Waldnutzungs- und Forstwirtschaftsformen

Erde - reale Vegetation/Landnutzung

978-3-14-100700-8 | Seite 238 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 180.000.000
Waldnutzungs- und Forstwirtschaftsformen |  | Erde - reale Vegetation/Landnutzung | Karte 238/2

Informationen

Die Karte gibt einen Überblick über die Waldnutzungs- und Forstwirtschaftsformen auf der Erde, wobei sich deutlich verschiedene Räume mit je unterschiedlichen wald- und forstwirtschaftlichen Strukturen und Funktionen unterscheiden lassen.

Formen der Bewirtschaftung und Nutzung
In Mitteleuropa, Japan und Teilen Nordamerikas hat sich eine multifunktionale Forstwirtschaft durchgesetzt, bei der neben der traditionellen Nutzfunktion auch der Schutz- und Erholungsfunktion große Bedeutung zukommt. Oftmals rangieren diese sogar vor der Nutzfunktion. In anderen Teilen Europas, insbesondere in Nordeuropa, aber auch im Osten der USA und in Nordjapan überwiegt die Nutzfunktion, zugleich aber wird dort durch ständige Waldpflege und Wiederaufforstung eine nachhaltige Nutzung gewährleistet. Schließlich gibt es, vor allem auf der Nordhalbkugel, weite Bereiche, in denen zwar die Nutzfunktion vorherrscht, aber Übergänge zur Nachhaltswirtschaft erkennbar sind.
Im globalen Maßstab überwiegen jedoch Wald vernichtende und degradierende Bewirtschaftungsformen gegenüber der Walderhaltung und dem Waldschutz. Besonders in den Tropen sind schädigende Nutzungsformen stark verbreitet. Bei der selektiven Ausbeutung werden einzelne nutzbare Stämme herausgeschlagen, ohne dass eine gezielte Wiederanpflanzung erfolgt. Wird Waldnutzung mit Viehhaltung kombiniert, kommt es durch Viehverbiss zu einer langfristigen Schädigung der Wälder, weil das Aufkommen des Jungwuchses unterbunden wird. Durch Wanderfeldbau (Shifting Cultivation) werden Waldflächen abgebrannt und in Ackernutzung überführt. Wenn nach wenigen Jahren die Böden erschöpft sind, werden die Flächen wieder aufgegeben, wodurch ein Sekundärwald nachwachsen kann. Dieser ist jedoch weniger artenreich und stabil als der ursprüngliche Primärwald.
Bei der Holznutzung ist zu unterscheiden zwischen der Verwendung als Brennholz und der als Industrieholz; Letzteres wird einer Vielzahl von Verwendungen zugeführt und dient beispielsweise als Bauholz, Zellstoff oder als Furnier oder Ausgangsmaterial für die Möbelherstellung. Im Jahr 2005 entfielen 52 Prozent des Holzeinschlages weltweit auf Brennholz, wobei regional sehr unterschiedliche Anteile festzustellen sind. Problematisch ist das hohe Ausmaß des Brennholzeinschlages vor allem in den Regionen Südasien und Afrika.
Vom Gesamtholzeinschlag des Jahres 2005 in Höhe von 3,532 Mrd. Kubikmetern entfielen 2,2 Mrd. Kubikmeter auf Laubholz und 1,3 Mrd. Kubikmeter auf Nadelholz. Dies ist auch auf die ungleiche Landverteilung auf der Nord- und Südhalbkugel zurückzuführen, denn der boreale Nadelwald ist auf der Südhalbkugel nicht vertreten. Vom Gesamteinschlag entfielen 2,1 Mrd. Kubikmeter auf Entwicklungsländer und 1,4 Mrd. Kubikmeter auf entwickelte Länder. Sehr groß sind jedoch die Unterschiede nach Nutzungskategorien. So entfielen vom gesamten Einschlag an Industrieholz gut 72 Prozent auf die entwickelten Länder, dagegen konnten die Entwicklungsländer beim Brennholzeinschlag 89 Prozent auf sich verbuchen. In Äthiopien wurden 97 Prozent des eingeschlagenen Holzes zu Brennzwecken verwendet, in Ghana waren es 95 Prozent, in Indien 93 Prozent, und auch in Nepal, wo die Gebirgswälder zum Erosionsschutz unverzichtbar sind, wurden noch 91 Prozent des Holzes als Brennholz eingebracht.
W. Klohn

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