Welthandel nach Ländern und Warengruppen (2005)

Erde – Welthandel

978-3-14-100782-4 | Seite 180 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 30.000.000
Welthandel nach Ländern und Warengruppen (2005) |  | Erde – Welthandel | Karte 180/1

Informationen

Die beiden Übersichtskarten über den Anteil der einzelnen Kontinente und der noch einmal eigens erfassten europäischen Länder am Welthandel belegen deutlich die Dominanz einiger weniger Staaten über große Teile der gesamten Weltwirtschaft. Das größte Gewicht haben die EU-Länder, gefolgt von den Ländern der NAFTA-Freihandelszone — Kanada, USA und Mexiko —, sowie von Japan und einigen Schwellenländern Südost- und Ostasiens. Ebenfalls berücksichtigt auf der Karte sind die Anteile der exportierten und importierten Dienstleistungen.

Handels- und Reichtumsgefälle
Im Vergleich mit den reichen Industrienationen haben die Entwicklungs- und viele Schwellenländer nur einen geringen Anteil am Welthandelsvolumen. Selbst das Außenhandelsvolumen des aufstrebenden China wird von den ungleich kleineren Benelux-Staaten deutlich übertroffen. Dabei hat China in den letzten Jahren durch ein Rekordwachstum bereits kräftig aufgeholt, inzwischen sogar das benachbarte Japan bei den Importen überflügelt und bei den Exporten nahezu erreicht; 1999 bewegte sich das bevölkerungsreichste Land der Erde noch auf einem ähnlichen Niveau wie heute Taiwan oder der Stadtstaat Singapur. Diese extremen Disparitäten belegt ein anderer Vergleich. So ist beispielsweise das Handelsvolumen Deutschlands größer als das aller Länder Südamerikas, Mittelamerikas und Afrikas zusammen. Und das, obwohl alle genannten Erdteile seit 1999 erheblich zulegen konnten. In einigen der ärmsten Länder Afrikas und Asiens ist das Handelsvolumen so gering, das es unter der Darstellungsgröße von 500 Mio. US-Dollar liegt.
Auffallend in den letzten Jahrzehnten ist die starke Zunahme des Handelsvolumens einiger ostasiatischer und südostasiatischer Staaten, die zur ASEAN-Gruppe gehören. Hongkong, Singapur, Südkorea, Taiwan, Malaysia und Thailand, die sogenannten Kleinen Tiger, haben den Sprung in die Weltwirtschaft geschafft. Keines dieser Länder hat ähnliche Wachstumsraten wie China, aber ausnahmslos haben sie mindestens moderate Zuwächse bei den Importen und Exporten erlebt; allerdings mitunter unter Inkaufnahme einiger ökologischer Risiken wie der Abholzung der tropischen Regenwälder (vgl. 238.1) oder der Zerstörung der ökologisch wertvollen Mangroven im Küstensaum (vgl. 208.2)
Die OPEC-Staaten, deren Export überwiegend oder ausschließlich auf Erdöl basiert, haben durch den Preisrückgang bei Rohöl in den 1980er-Jahren beachtliche Einnahmeverluste hinnehmen müssen, die sie aber während der darauffolgenden Hochpreisphasen wieder ausgleichen konnten. Ihnen kommt außerdem zugute, dass sie Preisschwankungen durch Produktionsabsprachen und -kontingente in gewissem Rahmen beeinflussen können.
Ein Vergleich der Exportprodukte bei Industrieländern und Entwicklungsländern zeigt sehr deutlich, dass Entwicklungsländer überwiegend Rohstoffe exportieren, die auf dem Weltmarkt oftmals großen Preisschwankungen ausgesetzt sind. Verarbeitete Produkte, die von den Industriestaaten geliefert werden, sind dagegen teuer zu bezahlen.
T. Topel

Graphiken

Bild

Chinas Anteil am Welthandel/Chinas Außenhandel

Download

Bild

Ausländische Direktinvestitionen 1999 und 2004

Bezeichnet eine Kapitalanlage im Ausland durch einen Investor. Ziel einer Direktinvestition ist der unmittelbare Einfluss auf die Geschäftstätigkeit einen zu gründenden oder bereits bestehenden Unternehmens.
Download

Bild

Japans Export- bzw. Importanteile differenziert und nach Ländern bzw. Großregionen 1980 bis 2004

Download

Bild

Welthandelsströme

Unter dem Welthandel und seinen Strömen versteht man die Importe und Exporte aller Länder der Erde, d.h. den Austausch von Gütern und Dienstleistungen über die jeweiligen Staatsgrenzen hinweg. In Statistiken wird der wertmäßige Umfang dieser internationalen Handelsbeziehungen meistens
Download

Bild

WTO

Die Welthandelsorganisation (WTO) ist eine UNO-Organisation, die für die Globalisierung wichtige Weichenstellt. Ihr Ziel ist es, verbindliche Regeln für den globalen Handel aufzustellen.
Download

Bild

Starbucks

Download