte die Kollegien der Kaufleute und bestimmten die Geschicke der Stadt. Vom Gemeinsinn wohlhabender Kaufleute zeugt das Heiligen-Geist-Spital, seit 1286 Wohnstatt für Arme und Hospital für Kranke. Die Stiftungsanlage liegt wie St. Jakobi, die Kirche der Schiffer und Seeleute, im vollständig erhaltenen Stadtviertel Koberg aus dem 13. Jahrhundert. Vom Turm der Petrikirche, die 1942 fast gänzlich zerstört wurde, fällt der Blick auf das eigentliche Kaufmannsviertel mit den zahlreichen Patrizierhäuser des 15. und 16. Jahrhunderts. Charakteristisch für die gesamte Altstadt sind die Wohngänge und Stiftshöfe, die sich noch heute — mustergültig restauriert —vielerorts hinter den giebelseitigen Straßenhäusern erstreckten. Bekanntestes Gebäude und Wahrzeichen der Stadt ist aber das Holstentor (1464—78) mit seinen beiden monumentalen Rundtürmen. Es war Teil der ausgedehnten Befestigungsanlage, die im 19. Jahrhundert geschleift wurde. Erst danach entstanden die ersten Wohnhäuser außerhalb des alten Stadtkerns.
U. Kleinelümern

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