Welthandel mit Rohstoffen

Erde - Wirtschaft

978-3-14-100770-1 | Seite 34 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 120.000.000
Welthandel mit Rohstoffen |  | Erde - Wirtschaft | Karte 34/2

Informationen

Bergbau und Seehandel
Große Teile der im weltweiten Seehandel transportierten Güter sind Rohstoffe, darunter steht Rohöl an erster Stelle. Auf Öltanker entfallen mehr als zwei Fünftel der weltweiten Transportkapazitäten im Seehandel, auf Erz- und Massengutfrachter ein weiteres Drittel. Ein Teil der Rohstoffe, beispielsweise manche Eisenerze, werden vor dem Transport in den Förderländern aufbereitet, die eigentliche Weiterverarbeitung (Stahlerzeugung) erfolgt dann oft an Küstenstandorten der Importländer. Neben Rohöl werden zunehmend auch weiterverarbeitete Mineralölprodukte aus den Raffineriestandorten verschifft, die zumeist an Hafenstandorten und den Endpunkten von Pipelines gelegen sind. Insbesondere bei Erdöl sind neben dem Seetransport auch die Pipelinesysteme der einzelnen Förderregionen von Bedeutung, vor allem in Russland, Mittelasien und China (vergleiche dazu die einzelnen Wirtschaftskarten).
Die Handelsströme verlaufen zwischen den Erdölregionen (vor allem Westasien, Nigeria, Mittelamerika) und den Hauptbergbauregionen der Erde (südliches Afrika, Australien, Südamerika, Kanada) einerseits und den hoch entwickelten Industriestaaten andererseits (vor allem Westeuropa, Japan, USA). Unter den Industriestaaten nimmt Japan wegen seiner Rohstoffarmut eine Sonderstellung ein. Nahezu alle Rohstoffe für seine hoch entwickelte verarbeitende Industrie muss das Land importieren. In einer ähnlichen Situation, wenn auch nicht so stark ausgeprägt, sind Südkorea, Taiwan und einige Staaten Westeuropas (z. B. Dänemark). In anderen Staaten Westeuropas, die durchaus über Rohstoffvorkommen verfügen, ist der Bergbau, einst eine Grundlage der Industrialisierung, wegen billigerer Importe in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die USA und China sind Beispiele für Volkswirtschaften, die über einen beträchtlichen Reichtum an Rohstoffen verfügen. Trotzdem kommt es auch in diesen Staaten zu Rohstoffimporten, wenn aus den eigenen Vorkommen der Bedarf nicht gedeckt werden kann, aus strategischen Gründen Reserven geschont werden sollen, etwa beim Erdöl oder Preisvorteile den Import in Teilregionen rentabel machen.

Exportabhängigkeit
Deutliche Zusammenhänge bestehen zwischen dem Entwicklungsstand und der Abhängigkeit vom Rohstoffexport. Tendenziell nimmt diese mit zunehmendem Entwicklungsstand ab. Unter den Industriestaaten mit höchstem Entwicklungsstand nehmen nur Kanada, Australien und Norwegen wegen des hohen Anteils von Bergbauprodukten am Export eine Sonderstellung ein. Bei den Schwellenländern gibt es verschiedene Gruppen: Ländern wie Saudi-Arabien, deren Wirtschaft völlig vom Erdöl abhängt, stehen zahlreiche Länder mit bedeutendem Exportanteil und hohem Stellenwert des Bergbaus (z. B. Russland, Südafrika, Brasilien), aber auch Länder ohne Exportbedeutung des Bergbaus gegenüber (z. B. Thailand, Philippinen).
Besonders wird diese Abhängigkeit in zahlreichen Entwicklungsländern, vor allem in Afrika, deutlich, die Exportanteile bei Bergbauprodukten von über 70 % erreichen. Verschärfend wirkt, dass es oft nur ein Rohstoff ist, von dem die Volkswirtschaft eines Landes abhängt, sodass sich ein Verfall beim Rohstoffpreis unmittelbar auf die Lebensbedingungen auswirkt. Hinzu kommt, dass die Ausbeutung der Vorkommen oft in der Hand multinationaler Unternehmen und/oder lokaler Militärmachthaber liegt.
M. Felsch

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