Vereinigte Staaten (USA) und Mittelamerika - Physische Karte

Vereinigte Staaten (USA) und Mittelamerika - Physische Karte

978-3-14-100870-8 | Seite 218 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 18.000.000
Vereinigte Staaten (USA) und Mittelamerika | Physische Karte | Vereinigte Staaten (USA) und Mittelamerika - Physische Karte | Karte 218/1

Überblick

Im Westen Nordamerikas prägen geologisch junge, von Norden nach Süden verlaufende Faltengebirge die Landschaft. Die Rocky Mountains, die Kaskadenkette und die Sierra Nevada weisen dort Höhen von über 4000 Metern auf. Die Gebirgsgürtel finden ihre Fortsetzung in der Sierra Madre, den Hochgebirgen Mittelamerikas und den Anden in Südamerika. Sie erreichen im Bereich des Großen Beckens ihre größte Breite. Auch südlich davon sind immer wieder große Plateaus, Hochländer und Becken zwischen die Gebirge eingelagert. Die Gebirge sind von großem Einfluss auf die klimatischen Bedingungen, da sie wie ein Riegel auf die dominierende Westströmung der mittleren Breiten wirken. An der Westküste kommt es verbreitet zu Steigungsregen, das Innere der Gebirge ist verbreitet sehr trocken. Durch das Kalifornische Längstal verläuft eine Transformstörung, an der sich die Nordamerikanische und die Pazifische Platte seitlich aneinander vorbeibewegen (s. 10.1). Hier kommt es immer wieder zu sehr starken Erdbeben.

Der beschriebene Gebirgsgürtel ist im Westen an den geologisch alten, tektonisch stabilen Amerikanischen Schild angefaltet worden. Dieser besteht zum einen aus weiten Ebenen (Great Plains), in denen die Gewässer markante Leitlinien und Orientierungspunkte bilden (Mississippi, Große Seen). Zum anderen gehören auch die Appalachen zum Amerikanischen Schild. Sie sind deutlich niedriger als etwa die Rocky Mountains.

Mittelamerika umfasst zum einen die Festlandsbrücke, die Nord- und Südamerika miteinander verbindet, zum anderen die Karibischen oder Westindischen Inseln. Die Sierra Madre und ihre südlichen Fortsetzungen verbinden die Rocky Mountains Nordamerikas mit den Kordilleren (Anden) Südamerikas und geben Mittelamerika einen ausgesprochen gebirgigen Charakter. Ebenen wie auf der Halbinsel Yucatan und an den Küsten des Moskitogolfs sind selten. Die großen Städte Mittelamerikas liegen meist in Gebirgsbecken und Hochländern, die Küstenorte sind oft vergleichsweise klein.

Die Tiefseegräben vor der Pazifikküste Mexikos und im Bereich der Antillen weisen auf Plattengrenzen hin. Im Bereich der Cayman-Inseln und im Golf von Honduras bewegen sich die Nordamerikanische Platte und die Karibische Platte entlang einer Transformstörung seitlich aneinander vorbei. Entlang der Pazifikküste taucht die kleine Kokosplatte unter die Nordamerikanische, die Karibische und die Südamerikanische Platte ab. Die Gefährdung durch Erdbeben ist in ganz Mittelamerika deshalb groß, zahlreiche aktive Vulkane charakterisieren die Gebirge.

Die Inseln der Kleinen Antillen liegen wie auf einer Perlenschnur. Sie bilden einen Bogen, dessen Verlauf den Rand der Karibischen Platte markiert. Westlich davon liegen größere Inseln. Kuba ist mit rund 110 000 Quadratkilometern etwa so groß wie die fünf neuen Bundesländer zusammen, Hispaniola etwa so groß wie Bayern und Jamaika etwa so groß wie Rheinland-Pfalz.

Besonderheiten

• Der höchster Berg im Kartenbild ist der Citaltépetl in Mexiko (5636 m).

• Die größte Meerestiefe im Kartenbild liegt östlich der Insel Hispaniola (-9219 m). Dort verläuft ein Tiefseegraben parallel zu den Inseln der Kleinen Antillen.

• Am Tennessee, Oberem Mississippi, Missouri und Columbia River wurden zahlreiche Staudämme errichtet.

• Der Maracaibo-See im Venezuela ist annähernd so groß wie Thüringen. Er ist über den Golf von Venezuela mit dem Karibischen Meer verbunden.

• Der Große Salzsee ist rund 1,8-mal so groß wie das Saarland und der Überrest eines ehemals viel größeren Süßwassersees im Großen Becken. Er ist abflusslos.

• Das Tal des Todes (Death Valley) liegt mit -86 Metern deutlich unterhalb des Meeresspiegels. Dort wurde 1913 die weltweit höchste Lufttemperatur gemessen (56,7 °C, Hitzerekord der Erde).

• In Mittelamerika sind Orte indianischer Hochkulturen verzeichnet (u. a. Tikal, eine Ruinenstadt der Maya im heutigen Guatemala).

• Namen wie San Francisco, New York, Montréal, New Orleans und Hispaniola verweisen auf die Geschichte der Entdeckung und Inbesitznahme durch europäische Mächte, andere (wie Ciudad Bolivar) auf die jüngere Geschichte.

• An der Grenze zwischen den USA und Mexiko liegen Doppelstädte wie Tijuan - San Diego und El Paso - Ciudad Juárez.

• In der Karibik, aber auch vor Neufundland und im Pazifik gibt es einige kleine Inseln, die als überseeische Territorien zu Frankreich, Großbritannien bzw. den Niederlanden gehören.

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