USA - Hauptwirtschaftsräume

Vereinigte Staaten von Amerika (USA) - Wirtschaft

978-3-14-100380-2 | Seite 155 | Abb. 2
USA | Hauptwirtschaftsräume | Vereinigte Staaten von Amerika (USA) - Wirtschaft | Karte 155/2

Überblick

Die Karte zeigt die wichtigsten Wirtschaftsräume der USA. Zu erkennen sind die Lage und Ausdehnung der traditionellen, historisch gewachsenen und der jüngeren Industrieregionen.

Traditionelle Industrieregionen

Die bedeutendste und älteste traditionelle Industrieregion ist der Manufacturing Belt im Nordosten der USA. Dieser Industriegürtel (auch Rust Belt = „Rostgürtel“ genannt) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und wird etwa durch die Städte Boston und Baltimore an der Ostküste sowie St. Louis und Milwaukee im Mittleren Westen begrenzt. Der Manufacturing Belt zählt nach wie vor zu den wichtigsten Industrieregionen der USA, auch wenn er in den letzten Jahren zugunsten anderer, junger Industrieregionen an Bedeutung verloren hat. Die meisten Weltkonzerne (Global Player) haben im Manufacturing Belt Produktionsstandorte oder sogar ihren Hauptsitz. Gründe für die Ballung der Industrie waren ursprünglich vor allem die hervorragende Verkehrslage (Nähe zum Atlantischen Ozean und zu den Großen Seen) sowie reiche Rohstoffvorkommen (z. B. Kohle, Eisenerz, Holz). Hinzu kam der Zustrom von Einwanderern, vor allem aus Europa, die als billige und gut ausgebildete Arbeitskräfte dienten. Zu den industriellen Schwerpunkten im Manufacturing Belt zählen traditionell die Eisen- und Stahlerzeugung, der Fahrzeug- und Maschinenbau sowie der Steinkohlebergbau. Auch in anderen Teilen der USA sind traditionelle Industrieregionen zu finden, etwa im Bereich der Appalachen (v. a. Eisen- und Stahlerzeugung, Textilindustrie), an der Golfküste (Erdöl, Erdgas) oder rund um Salt Lake City und Denver (Kupfer, Uran). Im Vergleich zum Manufacturing Belt sind diese Industrieregionen aber flächenmäßig deutlich kleiner und haben oft erst durch die Ansiedlung neuer Industrien ihre heutige Bedeutung erlangt.

Junge Industrieregionen

Neue Industrieregionen sind insbesondere im Süden, Westen und Nordwesten der USA entstanden. Hervorzuheben sind vor allem die Industrieregionen im sogenannten Sunbelt (= „Sonnengürtel“). Der Sunbelt verläuft etwa südlich des 37. Breitengrades und verdankt seinen Namen dem sonnenreichen Klima. Neben der klimatischen Gunst sorgten andere Voraussetzungen (z. B. Steuervergünstigungen, Nähe zu Rohstoffvorkommen und Energiequellen, gute Transportwege) für die vermehrte Ansiedlung von Industrien. An der kalifornischen Pazifikküste sind die alten Industriekerne rund um San Francisco und Los Angeles zu einer großen Industrieregion zusammengewachsen, die sich südlich bis nach San Diego erstreckt. Industrielle Schwerpunkte sind der Schiff- und Flugzeugbau, Erdölraffinerien und die Elektrotechnik/Hightech-Industrie. Bekannt ist das Silicon Valley bei San Francisco, wo sich das Zentrum der US-amerikanischen Computerindustrie entwickelt hat (siehe Karte 153.4 „Silicon Valley – Informationswirtschaft“). Rund um Los Angeles siedelte sich die Filmindustrie an (Hollywood). Andere bedeutende Industrieregionen im Sunbelt liegen zwischen Phoenix und El Paso (v. a. Kupferbergbau, Stahlveredler) sowie im Raum Texas bis Lousiana mit den Zentren der alten Industriekerne rund um Dallas und Houston (Erdöl/Erdgas, Petrochemie, Chemie/Kunststoffe sowie neuere Industrieansiedlungen in den Bereichen Schiff- und Flugzeugbau sowie Elektroindustrie). Eine weitere junge Industrieregion entwickelte sich an der Pazifikküste im Nordwesten (Cascadia) rund um den alten Industrieraum zwischen Seattle und Vancouver. Neben der traditionell bedeutsamen Holz- und Fischindustrie finden sich Standorte der Papierindustrie, der Aluminiumverhüttung, des Flugzeugbaus sowie – bei Portland – der Hightech-Industrie.

Basiskarte

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Wirtschaftsräume Nord- und Mittelamerikas
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